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Steht der Euro vor dem Ausbruch?

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Devisen: Blick in den Tresor der Zürcher Kantonalbank.Quelle: Keystone

Seit langem steigt der Dollar. Während manche Anleger auf Greenback-Rekorde setzen, warnen Experten: Der Euro könnte vor dem Rebound stehen.

Von Georg Pröbstl
am 05.05.2019

Die letzte Empfehlung in stocksDIGITAL zum US-Dollar ging voll auf. Im Oktober 2017 hatte die Redaktion steigende Kurse des Greenback im Verhältnis zum Euro vorausgesagt. Und tatsächlich: Seither konnte die US-Devise zur europäischen Einheitswährung rund sieben Prozent gewinnen. 

Sieben Prozent scheint zwar auf den ersten Blick nicht viel, aber bei Devisen gelten andere Regeln und sieben Prozent sind da jede Menge! Und so gingen die von stocksDIGITAL vor 18 Monaten empfohlenen Hebelprodukte auf den Dollar steil nach oben. 

Der Dollar steigt und steigt und steigt…

Zum einen bringt der damals besprochene Put auf das Verhältnis Euro zum Dollar (ISIN: CH0200973698, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out 1,2839) ein Plus von 50 Prozent, zum anderen hat sich der damals ebenfalls empfohlene Call auf den Dow Jones (ISIN: CH0367858674, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 20704,3041) sogar verdoppelt. Denn nicht nur der Dollar wurde stärker, sondern auch US-Aktien.

Dabei hat sich der Wertanstieg des Dollar zum Euro in den letzten Monaten noch beschleunigt.  Seit Anfang Oktober kletterte der Dollar zum Euro um fast vier Prozent von 0,86 knapp unter den wichtigen Widerstand bei 0,90 Euro. Spekulativ orientierte Anleger positionieren sich schon jetzt um bei einem Sprung des Greenback über diese Hürde bei einem möglichen charttechnisch bedingten weiteren Kursschub mit dabei zu sein.

… aber die Risiken des Absturz nehmen zu

Und auch zum Franken zeigt sich der Dollar in den letzten sechs Wochen stark. Seit Mitte März konnte die US-Devise zur heimischen Währung um mehr als drei Prozent zulegen. Und auch beispielsweise zum australischen Dollar oder den Devisen von einigen Emerging Markets konnte der Greenback an Wert gewinnen. Anleger fragen sich: Wie geht es mit dem Dollar weiter?

Experten warnen: Wer jetzt auf den fahrenden Dollar-Zug aufspringt, könnte auf dem falschen Fuss erwischt werden und damit vom Zug fallen. Zuerst einmal: Der aktuelle Aufschwung des Dollar geht insbesondere auf das Konto der starken US-Wirtschaft. Die Konjunktur in den USA dürfte im ersten Quartal überraschend robust gewesen sein und die US-Berichtsaison läuft unerwartet gut.

US-Berichtsaison – die Erwartungen werden übertroffen

Vor einigen Tagen hatte knapp die Hälfte der US-Firmen im breiten Aktienindex des S&P 500 die Zahlen zum Dreimonatszeitraum Januar bis März auf den Tisch gelegt. 77 Prozent davon lagen beim Gewinn über der Erwartung der Analysten und 59 Prozent konnten auch beim Umsatz den Konsens der Experten übertreffen.

Steigende Börsen und stabile Ökonomie sind zwar gut für die Währung. Aber Gegengewichte zum Dollar könnten jetzt zum Tragen kommen. „Die Konjunktur in anderen Ländern rund um den Globus, könnte positiv überraschen. Zudem bringt der Kursanstieg des Dollar den Exporten der USA Gegenwind und das dürfte die US-Wirtschaft schwächen“, erklärt Daniel Katzive, Währungsexperte bei BNP Paribas.

Experten sagen: Der Dollar ist überbewertet

Die Ökonomen der Bank betrachten beispielsweise den Euro im Verhältnis zum Dollar als günstig bewertet. Die BNP-Experten sehen nämlich einen fairen Wert für das Wechselkursverhältnis Euro zu Dollar von rund 1,25. Ein Euro entspräche danach 1,25 Dollar und nicht wie aktuell nur 1,11 Dollar. Der Euro wäre danach derzeit um mehr als zehn Prozent unterbewertet. Und im Verhältnis zu den Währungen der G10 Staaten sehen die Devisenfachleute des Finanzhauses sogar eine Überbewertung von rund 15 Prozent. 

„Man sollte dem Momentum des US-Dollar nicht folgen. Wir favorisieren ein Szenario mit einem  Ausbruch des Euro“, sagt BNP-Devisenfachmann Katzive. Die Charttechnik auf jeden Fall bietet dazu reichlich Phantasie. Denn der Euro ist zum Dollar zwar seit rund einem Jahr im Abwärtstrend, doch Europas Einheitswährung konnte von der unteren Begrenzungslinie dieses Trends schon mehrmals schnell nach oben drehen. Kursgewinne um drei oder vier Prozent waren da fast immer drin.

Der Euro könnte jetzt nach oben ausbrechen

Und dann könnte der Chart ganz schnell weitere Chancen eröffnen. Denn die für charttechnisch orientierte Anleger wichtige 100- und auch die 200-Tage-Linien verlaufen bei 1,13 und 1,14 Euro für den Dollar. Mit einem Call (ISIN: CH0398764982, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1,048, 15er-Hebel) auf den Euro zum Dollar setzen Anleger auf einen schnellen Rebound der EU-Devise und einen Ausbruch über die 100- und 200-Tage-Linien.

Aber übrigens auch der Franken bietet charttechnische Phantasie zum Dollar. Denn zum Neunjahrestief bei 0,97 zum Dollar fehlen der heimischen Devise nur noch wenige Punkte. Von Währungsrelationen in diesem Bereich kam es aber seit 2015 schon wiederholt zum schnellen Turnaround nach oben. Da waren jedes Mal Kurssteigerungen innerhalb weniger Monate von etwa fünf Prozent und mehr drin. Mit einem Put auf das Währungspaar Dollar/Franken lässt sich dieses Szenario schön spielen (ISIN: CH0443861361, Laufzeit endlos, Basis und Knock-out jeweils 1,1157, Hebel 10,4). Wie bei der Call-Spekulation auf den Euro verspricht auch dieser Put auf den Dollar schon bei kleinen Steigerungen des Franken ganz schnell zweistellige Kursgewinne.

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