Sowohl die Lufthansa-Tochter Swiss als auch British Airways bieten Geschäftsreisenden nach New York reine Business-Class-Verbindungen an. Das heisst, die eingesetzten Flugzeuge sind jeweils nur mit Sitzreihen der jeweiligen Klasse bestuhlt. Im Fall von Swiss landet man in New York Newark, startet dafür vom Flughafen Zürich. Im Fall von British landet man in New York JFK, startet indes vom London City Airport. Die Reisezeit beträgt jeweils rund 9 Stunden.

Swiss: LX 18 – Zürich–New York Newark

Swiss lässt diesen Flug von der Genfer Fluggesellschaft PrivatAir mit einer umgebauten Boeing B-737-800 vornehmen. Die 56-plätzige Maschine weist eine reine Business-Class-Bestuhlung auf. Das fliegende Personal stellt PrivatAir, die Service-Prozeduren sind die gleichen wie bei Swiss. Auch das Getränke- und Essensangebot ist mit den «normalen» Business-Class-Flügen von Swiss auf dieser Strecke weitgehend identisch.

Allerdings verwöhnt Swiss hier die Passagiere vor dem Abflug kurz nach 17 Uhr noch etwas: Direkt vor dem Einstieg gibt es – von einer «mobile Lounge» aus gereicht – Drinks und Snacks für die Passagiere, die es erst in letzter Minute auf diesen Flug geschafft haben.

An Bord gab es während des Testflugs als Auswahl drei Abendessen, kurz vor der Landung noch einen kleinen Snack. Das Entertainment-Programm besteht hier aus mobilen DVD-Playern und einem reichhaltigen Filmangebot.

Der Sitz ist fast der gleiche wie in der Business-Class der Swiss-Mutter Lufthansa: Blau, schräg, die Füsse kommen unter den Vordersitz. «Ich bin beim Lie-gen nach vorne gerutscht», notierte unser Testkunde, «denn auch die leichte Decke aus Kunststoff gibt wenig Halt.» Die jetzt in den Airbus A330 von Swiss eingebauten neuen Business-Class-Sitze sind bequemer. Darüber hinaus hört man auch, dass die Aerodynamik der Boeing 40 Jahre alt ist – der Lärm in der Kabine ist hoch, höher als in den viel jüngeren Airbus-Modellen. Aufschlussreich ist zudem ein Spaziergang durch die Kabine: In den ersten drei Reihen ist es deutlich ruhiger als dahinter, weil es in der Mitte dröhnt und eine laute Resonanz aus dem Flugzeugboden gibt; weiter hinten hört man den Triebswerklärm am deutlichsten. «Ich würde deshalb hier nur ganz vorne mitfliegen», rät unser Testkunde.

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Die Einreise in Newark – der Flughafen liegt westlich von Manhattan – war problemlos, zumal dann kaum andere internationale Flüge ankommen. «Die US-Immigration war innert drei Minuten erledigt, drei Minuten später sitzt man im Taxi», lautet das Fazit – allerdings hatte der Proband wie üblich lediglich sein leichtes Handgepäck dabei.

British: BA 001 – London–New York JFK

British Airways vermarktet diese Verbindung unter einer der alten Concorde-Flugnummern. Der zu einem Drittel besetzte Airbus A318-100 – es ist eine Spezialversion mit ausschliesslicher Business-Class-Bestuhlung und nur 32 statt 107 Sitzplätzen – startet um 13 Uhr.

Weil auf dem London City Airport die Piste zu kurz ist, muss das Flugzeug einen kurzen Tankstopp im irischen Shannon einlegen. Shannon ist aus historischen Gründen einer der ganz wenigen Orte ausserhalb der USA, wo die amerikanische Einreise- und Zollbehörde präsent ist. «Die 40 Minuten Aufenthalt wurden so produktiv genutzt – die Abfertigung ist sehr rasch, das jeweils für einige Jahre hier freiwillig rekrutierte Personal freundlich», notierte unser Testkunde. Den grössten Vorteil hat man als Passagier bei der Einreise in die USA selbst: In New York JFK gilt dieser Flug dank der Kontrolle in Shannon als Inlandverbindung. Zehn Minuten nach der Landung sitzt man im Taxi Richtung Manhattan. In die umgekehrte Richtung ist der Flug nonstop. Wer den London City Airport kennt, weiss, dass sich Landungen wie auf einem Flugzeugträger anfühlen: Es geht steil runter, dann wird etwas unsanft aufgesetzt, es folgt eine Vollbremsung und die Maschine biegt kurz vor dem Pistenende ab. Hier schaffte der Pilot eine ausgesprochen sanfte Landung. Der Rest, wie die fünf Minuten zwischen Flugzeugtreppe und Gepäckband, erwies sich als Kinderspiel. Aber das hat vor allem mit dem kleinen Flughafen zu tun – und weniger mit der Wahl der Airline.

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Das Essen an Bord war branchenüblich: Drei Hauptgänge (Fleisch, Fisch und vegetarisch), das Entertainment-System wird aus Gewichtsgründen jeweils als iPad-ähnliches Teil auf Wunsch dem Passagier ausgehändigt und in eine entsprechende Halterung eingeschoben.

Der grösste Pluspunkt gegenüber dem Swiss-Flug mit PrivatAir ist der Sitz: British hat hier richtig komfortable Flat-Betten eingebaut. Sie gleichen etwas den Sitzen, welche Swiss in der First Class hat (die Fussstütze ist ein Teil des Betts) und sind deutlich bequemer als die jetzt bei der Swiss neu installierten Modelle. Zudem ist der A318-100 deutlich angenehmer und leiser als die B-737-800. Für New-York-Reisende, die in London in der nahen Canary-Wharf-Umgebung einige Stunden zu tun haben, ist dieser Flug trotz Umsteigen ab der Schweiz perfekt.