17:23, Anleger an Schweizer Börse fassen neuen Mut

An der Schweizer Börse hat die Berg- und Talfahrt angehalten. Der SMI kletterte am Freitag bis kurz vor Handelsschluss um 1,2 Prozent auf 11.534 Punkte. Auslöser des Anstiegs waren Spekulationen auf eine baldige Waffenruhe in der Ukraine. Mut machte Investoren die Aussage des russischen Präsidenten Wladimir Putin, es gebe "bestimmte positive Veränderungen" bei den Gesprächen mit der Ukraine. Für die gesamte Woche steuerte das Börsenbarometer damit auf ein Plus von rund zwei Prozent zu.

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16:46, USA bringen weitere Strafmassnahmen gegen Russland auf den Weg

Die US-Regierung will wegen des Ukraine-Krieges in Abstimmung mit westlichen Partnern weitere Strafmassnahmen gegen Russland in Gang setzen. US-Präsident Joe Biden kündigte am Freitag in Washington an, er wolle unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Kongress die normalen Handelsbeziehungen zu Russland aussetzen. Das würde den Weg für höhere Zölle auf russische Waren freimachen.

15:48, Nestlé liefert gewisse Lebensmittel nicht mehr nach Russland

Der Export von Nestlé-Artikeln nach Russland sei gestoppt worden. Ausnahmen gebe es jedoch für Grundnahrungsmittel wie etwa Babynahrung oder Getreide, wie das Unternehmen am Freitag auf Anfrage von AWP mitteilte. Auch Spezialnahrung oder therapeutische Tiernahrung für Fachhändler und Tierkliniken würden weiterhin geliefert. Nicht notwendige Produkte wie Nespresso-Kaffe oder San-Pellegrino-Mineralwasser liefert das Unternehmen jedoch nicht mehr in das Land.

13:20, der Goldpreis sinkt

 An den Rohstoffmärkten drückt Hoffnung auf ein Ende der Kämpfe in der Ukraine die Edelmetallpreise. Gold verliert 0,8 Prozent auf 1980 Dollar je Feinunze. Palladium notiert mit 2827 Dollar je Feinunze 3,4 Prozent schwächer. Auch der Ölpreis bröckelt etwas ab.

Nordsee-Öl der Sorte Brent liegt nur noch 1,6 Prozent im Plus bei 111,05 Dollar je Barrel. Der Preis für die US-Sorte WTI notiert 1,4 Prozent höher bei 107,42 Dollar je Barrel. Vor der Aussage von Russlands Präsident Wladimir Putins über «positive Veränderungen» in den Gesprächen mit der Ukraine hatten Brent und WTI rund vier Prozent fester gelegen.

11:24, die Schweiz unterstützt die Ukraine

Um die notleidende Bevölkerung in der Ukraine zu unterstützen, hat der Bundesrat am Freitag die humanitäre Hilfe in der Region auf 80 Millionen Franken aufgestockt. Das Geld soll Flüchtenden und auch der zurückgebliebenen Bevölkerung in der Ukraine zugutekommen.

Ein Viertel davon soll zugunsten der geflohenen Ukrainerinnen und Ukrainer in den Nachbarländern eingesetzt werden. Drei Viertel sind für die Unterstützung der zurückgebliebenen Bevölkerung in der Ukraine vorgesehen. Die Schweiz hat nach Angaben des Bundesrats schon mehr als 500 Tonnen Hilfsgüter in die Ukraine sowie nach Polen und Moldawien geschickt. Das Unterstützungspaket der Schweiz beläuft sich in dieser ersten Phase auf 8 Millionen Franken.

06:05, IWF wird Wachstumsprognose senken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird seine Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Monat wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine absenken. Das kündigte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Donnerstag an. «Erst erleben wir mit der Pandemie eine Krise wie keine andere. Und jetzt befinden wir uns auf noch schockierenderem Gebiet. Das Undenkbare ist passiert - wir haben einen Krieg in Europa», sagte die Bulgarin.

Der Krieg führe neben dem menschlichen Leid auch zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen - für die Ukraine, für Russland und auch darüber hinaus, warnte Georgiewa. Der Krieg werde zu höheren Rohstoffpreisen führen, die Inflation weiter anheizen sowie zu einem schlechteren Geschäftsklima und schwierigeren Finanzierungsbedingungen beitragen.

