Die WM in Katar ist ein Grosserfolg bei den Zockern. Insgesamt würden während dem Turnier Online-Wetten in Höhe 35 Milliarden Dollar gemacht, wie Experten der britischen Bank Barclays schätzen. Das entspreche einem Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Turnier 2018 und sei unter anderem eine Folge der Pandemie, die das Interesse an Online-Glücksspielen getrieben habe. 

Die Wettaktivität werde ausserdem begünstigt, weil die Spiele in den Wintermonaten zur besten Zeit in Europa ausgetragen würden. Weniger Menschen seien in den Ferien. Dies gebe der Glücksspielindustrie einen zusätzlichen Schub, die ohnehin im beständigen Wachstum sei.

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Die Ergebnisse der Spiele in Katar seien bisher «etwas betreiberfreundlich» gewesen, so die Bank. Bis Freitagmittag habe es fünf Spiele ohne Sieger gegeben. Die Mannschaften trennten sich unentschieden – ein Ergebnis, von dem die Wettanbieter in der Regel profitieren, da die meisten Wettenden auf den Sieg einer Mannschaft setzen. Weitere vier Partien endeten seither unentschieden.

Lohn von Blatter und Infantino im Vergleich

Der alte und der neue Fifa-Präsident, Sepp Blatter und Gianni Infantino, streiten sich seit Jahren über alles. Nur beim Lohn, da gibt es nichts zu diskutieren. Verglichen mit Blatters Ansprüchen gebärdet sich Infantino fast schon bescheiden, wie ein Vergleich der WM-Jahre 2010 und 2022 zeigt.

Gemäss Finanzbericht kassiert Infantino im WM-Jahr in Katar ein Bruttogrundgehalt von 1,95 Millionen Franken, dazu kommt ein variabler Teil von 1,03 Millionen und eine Spesenpauschale von 30’000 Franken. Ergibt eine Gesamtkompensation von 3 Millionen. Dazu kommt – wie bei allen Fifa-Angestellten – die Übernahme sämtlicher PK-Beiträge und Sozialversicherungsleistungen durch den Arbeitgeber.

Unbescheidener sind die Dimensionen bei Blatter: Im WM-Jahr 2010 in Südafrika strich Blatter ein Grundgehalt von 2 Millionen ein, dazu erhielt er einen Sonderbonus von 10 Millionen zugesprochen.

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Nach Angaben von Bloomberg Intelligence ist das diesjährige Turnier das erste globale Sportereignis seit der Aufhebung der Beschränkungen für US-Sportwetten. Alleine das Wettvolumen aus den USA dürfte bei 1,7 Milliarden Dollar liegen. Im Vergleich ist das aber weiterhin eine bescheidene Summe. Die Wetten beim Super Bowl summieren sich auf 7,6 Milliarden Dollar.

Nach Angaben von Barclays, die sich auf Daten des Wettanalysten H2 Gambling Capital berufen, werden die Kunden lizenzierter Buchmacher bei dieser Weltmeisterschaft etwa 400 Millionen Dollar pro Gruppenspiel, etwa 1 Milliarde Dollar pro K.o.-Spiel und bis zu 2,5 Milliarden Dollar für das Finale einsetzen. Die Analysten warnten jedoch, dass die Lebenshaltungskostenkrise und die Vorweihnachtszeit zu einem Druck auf die Wettbörsen der Kunden führen könnten.

Für Zocker an der Börse ausserdem interessant: Barclays stuft die Ladbrokes-Muttergesellschaft Entain mit «Übergewichten» ein, da diese aufgrund ihrer starken Präsenz in Europa und Lateinamerika ein grösseres Engagement bei der Weltmeisterschaft hat als die Paddy Power-Eigentümerin Flutter Entertainment.

(bloomberg/ise)

Quotendesaster Qatar

Der einstige Strassenfeger Fussball lässt aktuell einen Grossteil der hiesigen Zuschauerschaft kalt. Den hart erarbeiteten 1:0-Erfolg der Schweiz am Donnerstag zum WM-Auftakt gegen Kamerun verfolgten in der Spitze nur 777’000 Deutschschweizerinnen und Deutschschweizer auf SRF zwei, wie das Medienhaus in einem Schreiben am Freitag bekannt gab. Das entspricht einem Marktanteil von 84,5 Prozent. 

Im Durchschnitt über die komplette Partie schauten 527’000 Personen aus der Deutschschweiz der Schweizer Nationalmannschaft zu. Dieser Durchschnittswert entspricht einem Marktanteil von 79,2 Prozent.

Aufgrund der ungewohnt frühem Anspielzeit am Donnerstagvormittag um 11 Uhr gab sich das SRF in der Mitteilung zufrieden mit der Quote. So habe das Publikum an den heimischen TV-Bildschirmen «in grosser Zahl» eingeschaltet. Zudem verzeichnete SRF mit insgesamt 980’000 Livestream-Starts auf seinen Kanälen einen neuen Rekord für einen einzelnen Livestream von SRF Sport.

Im Vergleich zu den Auftaktpartien der Schweizer Nati an früheren Fussball-Endrunden ist die TV-Einschaltquote aber schwach – sehr schwach. 

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