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Cyrill Vigneron CEO Cartier
Quelle: ZVG

PersonCyrille Vigneron

Der Franzose Cyrille Vigneron ist mit einem Unterbruch von zwei Jahren seit 1988 bei Richemont unter Vertrag. Er verliess die Luxusgruppe 2013 als Europachef von Cartier, um Chef über das Japangeschäft von Konkurrent LVMH zu werden, und kehrte 2016 als Big Boss von Cartier nach Genf zurück. Dort fing er gleich zu Beginn damit an, das doch recht biedere und ziemlich angestaubte Image von Cartier aufzupeppen – und neues Begehren zu wecken. Dafür kaufte er Bestände von Retailern zurück, was er später so kommentierte: «Wir haben wie eine Bank gehandelt, die faule Kredite aufkauft.» Überangebot ist schliesslich tödlich für eine Luxusmarke. Vigneron hat aber nicht nur Ware zurückgekauft, sondern das Angebot bewusst auch verknappt.

Produktemässig hat er Cartier nicht neu erfunden, sondern, ausgehend vom grossen Erbe, belebt: 2017 überarbeitete er die Panthère und lancierte die Ikone aus den achtziger Jahren neu. Jenen, die bereits eine Panthère zu Hause herumliegen hatten, offerierte er zeitgleich eine Gratisrevision. Die Bilanz: 15 000 neue verkauft, etwa gleich viele alte wieder zum Laufen gebracht. 2019 küsste er die Santos wach und führte im Frühling mit einem epochalen Marketing-Grossevent in Paris die neue Kollektion Clash de Cartier ein mit Schmuckstücken, die mit Preisen ab etwa 2000 Franken für Cartier-Verhältnisse vergleichsweise günstig sind. Bei den Stücken mit raffiniert verwobenen Nieten soll offensichtlich die Masse den Umsatz rocken.

Eines von Vignerons Erfolgsrezepten lautet, sich den jeweiligen Märkten anzupassen. Seine Regionenchefs sind daher aufgefordert, das Geschäft genau so zu betreiben, wie es in ihren Ländern am besten funktioniert. Denn «was in Kalifornien geschieht, hat oft nichts mit dem zu tun, was in Sydney oder Genf passiert», sagt Vigneron. Im ersten Semester des Geschäftsjahres schaffte die Schmuckdivision von Richemont – die vor allem aus Cartier besteht – ein Wachstum von acht Prozent, während die konzerneigenen Uhrenmarken wie IWC und Piaget nur noch ein Wachstum von einem Prozent erreichten. Sein Erfolg macht Vigneron zum bestbezahlten Manager im Konzern: 2018 verdiente er 5,6 Millionen Franken.

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