In seiner Januar-Prognose hatte der IWF für dieses Jahr noch mit einem globalen Wirtschaftswachstum von 4,4 Prozent gerechnet. Im April wird der IWF plangemäss eine aktualisierte Prognose vorlegen.

17:04, Putin: Russland erfüllt Verpflichtungen bei Öl und Gas

Russland will nach Angaben von Präsident Wladimir Putin Lieferungen von Öl und Gas ins Ausland trotz beispielloser Sanktionen des Westens nicht stoppen. «Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen im Bereich der Energieversorgung. Wir liefern alles, was wir zu liefern haben», sagte der Staatschef am Donnerstag bei einer Sitzung der Regierung der Agentur Interfax zufolge. Er bezeichnete Europa als Hauptabnehmer russischer Energieträger.

Wegen der Sanktionen des Westens im Zuge des Ukraine-Kriegs und der Diskussionen in der EU, sich von russischem Gas und Öl zu lösen, hatte die Energiegrossmacht erstmals damit gedroht, die Lieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 nach Deutschland einzustellen.

Russlands Vize-Regierungschef Alexander Nowak hatte am Montag gesagt: «Wir haben das volle Recht, eine «spiegelgerechte» Entscheidung zu treffen und ein Embargo zu erlassen auf die Durchleitung des Gases durch die Pipeline Nord Stream 1, die heute maximal mit 100 Prozent ausgelastet ist.» Russland gilt als grösster Öllieferant in Europa - mit 30 Prozent des jährlichen Verbrauchs von 500 Millionen Tonnen.

Putin verwies bei dem Ministertreffen auch auf die hohe Auslastung der Gaspipeline durch die Ukraine. Kiew befürchtet, dass es mit einer möglichen Inbetriebnahme von Nord Stream 2 durch die Ostsee als Transitland überflüssig werden und damit hohe Einnahmen verlieren könnte. Die Pipeline durch die Ukraine sei zu 100 Prozent ausgelastet, sagte Putin. «Das ist erstaunlich, aber Tatsache.»

Zugleich warb er für ausländische Investitionen in Russland. Man werde sich vor niemandem verschliessen, sagte Putin. «Wir sind offen für die Zusammenarbeit mit all unseren ausländischen Partnern, die dies wollen.» Die Rechte ausländischer Investoren, die das Land nicht verlassen wollten, müssten zuverlässig geschützt werden.

15:05, Russland arbeitet wegen der westlichen Sanktionen an Wirtschaftshilfen

Russland arbeitet nach Aussage von Ministerpräsident Michail Mischustin wegen der westlichen Sanktionen an Wirtschaftshilfen. So sei über Massnahmen zur Unterstützung des Bausektors diskutiert worden, sagt er. Besondere Aufmerksamkeit gelte dem Agrarsektor. Die Regierung sei sich darüber im Klaren, wie gross die Transformation sei, die vor dem Land liege. Russlands Finanzminister Anton Siluanow zufolge ist das vordringliche Ziel bei den Wirtschaftshilfen die Stabilisierung des Finanzsystems. Russland werde die externen Schulden in Rubel begleichen, sagt er. Man sei bereit, die Dividenden-Politik der Banken zu korrigieren, um ihre Kapitalbasis zu sichern.



11:23, Roman Abramowitsch hat keinen Zugriff mehr auf Vermögen

Die britische Regierung nimmt wegen des Ukraine-Kriegs weitere russische Oligarchen ins Visier und friert deren Vermögen ein. Der Eigentümer des englischen Fußball-Clubs FC Chelsea, Roman Abramowitsch, der Chef des Ölriesen Rosneft, Igor Sechin, Gazprom-Chef Alexej Miller und weitere Oligarchen seien auf die Sanktionsliste gesetzt worden, teilte sie am Donnerstag mit. «Es kann keine sicheren Häfen für diejenigen geben, die Putins grausamen Angriff auf die Ukraine unterstützt haben», sagte Premierminister Boris Johnson.

06:20, USA gibt Geld an die Ukraine

Nach langem Gezerre hat sich das US-Repräsentantenhaus auf einen vollständigen Etat für das verbleibende Haushaltsjahr inklusive milliardenschwerer Hilfe für die Ukraine geeinigt. Das mit deutlicher Mehrheit verabschiedete und 1,5 Billionen Dollar (1,36 Billionen Euro) schwere Haushaltspaket helfe, die Lebenshaltungskosten für Familien zu senken, Arbeitsplätze in den USA zu schaffen und Hilfsbedürftige zu unterstützen, hiess es in einer Mitteilung am späten Mittwochabend (Ortszeit). Zudem umfasst es Hilfen für die vom Angriffskrieg Russlands schwer getroffene Ukraine in Höhe von 13,6 Milliarden Dollar (12,3 Milliarden Euro).

