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Robotech-Fonds
Wie Investieren in Robotik und Automatisierung lohnt

Robot sitting on chair in underground station, one walking with laptop
Roboter: Dringen in immer mehr Lebensbereiche und Branchen vor. Quelle: Westend61 / Anna Huber

Ob OP-Roboter oder selbstfahrende Autos – immer mehr Branchen setzen Roboter ein. Von dieser Entwicklung können auch Investoren profitieren. 

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 01.10.2018

Die Wirtschaft ist im Wandel: Roboter und künstliche Intelligenz verändern die Arbeitswelt. Einige Ökonomen befürchten, dass Menschen in vielen Jobs durch Maschinen ersetzt werden. Andere sprechen vom Potenzial der digitalen Wirtschaft, für mehr Wohlstand auf der Welt zu sorgen. Fest steht, dass der technologische Wandel sich nicht aufhalten lässt. Was für manche bedrohlich klingt, birgt gleichzeitig Chancen – auch für Investoren.

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Diesen Zukunftstrend haben die Experten der Investmentgesellschaft Axa erkannt und einen Aktienfonds aufgelegt. Der Fonds namens Axa World Funds Framlington Robotech investiert in Unternehmen aus den Bereichen Automatisierung und Robotik. Allerdings setzen die Axa-Investmentmanager neben den klassischen Bereichen wie Automatisierung und Industrieroboter auch auf Verkehr und Gesundheit. Jeweils 35 Prozent des Portfolios sind im Bereich der industriellen Automatisierung sowie im Bereich Software und Künstliche Intelligenz investiert. Weitere 15 Prozent sind Aktien von Unternehmen aus den Bereichen Verkehr etwa im Zusammenhang mit autonomen Fahren und Gesundheit beispielsweise Roboterchirurgie. 

Roboterdichte

Im Fonds sind rund 59 Aktien, die meisten von mittleren und grossen Unternehmen, aber auch einigen Grosskonzernen wie Siemens, Amazon, Alphabet und Apple. Alle Unternehmen investieren stark in Automatisierung, rund die Hälfte ist im Bereich Informationstechnologie tätig, der Rest vor allem in Industrie und Gesundheitsbranche. Die meisten Unternehmen im Portfolio sitzen in den USA, gefolgt von Japan und Europa. «Viele denken bei den Themen Automatisierung und Robotik vor allem an Start-ups. Doch nicht Jungunternehmen investieren am stärksten in Technologie und Innovationen, sondern grosse Player wie die führenden Tech- und Industrieunternehmen,» sagt Tom Riley, verantwortlicher Fonds-Manager von Axa Investment Managers.

Neben dem Axa-Fonds gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, in den boomenden Markt zu investieren. Aktiv verwaltete Robotik-Fonds bieten mit der Credit Suisse und Pictet auch zwei Schweizer Institute an. Ebenso können Anleger in eine Reihe von passiven ETFs investieren, die den entsprechenden Index abbilden.

Aktienfonds

AXA WF Framlington Robotech Fonds (ISIN: LU1529784560)

Global Robotics Equity Fund der Credit Suisse (ISIN: LU1330433571)

Pictet Robotics (ISIN: LU1279333675)

Indexfonds (ETFs)

Global X Robotics & Artificial Intelligence ETF (ISIN: US37954Y7159)

iShares Automation & Robotics UCITS ETF (ISIN: IE00BYZK4552)

Solactive Robotics and Drones Index (ISIN: CH0243217020)

Lyxor Robotics & AI ETF (ISIN: LU1838002480)

Wachstumsmarkt

Studien zufolge soll der Markt für Robotik stark wachsen. Während der Einsatz von Industrierobotern zwischen 2005 und 2013 jährlich um 5 Prozent stieg, wächst der Markt seit 2014 jährlich um 15 Prozent. Bis 2020 erwarten Experten, dass über ein halbe Million Industrieroboter weltweit eingesetzt werden. Das bietet Chancen: Seit Lancierung im Dezember 2015 hat der Fonds um 65 Prozent zugelegt – das sind 29 Prozent mehr als der globale Aktienindex MSCI AC World

Doch es gibt auch Risiken, denn möglicherweise wird sich nicht jeder Hersteller durchsetzen. Die Risikobewertung des Fonds ist mit der Einstufung 5 auf einer Skala 7 als der höchsten Risikostufe entsprechend.  Tom Riley betont, wie wichtig das Timing gerade bei Technologie-Investments sei, da es sich um Zukunftsmärkte handelt. «Wir investieren in Unternehmen, die neue zukunftsträchtige Produkte und Technologien entwickeln. Wir sind kein Wagniskapital-Fonds, deshalb investieren wir nicht in Start-ups.”

Wachstumspotenzial

Die Technologie ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass Roboter auch anspruchsvolle und feinmechanische Tätigkeiten übernehmen können und somit die Produktivität steigern. Gleichzeitig werden Roboter immer erschwinglicher und einfacher zu programmieren. Demgegenüber stehen die steigenden Arbeitskosten, und zwar nicht nur in den Industrieländern, sondern auch in Schwellenländern. In China steigen die Arbeitskosten seit 2000 jährlich um 12 Prozent – ab 2020 noch stärker. Gleichzeitig schrumpft die Erwerbsbevölkerung in vielen Ländern – etwa in China und Japan. Das öffnet neue Märkte: Allein der steigende Automatisierungsbedarf in China hat enormes Potenzial. 

Automatisierung

Heute werden am meisten Industrieroboter noch in den führenden Autoherstellerländern wie Südkorea, Deutschland und Japan eingesetzt. Im weltweiten Durchschnitt gibt es derzeit 74 Roboter pro 10’000 Arbeitnehmenden, so die jüngste Statistik der International Federation of Robotics. Bei der Entwicklung und Vermarktung von Robotik und Technologie sind die USA führend, was sich auch im Portfolio des Axa-Fonds widerspiegelt. Investmentschwerpunkt sind US-Unternehmen mit einem Anteil von über 60 Prozent, gefolgt von Japan mit etwa 15 und Europa mit rund 12 Prozent.

Den grössten Anteil im Portfolio haben die Aktien von Amazon und Alphabet, doch die Axa-Investmentmanager setzen auch stark auf mittelgrosse Unternehmen. Schweizer Unternehmen sind keine mehr vertreten – bis vor einigen Monaten hatte der Fonds noch ABB im Portfolio. Doch wegen der Auswirkungen der US-Strafzölle auf bestimmte Unternehmen haben die Investmentspezialisten umgeschichtet und den Anteil von Industrieaktien im Fonds zugunsten von Aktien aus der Gesundheits- und Softwarebranche reduziert. «Wir waren zuvor in ABB investiert, doch die Handelspolitik von US-Präsident Trump hat uns etwas vorsichtiger werden lassen,» sagt Riley.