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Thierry Stern
Quelle: ZVG

PersonThierry Stern

Für Uhrenkenner gibt es über Patek Philippe nur noch den Himmel. Die Marke aus Genf, gegründet 1839 und seit 1932 im Besitz der Familie Stern, arbeitet und entwickelt auf einem Niveau, das so hoch ist, dass ein eigenes Qualitätssiegel hermusste, um dafür zu bürgen.

Thierry Stern führt die Firma in vierter Generation als Präsident. Das Steuer hat er 2009 von seinem Vater Philippe übernommen, der als Ehrenpräsident amtet. Zu dessen 82. Geburtstag am 10. November stellte der Junior die Neuheit des Jahres vor: Ref. 6301P Grande et Petite Sonnerie Minute Repeater, ein hoch kompliziertes Kaliber aus 703 Einzelteilen, in dem fünf Jahre Entwicklungsarbeit stecken. Das ist Grosskunst mitten in der Pandemie. Lanciert hat Stern das «Price on request»-Modell digital, für das Traditionshaus eine Premiere. Im dafür sorgfältig produzierten Video wird nicht nur die Uhr mit ihren komplexen Läutwerken vorgeführt, sondern es werden auch die Menschen vorgestellt, die dahinterstecken, und die Orte, an denen sie arbeiten. Gefilmt worden ist im erst dieses Jahr neu eröffneten Manufakturgebäude am Rand von Genf, in dessen Kantine ein Sternekoch den Löffel schwingt.

Die Pandemie hat freilich auch Patek Philippe getroffen. Die Manufaktur blieb im Frühling für eineinhalb Monate geschlossen, seit der Wiedereröffnung wird dort reduziert gearbeitet. Ende Jahr wird gemäss Stern daher der Output 30 Prozent geringer sein als nach dem berauschenden Jahr 2019 gedacht, nur rund 45'000 Uhren statt 65'000. Der Durchschnittspreis einer Patek liegt bei etwa 50'000 Franken.

Die Corona-bedingte Zäsur mag jene schmerzen, die längst eine Uhr bestellt haben und sich auf einer Warteliste gedulden müssen. Thierry Stern selber nimmt den Einschnitt stoisch hin: Er ist der einzige Aktionär des Hauses, hat keine Finanzinvestoren im Nacken und ein üppiges Geldpolster im Rücken. «Wenn ich 30 Prozent verliere, what the hell – ich weiss, dass wir uns in ein, zwei Jahren wieder erholen werden und diese Pandemie Patek nichts anhaben kann», sagt er im Video-Austausch.

Die Unabhängigkeit ist bei Patek Philippe nicht nur eine Konstante, sondern die Essenz der Maison. Innovationen stammen ergo aus der eigenen Forschungs- und Entwicklungs-Abteilung. Das Unternehmen besitzt bereits über 100 Patente, die Uhren werden von A bis Z von eigenen Konstrukteuren entwickelt und in eigenen Ateliers hergestellt mit Bestandteilen, die in eigenen Werkstätten produziert werden.

(Stand: Dezember 2020)

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