Kreativität mit Batman: Jeder Unternehmer gelangt in der Praxis an den Punkt, an welchem er sich von seinen Mitarbeitenden mehr «Kreativität» wünscht, etwa in der Entwicklung neuer Produkte. Schon Abraham Zaleznik lehrte in Harvard, dass Vorstellungskraft und Kreativität in der Wirtschaft nicht dasselbe sind: Vorstellungskraft mündet in die Anwendung vorhandener Methoden, Kreativität aber verändert das Denken weitergehend, man braucht «Fantasy».

Teamwork mit Wonder Woman: Ein gutes Team stellt auch den Boss in ein gutes Licht.

Batman hält uns vor Augen, was ein normaler Mensch erreichen kann, wenn er kreativ denkt: Bruce Wayne, so Batmans bürgerlicher Name, besitzt keine Superkräfte. Er ist durch und durch Mensch. Sein Erfolg beruht auf technisch ausgeklügelten Gadgets wie seinem Gurt oder seinem Anzug, welche er pausenlos optimiert. Kreative Produktentwicklung als wahre Superkraft!

Teamwork mit Wonder Woman: Nur wer richtig führt und seine Mitarbeitenden motivieren kann, erreicht seine Ziele. In den USA kennt man den Spruch «Let them shine!» und meint damit die eigenen Mitarbeiter. Dahinter steckt die Idee, seinem Team Vertrauen zu schenken – denn ein gutes Team stellt auch den Boss in ein gutes Licht.

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Die Unternehmerin Insa Klasing legt in ihrem Buch «Der 2-Stunden-Chef» entsprechend dar, wie die Amerikaner eine gute Führung definieren: Sich nicht in den Mittelpunkt stellen als Chef – belohnt wird, wer sich rar macht und somit den Irrtum der eigenen Unentbehrlichkeit durchbricht.

Wonder Woman und Co. wissen: Bei ihren täglichen, gefährlichen Missionen, die Welt zu retten, schweben sie jederzeit in Gefahr – nur im Team mit ihren Partnern erreichen sie ihre Ziele. Im Alleingang sind sie zum Scheitern verurteilt. Ihre Superkräfte daher: Motivation und Überzeugung.

Lernkultur mit Darth Vader: Folgt man der Auffassung von Thomas Peters und Robert Waterman Jr., Dozenten der Stanford Business School, so verdanken besonders erfolgreiche Unternehmen ihre Spitzenleistungen einer Organisation, die ganz gewöhnliche Menschen zu aussergewöhnlichen Leistungen führt. Sie nennen es «vorgangsorientierte Führung».

Mit Fehlern richtig umgehen

Diese Art der beweglichen Führung bedeutet aber auch, dass mit Fehlern umgegangen werden muss. Denn Projekte leben gerade vom innovativen Charakter – und entsprechend kennt jeder Unternehmer den Begriff «lessons learned».

Ausser Darth Vader: Er lebt weder eine bewegliche Führung vor noch eine Toleranz, was Fehler betrifft. Jeder seiner Crew wird in den «Macht-Würgegriff» genommen, sobald etwas nicht nach Plan läuft. Es braucht aber eine Fehler- oder besser noch Lernkultur – Darth Vader führt leider weder das eine noch das andere in seinem Vokabular.

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Rinaldo Somaini – Anwalt und Sammler

Rinaldo Somaini st Wirtschaftsrechtsanwalt in Basel, Mitinhaber einer Filmevent-Agentur und einer der führenden Sammler von Filmrequisiten.

C-Player Superman: Wenn Sana Amanat, Vice President Figurenentwicklung des Mediengiganten Marvel, in ihren Interviews über die Identitätsfrage von Superhelden philosophiert, wird klar: Viele der Filmhelden hadern mit sich selbst.

Auch in Supermans Brust schlagen zwei Herzen. Im Alltagsjob arbeitet er als Journalist beim «Daily Planet» und zeigt sich als ungeschickter, mittelmässiger Mitarbeiter – wenn er sich das Hemd vom Leib reisst, ist er als furchtloser, stählerner Superheld unterwegs. Gegensätzlicher geht es nicht.

Peters und Waterman Jr. mit ihrer vorgangsorientierten Führungstheorie würden wohl auch den mittelmässigen Mitarbeiter Clark Kent zu Spitzenleistungen führen. Unzimperlicher gehen allerdings Beth Axelrod und Helen Handfield-Jones in einem Artikel für die «Harvard Business Review» vor. Für Mitarbeitende, welche sich im Job wie Clark Kent / Superman mittelmässig verhalten, definieren sie den Begriff «C-Player». Ihr Credo hier: Fordern oder feuern!

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Dies ist ein BILANZ-Artikel

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