Johann Rupert | ZG

Luxusgüter, Tabak, Uhren
3–4 Milliarden

Nicolas G. Hayek | AG

Uhren
2–3 Milliarden

77 Jahre sind ein gutes Alter, um seine Memoiren zu schreiben. Insbesondere wenn man so viel erlebt hat wie Uhrmacherkönig Nicolas G. Hayek. Der freilich griff nicht selber zur Feder, sondern diktierte seine Sicht der Dinge einem «NZZ»-Redaktor. Worauf Hayeks Lebensweisheiten, als Sachbuch getarnt, im Verlag an der Falkenstrasse erschienen. Weggefährten oder gar Gegner kommen nicht zu Wort, kritische Fragen bleiben unbeantwortet. Gut läuft es bei der Swatch Group, die Nicolas G. Hayek mit 20 Prozent des Kapitals respektive 36 Prozent der Stimmen dominiert und der er noch immer als Verwaltungsratspräsident vorsteht (Sohn Nick Hayek jr. amtet seit drei Jahren als CEO). Der Luxusuhrenbereich boomt, lediglich die Billigmarke Swatch braucht dringend eine Erneuerung. Auch für die langfristige Familiennachfolge baut der Senior vor: In diesem Januar berief er Enkel Marc Alexandre Hayek in die Konzernleitung.

Familie Mouawad | GE

Juwelen, Uhren, Immobilien
1–1,5 Milliarden

Familie Scheufele | GE

Uhren, Schmuck
1–1,5 Milliarden

Die Bijoutierfamilie Scheufele aus Pforzheim kaufte 1963 das Unternehmen Chopard, dem damals langsam die Luft auszugehen drohte. Karl und Karin Scheufele gelang es, aus dem Namen Chopard eine international renommierte und kraftvolle Marke zu machen. Mit Caroline und Karl-Friedrich, Co-Präsidenten der Gruppe, ist inzwischen die vierte Generation am Ruder. Chopard setzt dabei voll auf Dualität: zwei Präsidenten, zwei Haupttätigkeitsfelder, zwei verschiedene Arten zu kommunizieren. Das Unternehmen kultiviert seine zwei Gesichter zwischen Uhrmacherei und Schmuck, Mechanik und Pailletten, uhrmacherischem Konservatismus und glitzerndem Jetset mit Erfolg. In Pforzheim werden pro Jahr Edelsteine von über 35000 Karat eingefasst, aber die grosse Mehrheit der 1300 Angestellten arbeitet in der Schweiz, in Meyrin und seit einiger Zeit auch in Fleurier, wo die hauseigene Manufaktur L.U.C. ansässig ist. 70 000 Schmuckstücke und ebenso viele Uhren werden jährlich produziert, dieses Jahr dürfte der Umsatz 600 Millionen Franken erreichen. Daneben hält die Chopard-Gruppe 50 Prozent am Aktienkapital von De Grisogono. Die andere Hälfte besitzt Fawaz Gruosi: Der Ehemann von Caroline Gruosi-Scheufele hat dieses Unternehmen gegründet und leitet es auch.

Familie Stern | GE

Uhren
1–1,5 Milliarden

Da kann sich die Konkurrenz noch so sehr Mühe geben, Patek Philippe ist und bleibt die Referenzmarke der schweizerischen Uhrmacherkunst. Und dass dies auch so bleibt, dafür sorgt das Unternehmen selbst: Es wird viel investiert in Tradition und Handwerk. Auch Thierry Stern, der in die Fussstapfen seines Vaters Philippe treten wird, will diesen Ruf und vor allem die Unabhängigkeit des 1000 Personen beschäftigenden Unternehmens erhalten. In diesem Jahr hat Patek Philippe den Zifferblatthersteller Flückiger et Fils in St-Imier übernommen und in Shanghai das erste Ladengeschäft in China eröffnet. Auch technologisch bleibt die Nobeluhrenmanufaktur Spitze; so wurde vor einigen Monaten in Basel das erste Ankerrad aus Silizium präsentiert.

