Der Bundesrat ebnet mit der Nichtgenehmigung des Tardoc den Weg, um einen ambulanten Tarif zu implementieren, der von allen Tarif-Partnern gemeinsam erarbeitet wird. Damit nimmt der Bundesrat die eigenen Vorgaben an einen neuen Tarif ernst, die er vor einem Jahr klar kommuniziert hat. santésuisse ist erleichtert, dass der Bundesrat die Interessen der Prämienzahlerinnen und Prämienzahler angemessen gewichtet. Der Tardoc hätte zu weiteren Kostensteigerungen und damit zu zusätzlichen Prämienerhöhungen geführt. 

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Matthias Müller, Leiter Abteilung Politik und Kommunikation, santésuisse

Die Gesundheitskosten steigen aktuell so stark wie seit Jahren nicht mehr. Deshalb hat das Parlament in der laufenden Session nach Lösungen gesucht, um die Versicherten zu entlasten. Diese Zeichen der Zeit hat auch der Bundesrat erkannt, indem er den Tardoc nicht genehmigt. Er macht damit den Weg frei für ein gemeinsames Vorgehen aller Tarifpartner. Denn für eine nachhaltige Lösung zugunsten eines zukunftsfähigen ambulanten Arzttarifs müssen die Probleme und Blockaden aus der Vergangenheit beseitigt werden. Santésuisse möchte aktiv dazu beitragen, dass alle Tarifpartner gemeinsam ein Modell erarbeiten, das die Anliegen der Prämienzahlerinnen und Patienten ins Zentrum rückt. Dazu braucht es wie vom Bundesrat bestätigt eine auf Kostendaten basierende Tarifstruktur, ein langfristiges Kostenneutralitätskonzept und eine breit abgestützte Tariforganisation. 

Mit der Verabschiedung des ersten Kostendämpfungspaketes vor Jahresfrist hat das Parlament aufgezeigt, was zu tun ist: In einem nationalen Tarifbüro, das von allen Tarifpartnern getragen wird, soll der Tarif der Zukunft erarbeitet werden. santésuisse ist gewillt, dies zusammen mit den anderen Tarifpartnern unverzüglich an die Hand zu nehmen.