In den Nullerjahren stieg das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf steil an, doch nach der Finanzkrise war Schluss: 2009 gab es einen Rückschlag, die Schweizerinnen und Schweizer wurden im Schnitt gut 3 Prozent ärmer. Und danach ging es nur noch sehr langsam bergauf.

Nun wirft uns Corona-Krise fast wieder auf das Niveau der Finanzkrise zurück. Der Einbruch ist massiv: Um rund 6 Prozent wird das Volkseinkommen in diesem Jahr voraussichtlich schrumpfen. Lag das BIP im vergangenen Jahr noch bei rund 81'000 Franken pro Kopf, dürften es 2020 rund 5000 Franken weniger sein. 

Langsame Erholung

Die gute Nachricht: Behalten die Konjunkturprognostiker recht, dann dürfte sich die Wirtschaft im kommenden Jahr schon wieder kräftig erholen. Allerdings würde es das Pro-Kopf-Einkommen lediglich auf das Niveau von 2016 schaffen.

Immerhin: Selbst nach dem stärksten Rückschlag der Nachkriegszeit wird der durchschnittliche Bewohner vermutlich noch etwas wohlhabender sein als noch vor zehn Jahren oder vor der Finanzkrise.

So ist die Schweiz zwar das zweitreichste Land der Welt. Doch wie langsam der Wohlstand hierzulande wächst, zeigt sich insbesondere im internationalen Vergleich. In Luxemburg – dem reichsten Land – verdoppelte sich das Pro-Kopf-Einkommen seit der Jahrtausendwende nahezu. Ganz zu schweigen von China, wo sich das Einkommen je Einwohner seither verzehnfachte. Auch in den USA und Grossbritannien war das Wachstum viel rasanter.

Als Hauptgrund nennen Experten die Arbeitsproduktivität, welche in den vergangenen Jahren kaum stieg. Die OECD bemängelt dies bereits seit einiger Zeit. Unter den 37 Mitgliedsländern liegt die Schweiz in der Rangliste des Produktivitätswachstum sogar nur auf Platz 25. 

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