Das sind die absoluten Überflieger. Nicht einmal Tech-Werte können da mithalten! Denn während die weltweit führende Technologiebörse Nasdaq in New York in den letzten drei Jahren zwar auch schon ein Plus von 50 Prozent bringt, sind die Schweizer Bergbahnen im ausserbörslichen Handel bei der Berner Kantonalbank im wirklichen Höhenflug. Der entsprechende Sub-Index mit seinen rund 80 Mitgliedern schoss in den letzten drei Jahren nämlich um 70 Prozent nach oben.

Das ist schon kurios. Denn Bergbahnen würden Anleger auf den ersten Blick nicht zu den zukunftsträchtigen Firmen zählen. Das Aus beim Mindestkurs zum Euro von 1,20 Anfang 2015 und der Wechselkursanstieg des Franken ist definitiv kein Glücksfall für Bergbahn- und Skibetreiber und bringt durch den starken Franken eindeutige Wettbewerbsnachteile.

Trotz Frankenstärke – der heimische Tourismus ist auf einem Rekordniveau…

Mussten Touristen aus dem Euroraum – die Gäste aus Deutschland sind immerhin die grösste Besuchergruppe des heimischen Tourismus – vor zehn Jahren für einen Franken nur rund 65 Euro-Cent bezahlen, so sind es inzwischen nämlich schon knapp 90 Euro-Cent. Durch den Wechselkursverlust, den schwachen Euro zum Franken, wurden so die Ferien für Gäste aus dem Euroraum in den letzten zehn Jahren alleine dadurch schon auch ohne die übliche Preissteigerung und Inflation um fast 50 Prozent teurer.

Nimmt man den Tourismussektor unter die Lupe muss man sich deshalb schon erstaunt die Augen reiben. Denn in den letzten drei Jahren verzeichnete die Branche in der Schweiz ein Plus bei den Übernachtungen von 8,7 Prozent. Alleine 2018 kletterte die Zahl der Logiernächte um 3,8 Prozent auf 38,8 Millionen. Das war so viel wie nie zuvor und wurde nicht einmal in der Zeit vor der Finanzmarktkrise in 2008 erreicht! Überproportional stark ging es dabei mit den Touristen aus dem Ausland nach oben.

… die Gästezahlen steigen und steigen und steigen

Während die Zahl der Übernachtungen von einheimischen Gästen in den letzten drei Jahren um 8,1 Prozent zulegen konnte, gab es bei Besuchern aus dem Ausland einen Anstieg um 9,2 Prozent. Diese stellen mit etwas mehr als 55 Prozent inzwischen auch bereits über die Hälfte der Logiergäste im Land.

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Bei der Bruttowertschöpfung der Branche gab es in dem Zeitraum sogar deutlich überproportionale Zuwächse. Alleine zwischen 2015 und 2017 kletterte diese um 13,1 Prozent auf 18,7 Milliarden Franken. Angesichts des deutlichen Übernachtungsplus im vergangenen Jahr dürfte 2018 die «19» vor dem Komma stehen.

Asien bringt hohe Zuwächse

Aus Deutschland gefolgt von den USA kommen zwar die meisten Gäste, doch Asien holt deutlich auf. Im vergangenen Jahr übernachteten 6,5 Prozent mehr Chinesen als noch 2017 in der Schweiz, Die Besucherzahl aus Indien kletterte um 9,1 Prozent und aus den südostasiatischen Ländern Thailand, Indonesien, Malaysia und Singapur kamen sogar über zehn Prozent mehr Gäste als im Jahr davor.

Im Kampf um nationale und ganz besonders die internationalen Gäste ist die heimische Tourismusbranche kreativ und unterstützt Trends wie etwa das Velofahren. Immerhin war das ein wichtiges Thema im Sommer 2018 und die Schweiz zählt inzwischen weltweit zu den begehrtesten Zielen für Mountainbiker. Die Bergbahn- und Skipistenbetreiber ihrerseits begegnen der aufgrund von Währungsvorteilen preislich günstigeren Auslandsdestination mit flexibleren Tarifmodellen.

Weiteres Wachstum zu erwarten…

Aber egal ob Berg oder Tal – wie es aussieht, stehen im heimischen Tourismus die Zeichen weiterhin auf Wachstum. Wegen reichlich Schnee und gutem Wetter stieg die Zahl der Logiernächte laut einer Studie der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) im vergangenen Winter um 0,6 Prozent.

Für die Sommersaison halten die Forscher der KOF sogar einen Anstieg der Übernachtungszahlen um 2,1 Prozent für möglich und prognostizieren für das Gesamtjahr immerhin ein Plus von 1,5 Prozent. Aber auch für die nächsten Jahre sind die Tourismus-Experten der ETH zuversichtlich. Im nächsten Jahr und in 2021 sollen die Übernachtungszahlen jeweils um zwei Prozent zulegen.

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… Anleger setzen auf Bergbahn und Tourismus…

Tourismus-Titel sind damit auch in den nächsten Jahren vielversprechend. Neben dem Klassiker des Sektors an der SIX, den Jungfraubahnen – die Aktie kletterte in den letzten drei Jahren immerhin um 40 Prozent und der Wert ist mit einem geschätzten 15er-KGV nicht teuer –, werfen Anleger auch wieder einen Blick auf die ebenfalls an der SIX gehandelten Bergbahnen Engelberg-Trübsee-Titlis.

Die Aktie tritt zwar in den letzten drei Jahren per Saldo nur auf der Stelle und hat in den letzten zwölf Monaten sogar 20 Prozent an Wert verloren. Aber mit einem geschätzten 14er-KGV sind die Titlis-Bahnen günstig zu haben. Zudem ist charttechnisch betrachtet die starke Unterstützung bei 350 Franken erreicht. Die Aktie könnte jetzt von dort nach oben abprallen und ganz schnell wieder auf 400 Franken klettern.

… und haben dabei auch ausserbörsliche Titel im Visier

Im ausserbörslichen Segment der Berner Kantonalbank fallen hinsichtlich Kursdynamik unter anderem positiv auf: Seiler Hotels Zermatt, Weisse Arena, Hoher Kasten Drehrestaurant und Seilbahn, Seilbahn Weissenstein, Zermatt Bergbahnen und Pilatus sowie die Rigi Bahnen. Bei den genannten Titeln ist die Liquidität der jeweiligen Aktien für ausserbörsliche Verhältnisse sogar überdurchschnittlich gut. Aber dennoch dort immer nur mit Limit ordern.

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