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Ariel Luedi (Investor) der Balluun Software
Quelle: Herbert Zimmermann

PersonAriel Lüdi

Ariel Lüdi ist ein Profiteur der Corona-Krise: Mit seinem Start-up-Finanzierer «Hammer Team» ist er seit dem Bestehen auf B2B-Softwarefirmen mit Schwerpunkt E-Commerce spezialisiert. «Für die meisten unserer Beteiligungen bringt die zunehmende Digitalisierung mehr Geschäft», sagt Lüdi. Der Aargauer kann Risiken gut einschätzen: In seinen Sturm-und-Drang-Jahren hat er in den USA Geld als Stuntman verdient, mit einem Klavier warf er sich aus einem Flugzeug. Später hat er gelernt, Firmen gross zu machen. 2004 übernahm er bei dem kleinen Softwareunternehmen Hybris Anteile und den Chefposten. Dreimal konnte Lüdi mit Mühe eine Insolvenz verhindern, fünf Jahre später war Hybris Weltmarktführer. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg von 12 auf über 700. 2013 verkaufte er die Firma für 1,5 Milliarden Franken an SAP.

Geld aus diesem Deal hat er über die Jahre in inzwischen 23 Start-ups investiert. Neben der Aussicht auf Gewinn geht es Lüdi darum, die Schweizer Softwareszene mit seinem Netzwerk und Know-how im internationalen Wettbewerb weiter nach vorne zu bringen. Häufig greift er den Start-ups nicht nur mit Venture Capital, sondern auch in Sachen Marketing unter die Arme. «Wir kombinieren Schweizer Ingenieurskönnen mit US-Marketing», sagt Lüdi. Worauf es beim Softwaremarketing ankommt, hat er bei Firmen wie Oracle oder Salesforce gelernt. Das Know-how bringt Lüdis Hammer Team sehr direkt ein. «Meine Leute arbeiten Vollzeit in den Firmen mit, wir wollen helfen», so Lüdi.

Über die Jahre hat sich das Hammer Team einen guten Namen gemacht. Gross auf die Suche nach aussichtsreichen Beteiligungen muss sich Lüdi daher nicht begeben – die Projekte flattern im Hauptquartier in Cham auf den Tisch. 2013 hat Lüdi dort den «Hammer», ein repräsentatives Anwesen mit englischen Gärten und Pferdeställen, gekauft. Jungunternehmer gehen dort ein und aus. Häufig sind es Firmen, die zwar sehr aussichtsreich, aber mit Investitionsbeträgen von fünf bis zehn Millionen Franken für grössere Venture-Capital-Unternehmen zu klein sind. Lüdi: «Für diese Firmen sind wir wie ein Gewächshaus, wir bringen sie zum Wachsen.»

Nach sieben Jahren im Beteiligungsgeschäft werden nun die ersten Beteiligungen, gemessen an der Maturität der Geschäfte, reif für die Ernte – etwa die ältesten Beteiligungen im Portfolio wie Scandit oder Beekeeper. Häufiger als der Börsengang ist der Exit über einen Verkauf. 90 Prozent denken laut Lüdi eher an Mergers und Acquisitions. Vielfach werden die Firmen kurz vor dem IPO noch verkauft. Das Ende ist ein Neuanfang. Das Geld wird dann wieder investiert. «Es ist ein ewiger Kreislauf», weiss Lüdi.

(Stand: Dezember 2020)

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