Wie sehr das Corona-Virus den internationalen Handel gelähmt hat, verdeutlicht der Langzeitvergleich über 30 Jahre: Nur wenige Male lagen die Ausfuhren überhaupt unter der Vorjahresperiode (siehe Grafik unten).

Den deutlichste Einschnitt kennzeichnet die Finanzkrise (-12,5 Prozent), die Abschaffung des Mindestkurses 2015 verbuchte dagegen «nur» mit einem Rückgang von 2,6 Prozent.

Uhrenverkäufe stark betroffen

Zwei Drittel des Umsatzrückgangs fallen auf die Bijouterie und die Uhrenverkäufe zurück. Kumuliert büssten deren Exporte 4,1 Milliarden Franken ein, die Uhrenverkäufe sanken auf das Niveau von 1999 zurück.

Metall, Maschinen und Elektronik büssten 2,2 Milliarden Franken Umsatz ein, die Pharmabranche 1,2 Milliarden Franken, prozentual bedeutet das aber lediglich einen Rückgang von knapp 4 Prozent. Auch in der Krise zeigt sich, dass die Pharmaexporte längst das Rückgrat der Schweizer Exporte bilden (siehe: «Der trügerische Boom bei den Schweizer Exporten»).

Die Corona-Pandemie bewirkt also einen nahezu beispiellosen Rückgang – zumindest für das zweite Quartal. Bereits im Mai und Juni erholte sich der Aussenhandel leicht wieder, was für das zweite Halbjahr optimistisch stimmt.

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Der Rückgang der Exporte verteilt sich über alle wichtigen Absatzmärkte der Schweiz. Die Ausfuhren in die USA sanken um knapp ein Fünftel, auch Asien und Europa fragten deutlich weniger Schweizer Produkte nach als im Vorquartal.

Allein diese drei Märkte bedeuteten eine Umsatzeinbusse von mehr als 7 Milliarden Franken für die Schweiz. Die Warenlieferungen nach Frankreich sanken auf das Niveau von 2001, Italien sogar 1997. Auch Grossbritannien bezog deutlich weniger als zuletzt. Auch hier besteht Hoffnung für die kommenden Monate. 

(me)