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Jörg G. Bucherer | LU

Uhren, Schmuck
600–700 Millionen

«Das Geschäft läuft recht, beim Umsatz liegen wir über dem Vorjahr», sagt Adelbert Bütler. Doch so rundum zufrieden mag sich der Direktionsvorsitzende der Luzerner Firma Bucherer nicht zeigen. Denn beim führenden Schweizer Uhren- und Schmuckhändler, der 1200 Mitarbeiter beschäftigt, haben die Kassen auch schon lauter geklingelt. Die Amerikaner lassen sich immer seltener blicken, da der Dollar zu schwach ist. Auch der Besucherstrom aus Fernost ist nach der Tsunami-Katastrophe ausgedünnt. Die Lücken sollten, als Folge der lockereren Visumsbestimmungen, eigentlich die chinesischen Touristen auffüllen; allerdings haben sich diese Hoffnungen bislang nicht ganz erfüllt. Dafür werden in den Bucherer-Läden wieder mehr Schweizer bedient, und diese Kunden sorgen immerhin für rund ein Drittel des Gruppenumsatzes. Wie hoch dieser ist, mag Alleinaktionär Jörg G. Bucherer (69), der dem Unternehmen in dritter Generation vorsteht, nicht sagen. Im Spitzenjahr 2000 wurden noch 518 Millionen Franken gezählt.

Für das laufende Jahr darf der Umsatz auf ungefähr 360 Millionen Franken angesetzt werden.

Familien Audemars, Piguet | VD

Uhren
400–500 Millionen

Die Uhrenmanufaktur von Audemars Piguet mit Sitz in Le Brassus ist stolz darauf, dass ihre Produkte zum Schönsten zählen, was die Schweizer Uhrmacherkunst hervorzubringen vermag. Ein berechtigter Stolz. Dabei ist es gar nicht selbstverständlich, dass das 1875 gegründete Unternehmen immer noch im Besitz der Nachkommen der Familien Audemars und Piguet steht. Nicht nur mit aussergewöhnlichen Uhren hat die Manufaktur dieses Jahr auf sich aufmerksam gemacht, sondern auch durch den Kauf von Vertriebsfirmen und den Aufbau von Filialen in zahlreichen Ländern. Dadurch verbleibt ein Teil der Marge, der bis dahin den Zwischenhändlern hat überlassen werden müssen, im eigenen Unternehmen.

Ernest und Théodore Schneider | SO/BE

Uhren
400–500 Millionen

Als Ernest Schneider im Jahr 1979 Willy Breitling dessen gleichnamiges Unternehmen abkaufte, beschloss der Elektroningenieur und routinierte Pilot, einen Gang zurückzuschalten. Dafür wollte er sich wieder auf die Kernkompetenzen des damals nahezu konkursiten Unternehmens konzentrieren. Der Turnaround ist längst gelungen. Heute wird der Uhrenproduzent von Sohn Théodore geführt. Breitling ruht sich nicht auf den Lorbeeren aus: Neben der unbestrittenen Leaderposition der Breitling-Uhren in der Aviatik folgt nun eine kluge und konsequente Partnerschaft mit Bentley.

Franck Muller und Vartan Sirmakes | GE

Uhren, Schmuck
300–400 Millionen

Franck Muller und Vartan Sirmakes haben ihren heftigen Streit zwar beigelegt. Ganz im Gleichtakt wie in den einst harmonischen Zeiten ticken die beiden allerdings nicht mehr: Franck Muller, der nach wie vor die Hälfte des Kapitals der Franck Muller Watchland hält, spielt operationell keine Rolle mehr im Unternehmen, den Takt gibt eindeutig Vartan Sirmakes an. Und Franck Muller gilt lediglich noch als Schatten des Mannes, der seinerzeit gemeinsam mit Sirmakes das Unternehmen aufgegleist und eine der herausragenden Erfolgsgeschichten der Uhrenbranche geschrieben hat. Sirmakes trägt sich mit einer neuen Idee: Er will die Franck Muller Watchland sobald wie möglich an die Börse bringen. Aber es gibt ein paar Hürden: Zuerst muss Sirmakes die Reibereien mit dem Genfer Fiskus beenden. Dann hat er unter Beweis zu stellen, dass die Gruppe die zugekauften Marken European Company Watch und Pierre Kunz weiterentwickeln kann. Und schliesslich muss Vartan Sirmakes zeigen, dass die beiden 2005 akquirierten Unternehmen Rodolphe & Co sowie Alexis Barthelay tatsächlich so viel Potenzial haben, wie das immer wieder signalisiert wird. Wenn ihm das gelingt, hat er seinen Platz im Pantheon der Uhrmacherkunst auf sicher. Doch der Weg dahin ist hart.