05:01, Ukraine erhöht vor EU-Gipfel Druck auf Deutschland

Vor dem EU-Gipfel im französischen Versailles erhöht die Ukraine den Druck auf Deutschland, die Energie-Importe aus Russland zu stoppen. Angesichts der hohen Zahl der Kriegsopfer unter der Zivilbevölkerung sei das Nein der Bundesregierung zu einem Importstopp «moralisch nicht tragbar» sagte der ukrainische Botschafter in Berlin, Andrij Melnyk, der Deutschen Presse-Agentur. «Wir rufen die Deutschen auf, eine einzig richtige Entscheidung zu treffen und dieses Embargo unverzüglich einzuführen, um dem Putinschen Krieg gegen die ukrainischen Frauen und Kinder ein Ende zu setzen.»

16:20, Russland bereitet Verstaatlichung ausländischer Firmen vor

In Russland bringt eine Regierungskommission erste Schritte für die Verstaatlichung des Eigentums ausländischer Firmen, die das Land verlassen, auf den Weg.

Dies erklärt die russische Regierungspartei über den Messengerdienst Telegram. Die Kommission für gesetzgebende Aktivitäten unterstütze einen Gesetzentwurf, der es erlaube, Firmen, die zu mehr als 25 Prozent im Besitz von Ausländern aus «unfreundlichen Staaten» seien, einer externen Verwaltung zu unterstellen, um einen Bankrott zu verhindern und Arbeitsplätze zu retten.

13:30, der Ölpreis sinkt

Nach dem jüngsten Höhenflug sind die Ölpreise am Mittwoch spürbar gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Mittag 124,45 US-Dollar. Das waren 3,53 Dollar weniger als am Vortag.

Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 3,45 Dollar auf 120,25 Dollar. Die Ölpreise entfernten sich so etwas von ihren am Montag erreichten mehrjährigen Höchstständen.

Die Rückgänge am Mittwoch erklären Beobachter zum einen mit einer Gegenbewegung nach den zuletzt deutlichen Kursgewinnen. Zudem gibt es eine leichte Hoffnung auf eine Annäherung der beiden Kriegsparteien. So strebt Russland nach Kreml-Angaben keinen Machtwechsel in der Ukraine an. Die USA wollen künftig gänzlich auf die Einfuhr russischen Erdöls verzichten, Grossbritannien will die Käufe bis zum Jahresende ausklingen lassen.

11:00, die EU geht gegen weitere Oligarchen vor

Die 27 EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden Kriegs gegen die Ukraine auf eine erneute Ausweitung der Sanktionen gegen Russland und dessen Partnerland Belarus verständigt.

Wie die Ratspräsidentschaft am Mittwoch in Brüssel mitteilte, sollen weitere Oligarchen und deren Angehörige auf eine Liste von Personen kommen, deren Vermögenswerte in der EU eingefroren werden und die nicht mehr einreisen dürfen. Zudem sind ein Verbot für die Ausfuhr von Schifffahrtsausrüstung sowie der Ausschluss dreier belarussischer Banken aus dem Kommunikationsnetzwerk Swift vorgesehen.

Auf den von der Ukraine geforderten Stopp von Energieimporten aus Russland konnten sich die EU-Staaten auch nach einem entsprechenden Beschluss der USA weiter nicht verständigen.

07:40, Ölpreise sind im Hoch

Der Einfuhrstopp der USA für russisches Öl und Gas hat die Ölpreise am Mittwoch weiter angetrieben. Spekulationen auf Lieferengpässe auf den Weltmärkten verteuerten die Nordseesorte Brent um zwei Prozent auf 130,49 Dollar Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl der Sorte WTI kletterte um 1,6 Prozent auf 125,63 Dollar je Fass.

Die Ölpreise sind um mehr als 30 Prozent gestiegen, seit Russland in die Ukraine einmarschiert ist und die Vereinigten Staaten und andere Länder eine Reihe von Sanktionen verhängt haben. Russische Öl- und Gasexporte wurden allerdings bereits vor dem Verbot gemieden, da Händler sich auf künftige Sanktionen einstellten.

