Die Hypothekenkrise ist auch an den Immobilienfonds, ­insbesondere den Real Estate Investment Trusts (REIT) und den darauf basierenden Indexfonds (ETF), nicht spurlos vorübergegangen, wie die ­unten stehende Tabelle zeigt. Für Anleger, die gerne gegen den Strom schwimmen, bieten sich jedoch ­gerade jetzt interessante Einstiegsmöglichkeiten. Zu diesem Schluss kommen auch die Analysten der Bank Julius Bär, die insbesondere REIT in den Vereinig­ten Staaten und in Asien für attraktiv halten.

Während Immobilienfonds einer breiten Bevölkerung vertraut sind, wie eine aktuelle Umfrage von Axa Winterthur ergab, sind REIT und insbesondere ETF auf REIT weitgehend unbekannt.

Ein REIT ist ein steuer­begünstigter Immobilienfonds. Er muss seine Erträge nicht versteuern, hingegen ­eine Mindestquote seines ­Gewinnes, in der Regel
90 Prozent, an die Anleger ausschütten und darf eine ­bestimmte Schwelle an Immo­bilienanlagen, in der Regel 75 Prozent des Fondsvermögens, nicht unterschreiten. Im Gegensatz zu herkömmlichen Immobilienfonds ­entfällt bei einem REIT daher die Doppelbelas­tung bei den Steuern.

So resultieren für die ­Anleger hohe Ausschüttungsrenditen von 4 Prozent, ­beziehungsweise von 1,5 bis 2,5 Prozentpunkten über die Rendite langfristiger Staats­anleihen hinaus. Eine weitere Auflage ist, dass REIT an der Börse kotiert sein müssen. ­Somit lassen sich für Schweizer Anleger steuerfreie Kapital­gewinne erzielen, und ein ­liquider Handel ist gewährleistet. Die Abhängigkeit von der Entwicklung anderer ­Anlagekategorien wie Aktien oder Obligationen ist relativ gering, weshalb sich diese ­Anlagen gerade in turbulenten Zeiten als Absicherungs­instrument anbieten.

Erstmals tauchten REIT um 1960 in den USA auf. Heute wird diese Anlageform in allen grossen Immobilienmärkten angeboten, seit 2006 auch in Deutschland. Rund um die REIT ist eine ganze Produktfamilie mit Indexfonds, Zertifikaten und Optionen entstanden. Das Marktvolumen dürfte die Grenze von einer Billion Dollar ­erreicht haben.

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Nur die Schweiz steht noch immer abseits. Eine Art REIT gibt es allerdings bereits. Hält nämlich ein Immobilienfonds seine Liegenschaften direkt und nicht über eine Zwischengesellschaft, entfällt auch hier die Doppelbesteuerung. Allerdings halten nur die wenigsten, wie etwa Solvalor, direkte Immobilienbestände. Andererseits entfällt aber die Doppelbesteuerung auch, sobald statt Dividenden steuerfreie Nennwertanteile ausbezahlt werden.

Zudem können sich Anleger in der Schweiz über ETF an REIT beteiligen. ETF sind Fonds, die auf einem Index ­basieren und an der Börse ­kotiert sind. Die Wertentwicklung hängt nicht vom Geschick eines Fondsmanagers ab, sondern folgt, abzüglich der geringen Verwaltungsgebühren, einem Index. Durch den ­Börsenhandel sind diese Fonds ­liquid und ermöglichen dem Anleger, mit bereits geringen Beträgen in ein diversifiziertes Portfolio an REIT zu investieren. Vor zwei Jahren lancierte iShares, ein Tochterunternehmen von Barclays Investor, den ersten solchen Immobilien-ETF von inzwischen fünf.