Das Mining von Kryptowährungen wie etwa Bitcoin gilt als Umweltsünde. Alleine die Bitcoin-Miner fressen mehr Strom als das Land Norwegen. Schlimmer aber: In China, wo trotz Restriktionen des Staates nach wie vor viele Miner sitzen, wird dieser Strom auch aus Kohlekraftwerken gewonnen. 

Auch heute werden weltweit 247 Terawattstunden Strom jährlich für das Bitcoin-Mining aufgewendet. Der gesamte Stromkonsum der Welt beläuft sich im Vergleich auf 154’750 Terawattstunden. 1 Terawattstunde sind eine Milliarde Kilowattstunden.

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Das bedeutet: Bitcoin macht rund 0,16 Prozent des weltweiten Strombedarfs aus, wie das Bitcoin Mining Council in seinem neusten Bericht zeigt. Das Bitcoin Mining Council ist ein Zusammenschluss von weltweiten Mining-Unternehmen. 

Musk als Kritiker

Der neue Twitter-Besitzer Elon Musk hat sich in einem seiner viel beachteten Tweets auch schon negativ über die Umweltbilanz von Bitcoin geäussert. Er distanzierte sich dabei von der Kryptowährung im Zusammenhang mit dem Bitcoin-Bestand bei Tesla. 

Ohne Strom kein Bitcoin – die Kritik an der Umweltbilanz der Kryptowährung ist berechtigt. Doch der Bericht des Bitcoin Mining Council zeigt Überraschendes: Beinahe 60 Prozent des Stroms, der heute für das Mining verbraucht wird, stammen aus erneuerbaren Energien.

Im Zeitraum von Januar bis März betrug der nachhaltige Strommix für Bitcoin-Mining 58,4 Prozent. Im Vorjahr waren es noch 36,8 Prozent gewesen, wie der Bericht zeigt. Das bedeutet, dass Bitcoin zwar immer noch ein Stromfresser ist, aber sich zunehmend aus erneuerbaren Energien speist.

Mining wird effizienter

China ist trotz Verboten führend beim Mining. Es macht rund 40 Prozent weltweit aus. Gefolgt von den USA mit rund 25 Prozent. Im Vergleich des Council verbraucht das Bitcoin-Mining ungefähr so viel Strom wie die Gaming-Industrie. 

Die Bitcoin-Mining-Hashrate ist im ersten Quartal um 23 Prozent gestiegen. Mit der Hashrate ist die Geschwindigkeit gemeint, die für die Rechenoperationen zur Erstellung eines neuen Blocks in der Blockchain benötigt wird.

Trotz dieser Steigerung sank der Energieverbrauch zur Gewinnung von Bitcoin um 25 Prozent, die Mining-Effizienz stieg um 63 Prozent. 

Die Kritik an der CO2-Bilanz des Bitcoins bleibt. Laut einem Bericht der «New York Times» haben die Einschränkungen von China beim Bitcoin-Mining nicht dazu beigetragen, die Umweltbilanz zu verbessern. Sie sei sogar tendenziell schlechter geworden, seitdem Länder wie Kasachstan oder die Mongolei sich im Bitcoin-Mining profiliert haben. 

(tdr)