06:30 Uhr, der IWF hilft der Ukraine

Das Exekutivdirektorium des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird am Mittwoch voraussichtlich zusätzliche 1,4 Milliarden Dollar als Soforthilfe für die Ukraine genehmigen.

Die Mittel kämen zu den 700 Millionen Dollar hinzu, die der IWF im Dezember bereits an die Ukraine ausgezahlt habe, sowie zu den 2,7 Milliarden Dollar an Notfallreserven, die das Land im Rahmen einer IWF-Zuweisung im August erhalten habe, sagt die geschäftsführende Direktorin des IWF, Kristalina Georgiewa.

16:23, Dufry bangt um wichtige russische Kunden

Der Reisedetailhändler Dufry kann den Einfluss des Ukraine-Konflikts derzeit noch nicht abschätzen. «Im Vorkrisenjahr 2019 erzielten wir rund 4 Prozent des Umsatzes mit russischen Kunden», sagte Firmenchef Julian Diaz am Dienstag an einer Telefonkonferenz.

Flugpassagiere aus Russland bilden laut Diaz in den Duty-Free-Shops von Dufry rund um den Globus die zweitgrösste Gästegruppe in den Dufry-Läden, hinter denjenigen aus China. «Wir müssen abwarten, wie sich die Situation entwickelt und wie sich dies auf die Erträge unserer Gruppe auswirkt», sagte der CEO weiter.

15.30, Importverbot von russischem Öl in die USA möglich

Der mögliche Importstopp von russischem Öl in die USA beschleunigt den Preisanstieg der Sorten Brent und WTI. Sie verteuern sich um jeweils knapp sechs Prozent auf 130,39 beziehungsweise 126,03 Dollar je Barrel. «Solange die USA keine Sekundärsanktionen verhängen und damit andere Länder dazu zwingen, ebenfalls kein Öl aus Russland mehr zu importieren, wäre der Einfluss eines US-Alleingangs unseres Erachtens begrenzt», sagt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch. Die Vereinigten Staaten importierten täglich lediglich 700.000 Barrel Erdöl aus Russland.

13:23, der Goldpreis steigt in neue Höhen

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine treibt den Goldpreis immer weiter nach oben. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) stieg am Dienstag in der Spitze bis auf 2021 Dollar. Das Gold nähert sich damit immer mehr seinem Rekordhoch vom August 2020. Damals war der Goldpreis bis auf 2075 Dollar geklettert. Zuletzt fiel der Goldpreis ein wenig zurück und wurde mit 2005 Dollar gehandelt.

Gold bleibt angesichts des Ukraine-Kriegs und der hohen Verunsicherung als sicherer Hafen gefragt.

11:30, EU erwägt neue Sanktionen gegen Russland

Die Botschafter der 27 EU-Staaten wollen Insidern zufolge heute über neue Sanktionen gegen Russland und Belarus beraten. So sollten drei belarussische Banken und weitere russische Oligarchen und Abgeordnete auf die Sanktionsliste kommen sowie der Export von Technologie im maritimen Bereich verboten werden, heisst es von drei mit den Plänen vertrauten Personen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte am Montag angekündigt, dass man Lücken im Sanktionsregime schliessen wolle, um zu verhindern, dass Auflagen umgangen werden. Dazu gehört nach dem Schlag gegen das russische Finanzsystem auch eine stärkere Kontrolle von Kryptowährungen.

09:30, Gewinne an der Schweizer Börse

Der immer weiter eskalierende Krieg in der Ukraine und die Furcht vor massiven wirtschaftlichen Folgen haben die globalen Finanzmärkte weiter fest im Griff. Nach der gestrigen Achterbahnfahrt hat der hiesige Aktienmarkt am Dienstag zwar erneut im roten Bereich eröffnet, sich aber nach wenigen Minuten ins Plus vorgekämpft und die Gewinne schnell ausgebaut. Die vorbörslich indizierten Kurse hatten noch ein starkes Minus erwarten lassen.

Der SMI notiert nach einem schwachen Start um 09.20 Uhr 0,80 Prozent höher auf 11'294,79 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, gewinnt gar 0,97 Prozent auf 1778,63 Zähler ein. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 29 im Plus, angeführt von Swiss Re (+3,5%), Roche (+3,2%) und Sonova (+2,9%).

Noch besser sieht es aus beim breiten SPI, der 1,43 Prozent auf 14'366,10 Punkte zulegt.

