Die hohe Inflation in den USA geht nur langsam zurück. Die Teuerungsrate für Waren und Dienstleistungen fiel im September auf 8,2 Prozent von 8,3 Prozent im August, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte.

Von Reuters befragte Experten und Expertinnen hatten mit 8,1 Prozent gerechnet. Immerhin war es der dritte Rückgang in Folge. Dennoch liegt die Inflationsrate immer noch viermal so hoch wie von der Notenbank Fed angestrebt.

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Steigende Kerninflation

Am meisten Sorgen machen dürfte den Währungshütern der Anstieg der Kerninflation. Dieses Inflationsmass ohne die Preise für Energie und Lebensmittel hat von 6,3 auf 6,6 Prozent zugenommen. Die höchste Kernrate seit vierzig Jahren zeigt, dass sich der Preisauftrieb verfestigt hat und nicht bloss einige Güter und die Energie betrifft.

Weltweit gaben die Aktienkurse nach Bekanntgabe der Daten nach. So drehte der deutsche Dax ins Minus. Unter Anlegern und Anlegerinnen geht die Furcht um, dass die Fed mit einem zu aggressiven Kurs die Wirtschaft abwürgen könnte. Zugleich wertete der Dollar auf. Unterdessen müssen US-Immobilienkäufer für eine dreissigjährige Festhypothek fast 7 Prozent bezahlen. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind nach Publikation der Inflationszahlen über das Niveau von 4 Prozent gesprungen.

Die Federal Reserve treibt den Leitzins seit Monaten in Riesenschritten nach oben, um die Inflation zu drücken. Im September erhöhte sie den Leitzins bereits zum dritten Mal in Folge ungewöhnlich kräftig um einen Dreiviertel-Prozentpunkt. Er liegt damit aktuell in einer Spanne von 3,00 bis 3,25 Prozent.

Die Währungshüter signalisierten auf ihrer September-Sitzung, dass sie nachlegen und ihn bis zum Jahresende im Mittel auf ein Niveau von 4,25 bis 4,50 Prozent hieven könnten. Ende 2023 soll der Leitzins laut ihren Projektionen dann bei 4,50 bis 4,75 Prozent landen. 

US-Inflation drückt Börsen ins Minus

Die Aussicht auf ein anhaltend strammes Zinserhöhungstempo in den USA schickte die Börsen auf eine Berg- und Talfahrt. Der Schweizer Leitindex SMI ist nach Bekanntgabe der Inflationszahlen um 1,3 Prozent zurückgefallen, erholte sich im Anschluss aber wieder und schloss am Ende mit einem leichten Plus. 

Gefragt waren die Bankentitel. Die Credit Suisse schiesst um 6,38 Prozent in die Höhe, die UBS gewinnt 3,47 Prozent.  

In den USA ist der Dow Jones ist mit einem Minus von 1,7 Prozent gestartet. Auch der Nasdaq (-2,8 Prozent) und der S&P (-2,1 Prozent) haben haben tiefrot losgelegt. Im weiteren Handelsverlauf stiegen die Indizes aber wieder. Um 17.30 Uhr Schweizer Ortszeit lag der Dow Jones gar wieder 1,7 Prozent im Plus. 

(Reuters/bsc/mth/rop)