Die Zahl der Insolvenzen in der Schweiz ist massiv gestiegen. Ausgehend vom aktuellen Umfeld hat der internationale Kreditversicherer Allianz Trade für die Schweiz einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2022 um 28 Prozent auf 6550 Fälle registriert - gegenüber 5123 Fällen im Jahr 2021. Dies wäre ein neuer Höchststand seit dem Jahr 2018, in dem 6257 Firmenkonkurse verzeichnet wurden.

Weltweit zweistelliger Anstieg bei Insolvenzen

Die wirtschaftlichen Herausforderungen für Unternehmen sind aktuell vielfältiger denn je. Sie müssen viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten mit der Energiekrise, der drohenden Rezession, hohen Preissteigerungen und steigenden Zinsen. Gestörte Lieferketten setzen die Cashflows von Unternehmen zusätzlich unter Druck. In der Folge steigen auch die Insolvenzen wieder deutlich. Das geht aus der jüngsten Insolvenzsstudie von Allianz Trade hervor. Die Experten gehen von einem Anstieg der weltweiten Pleiten um 10 Prozent 2022 und 19 Prozent für 2023 aus.

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«Angesichts der zahlreichen aktuellen Herausforderungen ist es keine Überraschung, dass Insolvenzen wieder deutlich anziehen. Es handelt sich hierbei allerdings zunächst um eine sukzessive Normalisierung des Insolvenzgeschehens,» sagt Jan Möllmann, Co-CEO ad interim Allianz Trade Switzerland. «2023 dürften die weltweiten Insolvenzen in etwa das Niveau von vor der Pandemie erreichen.»

Die Schweiz gehört der Studie zufolge zur Gruppe der europäischen Länder, in denen der anhaltende Anstieg der Unternehmensinsolvenzen nicht nur bereits Realität ist, sondern zu den stärksten gehört – zusammen mit dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Spanien, den Niederlanden und Belgien. Für die Schweiz erwartet Allianz Trade im Jahr 2023 einen Anstieg der Unternehmensinsolvenzen um fünf Prozent auf 6900 Fälle. 

Besonders viele Konkurse im Raum Zürich

Bei den Firmeninsolvenzen 2022 fällt nach einer aktuelle Studie von Dun & Bradstreet der Zuwachs der Konkurse in Zürich besonders stark auf. Hier kam es mit 889 Fällen zu einem Plus von 37 Prozent. Doch auch im Tessin (+26 Prozent), in der Zentralschweiz (+25 Prozent), in der Südwestschweiz (+24 Prozent) und im Espace Mittelland (+21 Prozent) stieg die Zahl der Insolvenzen stark an.

Nach Branchen betrachtet, stechen besonders die Handwerksbetriebe und das Gastgewerbe durch sehr hohe Konkurszahlen negativ hervor. Das von Dun & Bradstreet analysierte Konkursrisiko im Vergleich zum durchschnittlichen Risiko aller Branchen war zudem auch in der Holz- und Möbelindustrie, im Baugewerbe, der Telekommunikation und dem Transportwesen stark erhöht. Ein geringes Risiko wiesen die Branchen Sozial- und Gesundheitsdienste, Immobilienmakler und Verwaltungen sowie Ausbildungsdienste auf.