So beginnt eine gute Geschichte: Ein Fotograf und seine Frau, sie wie er Motorradfan, erfuhren, dass ganz in ihrer Nähe ein grosser Rennfahrer lebte. Ein Champion, der zu seiner besten Zeit in mehreren Motorenklassen unschlagbar gewesen war.

Die beiden wurden darauf aufmerksam, als zu Ehren des schnellen Manns an seinem Wohnort in Samstagern im Kanton Zürich eine kleine Strasse nach ihm benannt wurde – Luigi-Taveri-Weg.

Sie stiegen in die Archive und stellten fest: Er war nicht bloss der Schnellste auf der Maschine, er zeigte dabei auch stets Stil. Die Legende soll leben, fanden sie, und eine neue Marke war geboren.

Oder zumindest die Idee für Motorradbekleidung, die nicht entweder nur schützt oder nur gut aussieht. Sondern beides zugleich tut. Denn das gab es noch nicht.

Wahre Geschichte

Die Entstehung der Motorradbekleidungsmarke Taveri ist eine wahre Geschichte, obwohl sie fast zu gut tönt. Und sie wird noch besser: Die Frau des Fotografen, Britta Pukall, ist eine der erfolgreichsten Industriedesignerinnen der Schweiz, zu ihren Kunden zählen SBB, V-Zug, Radisson Hotels, Sonova-Hörsysteme oder die Zürcher Verkehrsbetriebe VBZ, für die sie das neue «Flexity»-Tram entworfen hat.

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Ihr Mann Eric Pukall wiederum fotografiert für Magazine und Marken: Vogue, Elle oder Glamour, McDonalds, Ikea oder Credit Suisse.

Luigi Taveri? Der Name hat an Bekanntheit verloren, wenn auch nicht an Glanz. In den späten 1950er Jahren war der Mann vom Zürichsee nach fünf Schweizer-Meister-Titeln ein Star in Switzerland. Und das noch bevor er in der ersten Hälfte der 1960er Jahre dreimal Weltmeister der 125-ccm-Klasse wurde, auf Werksmaschinen von Honda – und somit der erfolgreichste Schweizer Motorradrennfahrer aller Zeiten.

1962 etwa, nachdem er seine erste Weltmeisterschaft gewonnen hatte, liess ihn der Präsident seiner Geburtsgemeinde Horgen im Helikopter vom Flughafen Zürich nach Horgen fliegen, wo ein Volksfest für ihn gefeiert wurde.

Physis eines Jockeys

1962, 1964 und 1965 wurde er Erster bei den 125-ccm-Lightweight- beziehungsweise 50-ccm-Maschinen an der «Isle of Man TT» auf dem mountain course; der Wettbewerb auf der britischen Insel ist wohl das bekannteste Motorradstrassenrennen der Welt.

Taveris Durchschnittsgeschwindigkeit von 144,65 km/h respektive seine schnellste Runde (im Schnitt mit 153,74 km/h) beeindrucken noch heute, besonders wenn man sich vorstellt, dass er diese Tempi auf öffentlichen Strassen, wo auch andere Verkehrsteilnehmer unterwegs waren, gefahren hat.

Und das vor sechzig Jahren. Der top speed, auf den der gelernte Automechaniker mit der Physis eines Jockeys seine Motoren jagte, lag bei 225 km/h.

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«Die Kombis waren in erster Linie windschlüpfrig, und das Auffallendste an Taveris dünnem Helm aus Hartkarton und Leichtmetall, der das Gesicht, bis auf die Rennbrille, ungeschützt liess, war das grosse Schweizerkreuz», stand im Nachruf der Neuen Zürcher Zeitung, nachdem der «Lächelnde Zentaur aus Samstagern» 2018 gestorben war, friedlich und mit 88.

«High fashion und high protection»

«Taveri ist die Verbindung von high fashion und high protection», sagt Eric Pukall, der die längste Zeit eine Moto Guzzi V7 fuhr, sich aktuell aber für ein Elektrobike von Zero entschieden hat. Die von ihm angebotenen Jacken und Westen seien leicht und angenehm zu tragen.

Taveri Metropol Motorrad Mode

Taveri-Jacken und Westen zwischen CHF 1'250 und 1'450.

Quelle: ZVG
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Dies wegen des Einsatzes modernster Funktionsstoffe und -materialien, entstanden in Zusammenarbeit mit dem in der Herstellung von Sicherheits-Features führenden Unternehmen SAS-TEC sowie ausschliesslicher Orientierung daran, was Motorradfahrer und -fahrerinnen wünschen.

Richtig gelesen: Taveri bietet auch eine Damenkollektion an, die auf den Ansprüchen von Trägerinnen fusst. «Wir haben diese Stücke von Grund auf entwickelt, nicht bloss Männerteile mit pinken oder andersfarbigen Elementen verziert», sagt Britta Pukall.

Retro-Schick ist keine Option

Was zur Geschichte des Marken-Namensgeber passt: Luigi Taveris Frau Matilde war auch seine Managerin und mitverantwortlich gewesen für seinen Erfolg. Ihr gelang es beispielsweise, ihren Mann bei Honda als Werksfahrer unterzubringen. Und Britta Pukall wiederum fährt selbst Motorrad, nebenbei erwähnt, seit sie 16 ist.

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Rollenmodell der Taveri-Kollektion – die eingearbeiteten Protektoren an allen wichtigen Stellen sind zertifiziert und erfüllen höchste CE-AA Standards – sei der Ledereinteiler von Luigi Taveri gewesen, natürlich, sagt Eric Pukall.

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Doch er legt Wert darauf, dass es für ihn und seine Frau keine Option gewesen sei, Retro-Schick zu entwerfen: «Style und Ästhetik weisen klar nach vorne.» Dieser «Zurück in die Zukunft»-Ansatz sei denn auch das Alleinstellungsmerkmal der in der Türkei sowie in Portugal von erfahrenen Handwerkern angefertigten Kleidungsstücke.

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«Luigi Taveri war ein Gentleman», sagt er. «Er war aber auch mutig, kühn und standhaft», sagt Britta Pukall weiter. So sehen die beiden ihre Marke. Und so nimmt man als Beobachter auch das Ehemann-und-Ehefrau-Unternehmer-Team wahr.

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