Fast jede dritte Frau in der Schweiz hat Bedenken, dass sie nach der Pensionierung ihren gewohnten Lebensstandard beibehalten kann. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der Axa bei 1000 Schweizerinnen und Schweizern. Im Zuge der Corona-Pandemie hat sich die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter weiter verschärft: Jede zweite Frau äussert seither noch mehr Sorgen, dass die Rücklagen nach Ende der Berufstätigkeit nicht reichen. 

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Ein Drittel der Frauen hat keine 3. Säule

Die Sorge der Frauen ist nicht unbegründet. Häufigere Teilzeitarbeit und geringeres Einkommen sind Gründe, warum Frauen Studien zufolge durchschnittlich rund ein Drittel weniger Rente aus der 1. Säule (AHV) und 2. Säule (BVG) als Männer erhalten. Der grössere Teil dieses sogenannten Pension Gender Gaps stammt aus der beruflichen Vorsorge.

Solche Vorsorgelücken liessen sich zum Beispiel über die 3. Säule schliessen. Doch gerade Frauen, die häufiger von Vorsorgelücken betroffen sind als Männer, sparen auch seltener in der 3. Säule: Während fast vier Fünftel der Männer über eine Säule 3a-Lösung verfügen, sind es bei den Frauen nur knapp zwei Drittel. Der Hauptgrund: Vielen Frauen fehlt schlichtweg das Geld. 

Höhe des Einkommens entscheidet

In der Axa-Umfrage gaben 68 Prozent der Frauen an, ihnen fehlten die finanziellen Mittel für Einzahlungen in eine 3. Säule. Da Frauen häufiger Teilzeit arbeiten und ein niedrigeres Einkommen haben, bleibt weniger übrig für das private Vorsorgesparen. Denn ob jemand in die 3. Säule einzahlt oder nicht, hängt stark von der Einkommenshöhe ab. Je höher das Einkommen, desto eher wird in der 3. Säule gespart, und zwar unabhängig vom Geschlecht: Bei einem Einkommen bis 6000 Franken pro Monat sparen 57 Prozent der Männer und 56 Prozent der Frauen in der Säule 3a, bei einem Einkommen über 6000 Franken sind es 88 Prozent der Männer und 84 Prozent der Frauen. 

Männer setzen häufiger auf Wertschriften 

Am beliebtesten ist sowohl bei Männern wie auch Frauen nach wie vor die klassische Säule 3a-Lösung, wobei der Anteil derjenigen, die zumindest teilweise auch auf Wertschriften setzen, in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Auffällig ist laut Axa, dass Männer deutlich häufiger auf Wertschriftenlösungen setzen als Frauen und so ein zusätzliches Renditepotenzial anstreben.

Wer seine private Vorsorge auf einem klassischen 3a-Konto parkiert, erhält heutzutage meist nur 0,2 Prozent oder weniger an Zins gutgeschrieben. Bei langem Anlagehorizont bieten insbesondere Wertschriftenfonds mit hohem Aktienanteil deutlich mehr Renditepotenzial. Für alle, die noch 20 Jahre oder mehr bis zur Pensionierung sparen, kann dies unter Umständen im Alter einen Unterschied von über 100'000 Franken ausmachen.

Kristian Kanthak, Leiter Private Vorsorge bei der Axa Schweiz, ist überzeugt: “Viele Vorsorgesparer könnten das Potenzial der 3. Säule noch deutlich besser nutzen. Gerade auch Frauen, die aufgrund von Teilzeitarbeit oder Erwerbsunterbrüchen allfällige Vorsorgelücken haben, könnten diese anhand der 3. Säule mit Wertschriftenanteil spürbar verbessern, selbst wenn sie nicht den Maximalbetrag einbezahlen, sondern sich für kleinere Summen entscheiden.” (pm/hzi/mig)