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Martine_Clozel_Idorsia
Quelle: ZVG

Person Martine Clozel

Das Ärztepaar Martine und Jean-Paul Clozel hat 2017 beim Kauf der Actelion durch Johnson & Johnson das Forschungslabor und die Entwicklungspipeline herausgelöst und baut nun damit sein zweites Biotechnologieunternehmen auf: Idorsia. Und es tut dies mit klar verteilten Rollen: Er tritt gegen aussen auf, führt das operative Geschäft der Firma, stellt sich den Aktionären und organisiert – wie jüngst – eine Aktienkapitalerhöhung von rund 535 Millionen Franken, Martine Clozel wiederum agiert im Hintergrund und leitet die Forschungsabteilung. Oder in den Worten des früheren Wirtschaftsministers Johann Schneider-Ammann: «Sie ist die Tüftlerin, das wissenschaftliche Gewissen der Firma, er übersetzt ihre Befunde in den Markt.» Das Resultat sei ein Unternehmerpaar mit einer aussergewöhnlichen Geschichte.

Insgesamt umfasst das klinische Portfolio von Idorsia zwölf Wirkstoffe zur Therapierung von neurologischen, kardiovaskulären und immunologischen Erkrankungen sowie einigen seltenen Krankheiten. In der Phase III, in der für die Zulassung in Studien entscheidende Daten zum Wirksamkeitsnachweis ermittelt werden, zählt das Allschwiler Unternehmen bald fünf Wirkstoffe, darunter etwa Lucerastat für die Behandlung von Patienten mit Morbus Fabry, einer seltenen angeborenen Stoffwechselkrankheit, oder das Schlafmittel Daridorexant, für das Idorsia noch vor Ende Jahr eine Zulassung für den amerikanischen Markt beantragen will. Läuft alles nach Plan, sollte das Schlafmittel im ersten Halbjahr 2022 auf den Markt kommen.

Noch hat Idorsia kein einziges Produkt lanciert, noch schreibt die Firma, die rund 750 Mitarbeitende zählt, rote Zahlen, im vergangenen Jahr belief sich der Verlust auf knapp 500 Millionen Franken, heuer dürfte es ähnlich sein. «Pharmazeutische Forschung ist immer mit Risiko verbunden», sagt Martine Clozel, die zuerst als Kinderärztin und Spezialistin für Frühgeburten gearbeitet hatte, bevor sie in die Forschung wechselte. «Man begibt sich auf Neuland, und bis die ersten Resultate vorliegen, braucht es 10, 15, ja zum Teil 20 Jahre.» Doch auch wenn die Firma auf dem Papier keine vier Jahre alt ist, ein richtiges Start-up ist sie nicht: Denn Idorsia kann dank ihrer Actelion-Vorgeschichte auf 20 Jahre Erfahrung und Forschungsarbeit zugreifen.

(Stand: Dezember 2020)

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