So vielversprechend waren die Ergebnisse der Phase-II-Studie im Januar, dass es keine zwölf Stunden dauerte, bis Pharmapartner Novartis die Option aus der Schublade zog: Mit einer Meilensteinzahlung von 150 Millionen Franken zementierte der Basler Pharmagigant die Zusammenarbeit mit dem kleinen Medikamentenentwickler Molecular Partners aus Schlieren. Das vom Biotech-Start-up entwickelte Corona-Medikament Ensovibep wird von Novartis einlizenziert, und die Basler gehen jetzt auch in den Lead für eine Notfallzulassung.

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Eile macht in diesem Fall Sinn, denn Ensovibep zeigt sich in Labortests vor allem bei der derzeit grassierenden Omikron-Variante als starke Waffe. Von den wichtigsten Antikörper-Wirkstoffen gegen Covid verlieren bei dieser Variante fast alle ihre Wirksamkeit, während Ensovibep in vitro eine hohe Effektivität zeigt.

In der aktuellen Studie vom Januar reduzierte das Medikament zudem das Risiko einer Hospitalisierung um 78 Prozent. «Die Daten der Studie und die hohe Wirksamkeit auch gegen Omikron sind eine wichtige Validierung unserer Technologie», sagt CEO Patrick Amstutz.

Der Effort der Gründer um Amstutz wird auch an der Börse gewürdigt: Der Kurs ist seit Anfang Jahr um 44 Prozent gestiegen (Stand 25. Januar). Die Investoren mussten allerdings viel Geduld haben und immer wieder Enttäuschungen hinnehmen, was gegenüber der Aktie eine gewisse Grundskepsis etabliert hat.

So bekam 2020 ein Augenmedikament die Zulassung nicht, und im November 2021 gab es einen Rückschlag, als sich zeigte, das Ensovibep bei schwerkranken Spitalpatienten nicht helfen konnte. Der Kurs des Unternehmens schwankt denn auch stark.

Im Aktionariat findet derzeit eine Neukalibrierung statt: Mit Essex Woodlands ist Mitte Januar der letzte Venture Capitalist ausgezogen; er hat seine Anteile an BVF Partners verkauft, einen eher langfristig ausgerichteten Biotech-Investor aus den USA, der nun mit 12,2 Prozent grösster Aktionär ist. Die Gründer um Amstutz halten zusammen rund 10 Prozent, seit Langem schon Grossaktionär ist nebst Novartis mit rund 5,5 Prozent auch Ex-Synthes-Besitzer und Milliardär Hansjörg Wyss mit rund 6,3 Prozent.