07:45, Der Ölpreis steigt erneut

Das Thema Energiekrise treibt die Anleger an den Rohstoffmärkten weiter um. Angesichts eines möglichen Banns für russische Energie-Importe notiert der Preis für die Ölsorte Brent aus der Nordsee 3,5 Prozent höher bei 127,50 Dollar je Barrel.

Am Montag hatte er ein 13-1/2-Jahres-Hoch von 139,13 Dollar je Barrel markiert und war anschliessend auf Berg- und Talfahrt gegangen. «Wenn der Krieg nicht aufhört, können die Preise für Brent auf 156 bis 185 Dollar pro Barrel steigen», sagt Rohstoffexperte Ajay Kedia von Kedia Commodities.

06:07, Börsen in Asien unter Druck

Die Aussicht auf ein Verbot von Ölimporten aus Russland vertreibt am Dienstag die Anleger aus den Märkten in Asien. Die Regierung von US-Präsident Joe Biden ist bereit, ein amerikanisches Embargo für russisches Öl auch dann zu verhängen, wenn die europäischen Verbündeten nicht mitziehen. 

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,3 Prozent tiefer bei 25'144 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1785 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,9 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,7 Prozent.

18:45, Nach Nike und Puma - Auch Adidas schliesst seine Läden in Russland

Nach Weltmarktführer Nike und dem Rivalen Puma zieht sich auch der fränkische Sportartikelkonzern Adidas vorübergehend aus dem russischen Markt zurück. Der Betrieb der eigenen Läden und des Onlinehandels in Russland würden angesichts des Kriegs gegen die Ukraine bis auf weiteres eingestellt, teilte Adidas am Montag mit.

Die Mitarbeiter sollen aber weiterhin ihren Lohn bekommen. Bereits am Wochenende hatte Puma den operativen Betrieb seiner 90 Geschäfte in Russland vorübergehend eingestellt. Der US-Rivale Nike hatte zunächst nur den Onlinehandel in Russland gestoppt, weil er die Lieferungen nicht mehr garantieren konnte. Am Donnerstag schlossen die Amerikaner aber auch ihre Läden.

18:25, London will russischen Oligarchen weniger Schlupflöcher lassen

Um effektiver gegen russische Oligarchen mit enormen Vermögen in Grossbritannien vorgehen zu können, will die britische Regierung im Schnellverfahren ein Gesetz durchs Parlament bringen. Man wolle damit «ein sehr starkes Signal senden, dass Grossbritannien keine Heimat für Korruption» sei, sagte die britische Innenministerin Priti Patel, die das Gesetz am Montag im Unterhaus in London vorstellte.

Die neuen Regeln sollten es dem inneren Zirkel des russischen Präsidenten Wladimir Putin erschweren, Besitztümer und Vermögen in Grossbritannien zu verstecken und Geld zu waschen.

18:20, Schweizer Börse lotet neue Tiefststände aus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag erneut nachgegeben und ist zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr gefallen. Dank aufkeimender Hoffnung im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg konnte der Leitindex einen Grossteil seiner Verluste aber wieder aufholen. 

Der SMI schloss um 0,84 Prozent tiefer auf 11'204,67 Zählern. Zeitweise war der Leitindex bis auf 10'871 Punkte gefallen - der tiefste Stand seit Mitte März 2021. Eine ähnliche Entwicklung gab es beim deutschen Dax und dem französischen CAC 40 Index, die beide in der Spitze um rund 5 Prozent eingebüsst hatten, sich dann aber ebenfalls erholen konnten und noch um zwei respektive 1,3 Prozent tiefer schlossen.

14:00, Aufwind nach Kaltstart an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am frühen Montagnachmittag von den grossen Verlusten am Morgen etwas erholt und notiert noch knapp 1,5 Prozent im Minus. Händler verweisen auf Äusserungen seitens Russland, wonach das Land seine Bedingungen an die Ukraine für einen Waffenstillstand etwas gemildert hat.

Der SMI notiert um 13.45 Uhr noch 1,9 Prozent tiefer bei 11'088 Punkten. Im Tief war der wichtigste Schweizer Aktienindex am Montag mit 10'871 Zählern deutlich unter die Marke von 11'000 Punkten gefallen. Etwas entspannt hat sich die Lage auch an den europäischen Börse, wo der Dax in Frankfurt noch 1,5 Prozent oder der Cac 40 in Paris 1,3 Prozent verlieren nach Abgaben von zuvor 3 Prozent und mehr.

