Der erste Infektionsfall mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron in den USA hat die Anleger an den asiatischen Börsen am Donnerstag verunsichert. Im Sog einer schwächeren Wall Street fiel der Tokioter Leitindex Nikkei um 0,7 Prozent auf 27’753 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent. Die Börse in Schanghai lag 0,1 Prozent im Minus.

«Es gibt eine Reihe offener Fragen zu der neuen Variante, die weitgehend unbeantwortet bleiben und noch Tage oder Wochen unbeantwortet bleiben werden», sagte Kyle Rodda, Analyst bei IG Markets in Melbourne.

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Allerdings hätten die Märkte auf die Nachricht aus den USA etwas überreagiert, fasste Norihiro Fujito, Chefstratege beim Vermögensverwalter Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities, zusammen. «Als bekannt wurde, dass nur eine Person in den USA infiziert ist, ging es mit US-Aktien abwärts – als ob das wichtiger sei, als dass laut ADP-Bericht 534’000 Menschen einen Job bekommen.» Anleger, die langfristig mit steigenden Aktiennotierungen rechneten, dürften nun zugreifen, ergänzte er.

Transportsektor hart getroffen

Tatsächlich griffen Schnäppchenjäger in Asien bei Aktien von Arzneimittelherstellern und einigen wachstumsorientierten Titeln zu. Dem von der Pandemie besonders betroffenen Transportsektor ging es hingegen an den Kragen. Die Aktien der Fluggesellschaften Japan Airlines und ANA Holdings verloren bis zu 2,5 Prozent. Zugbetreiber East Japan Railway gaben 3,5 Prozent nach, Keisei Electric Railway fielen um 1,8 Prozent.

In China stützte ein festerer Immobiliensektors den Gesamtmarkt. Drei chinesische Entwickler, darunter die Hauptbetriebsplattformen von Country Garden Holdings und Longfor, wollen den heimischen Kapitalmarkt anzapfen und Anleihen begeben. Das linderte die Sorgen der Anleger hinsichtlich der angespannten Liquiditätslage in dem Sektor etwas, sagten Händler.