Japans Notenbank sieht Insidern zufolge das Ende bei den Negativzinsen womöglich noch nicht erreicht. Die Währungshüter loteten zurzeit Schritte für ihren Strategiecheck aus, um den Finanzmärkten zu versichern, dass ihr Handlungsspielraum noch nicht erschöpft sei, sagten mehrere mit den Überlegungen vertraute Personen. Die Massnahmen könnten Änderungen in der Kommunikation oder am Stufensystem für den Negativzins umfassen.

Schon seit längerer Zeit müssen japanische Geschäftsbanken auf einen Teil ihrer überschüssigen Gelder, die sie bei der Notenbank parken, Strafzinsen zahlen. Die Bank von Japan hatte angekündigt, im März das Ergebnis der Überprüfung ihrer geldpolitischen Instrumente bekanntgeben zu wollen.

Die Währungshüter um Notenbank-Chef Haruhiko Kuroda wollen angesichts der Corona-Pandemie ihre Geldpolitik noch nachhaltiger und effektiver gestalten, um auf künftige Schocks für die Wirtschaft zeitnah reagieren zu können. Aktuell liegt das kurzfristige Zinsziel der Notenbank bei minus 0,1 Prozent, der Zielwert für die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bei null Prozent.

Lockere Geldpolitik zehrt an Gewinnen der Banken

Es gebe noch keinen Konsens, was die endgültigen Entscheidungen angehe, sagten die Insider. Die Massnahmen sollen die am Finanzmarkt dominierende Überzeugung zerstreuen, dass die Notenbank ihre Konjunkturhilfen nicht noch weiter aufstocken und den Negativzins nicht noch tiefer ansetzen könne. Viele Analysten sind der Ansicht, dass die Hürde dafür hoch sei, da die ultratiefen Zinsen mittlerweile an den Gewinnen der Banken zehrten.

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(reuters/gku)