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Luigi Macaluso | NE/Italien

Uhren
200–300 Millionen

Luigi Macaluso, Eigentümer des Sowind-Konzerns, der berühmte Uhrenmarken wie Girard-Perregaux und JeanRichard umfasst, hat sich mit Oracle-Chef Larry Ellison zusammengetan. Macaluso will vor allem Girard-Perregaux über sein Sponsoring beim America’s Cup bekannter machen. Vor dem Hintergrund der Partnerschaft mit BMW Oracle Racing präsentierte der ehemalige Rennfahrer Macaluso diesen Sommer in Valencia eine ganz spezielle Uhr: die Sea Hawk II Pro. Diese Taucheruhr hält selbst in einer Tiefe von 3000 Metern dem Wasserdruck stand – was dem Taucher allerdings wenig nützt, denn er würde bereits in weniger tiefen Gewässern schlicht zerdrückt. Der gebürtige Italiener lebt in La Chaux-de-Fonds und Turin. Nach einem Architekturstudium begann er in Italien, Uhren zu verkaufen. So zu Geld gekommen, erwarb er 1992 die Uhrenmanufaktur Girard-Perregaux. Seither konnte er die Marke an der Spitze der hart umkämpften Haute Horlogerie platzieren, der Umsatz hat sich verzehnfacht.

Rolf W. Schnyder | GE

Uhren
100–200 Millionen

Manufacture et fabrique de montres et chronomètres Ulysse Nardin Le Locle SA: Hinter dieser zungenfordernden Wortschöpfung steckt eine der erfolgreichsten Wiedergeburten der neueren Uhrengeschichte: 1983 kaufte Rolf Willy Schnyder für 1,5 Millionen Franken der Gründerfamilie die Uhrenmanufaktur Ulysse Nardin ab. Die Marke verfügte zwar über eine glänzende Vergangenheit; die Firma war aber völlig abgewirtschaftet und beschäftigte noch zwei Mitarbeiter. Schnyder polierte Ulysse Nardin wieder auf, nicht zuletzt dank der Unterstützung von Ludwig Oechslin, «einem brillanten Wissenschaftler, Historiker, Erfinder und Uhrenmeister in einer Person», wie es aus der Firma tönt. Oechslin entwarf in der Folge einige aussergewöhnliche Uhrwerke, und Schnyder verhalf den mechanischen Zeitmessern auch wirtschaftlich zu frischem Erfolg. Gut zwei Dekaden später, ein Jahr vor dem 160. Geburtstag von Ulysse Nardin, erzielt die Firma an den Standorten Le Locle und La Chaux-de-Fonds mit rund 170 Mitarbeitern einen Umsatz von schätzungsweise gegen 100 Millionen Franken.

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Rolf Willy Schnyder wurde 1935 als Kaufmannssohn in Zürich geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre im Warenhaus Globus ging er 1958 in Diensten des Handelshauses Diethelm nach Bangkok in dessen Niederlassung. Später blieb er endgültig in Asien hängen und übernahm 1968 die Leitung der Zifferblatt- und Uhrengehäusefabrik Cosmo, eines Joint Venture schweizerischer und asiatischer Investoren. Ab 1974 baute er in Kuala Lumpur eigene Zulieferfirmen für die Uhrenbranche auf. Schnyder ist mit einer Malaysierin verheiratet und hat drei Kinder. Sechs Monate im Jahr lebt Schnyder in Malaysia.

Raymond Weil | GE

Uhren
100–200 Millionen

Das Duo Raymond Weil und Simone Bédat hat mit der Uhrenfirma Raymond Weil in den achtziger und neunziger Jahren gute Geschäfte gemacht. Doch dann verschlechterten sich die Resultate, und die Firma wurde unter der Leitung von Olivier Bernheim, dem Schwiegersohn des Gründers, einer tief gehenden Redimensionierung unterzogen. Bernheim positionierte die Produkte in höheren Preislagen und passte den Vertrieb und die Dienstleistungen dem neuen Segment an. Die Neuausrichtung ist mittlerweile abgeschlossen. Nun schickt sich Raymond Weil an, im kommenden Jahr das 30-Jahr-Firmenjubiläum in frischer Form zu feiern.