Auch die Futures auf den US Dow Jones haben sich nach Mittag im Vorfeld dem Handelsstart in New York innert kurzer Zeit um 400 Punkte erholt, was auch den hiesigen Märkten helfe, wie es heisst. Nicht zuletzt hat sich auch das EUR/CHF-Währungspaar mit 1,0067 wieder etwas von der Parität lösen können.

11:25, Trübe Stimmung in der Euro-Wirtschaft

Die vom Beratungsunternehmen Sentix gemessene Wirtschaftsstimmung im Euroraum ist im März wegen des Ukraine-Kriegs stark eingebrochen. Gegenüber dem Vormonat fiel der Sentix-Konjunkturindikator um 23,6 Punkte auf minus 7,0 Zähler und damit auf den niedrigsten Wert seit November 2020, wie das Beratungsunternehmen Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte.

Es bestehe die Angst, dass die stark steigenden Energiekosten und der hohe Preisdruck auf Nahrungsmittel die Inflation weiter anheizten. Zudem sei der Handlungsspielraum der Notenbanken begrenzt.

10:00, Rubel fällt weiter

Der drohende Wegfall von Einnahmen aus Rohstoff-Exporten versetzt der russischen Währung einen erneuten Schlag. Im Gegenzug steigt der Dollar um 8,6 Prozent auf ein Rekordhoch von 131,50 Rubel.

09:17, Börse auf Talfahrt

Der Ausverkauf an den Finanzmärkte setzt sich zum Wochenstart fort. US-Aussenminister Antony Blinken hat am Wochenende ein Embargo gegen russisches Öl ins Gespräch gebracht und damit für einen Preissprung an den Ölmärkten gesorgt. Entsprechend sei die Marktstimmung auch an diesem Montag rot, kommentiert eine Händlerin. 

Der SMI büsst kurz nach Handelsbeginn gegen 09.15 Uhr 2,43 Prozent ein auf 11'025,53 Punkte. In Asien haben die Märkte am Morgen bereits mit deutlichen Verlusten reagiert und in Europa sacken die Börsen zum Wochenstart ebenfalls ab. So verlieren der deutsche DAX oder der französische Cac-40 jeweils mehr als 3 Prozent. Für die Wall Street deuten die Futures auf Abgaben von mehr als 400 Punkten hin.

07:05, Euro ist vorübergehend weniger wert als der Franken

Für die Finanzmärkte zeichnet sich mit Blick auf die anhaltend prekäre Lage im Ukraine-Konflikt erneut ein verlustreicher Wochenauftakt ab. Dabei gewinnt auch der Schweizer Franken als «sicherer Hafen» an Stärke.

Am späten Sonntagabend ist das Euro/Franken-Währungspaar erstmals seit Aufhebung des Mindestkurses im Jahr 2015 kurzzeitig unter Parität, also die Schwelle an der die beiden Währungen gleich viel wert sind, gefallen. Aktuell notiert der Euro bei 1,0012 Franken wieder knapp über der Paritätsmarke.

05:05, Ölpreis-Hoch verunsichert Anlegerinnen und Anleger

Das Risko eines drohenden Einfuhrverbots für russisches Öl lastet am Montag auf den Anlegern in Asien. Die Gespräche zwischen USA, Europa und Japan über ein mögliches Öl-Embargo treiben die Preise. 

Die Sorte Brent stieg im frühen Handel um mehr als zehn Prozent und notierte zuletzt um 7,90 Dollar höher bei 126,01 Dollar pro Barrel (159 Liter). «Wenn der Westen den Grossteil der russischen Energie-Exporte abschneidet, wäre das ein grosser Schock für die Weltmärkte», sagte Ethan Harris, Chefökonom der Bank of America (BofA). Dies könnte zu einem Anstieg des Ölpreises auf bis zu 200 Dollar pro Barrel führen und das Wirtschaftswachstum weltweit drücken.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 3,4 Prozent tiefer bei 25.097 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 3,1 Prozent und lag bei 1788 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,5 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 2,4 Prozent.

01:39, Der Ölpreis steigt auf fast 140 Dollar

Wegen der zunehmenden Angst vor den Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die weltweite Energieversorgung schnellt der Ölpreis weiter in die Höhe. In der Nacht zum Montag stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent auf einen Höchststand von 139,13 Dollar, bevor er auf 130,45 Dollar zurückging.

Dies entsprach immer noch einem Anstieg um mehr als 10 Prozent. Seit 2008 waren die Ölpreise nicht mehr so hoch.

22:20, letzte Meldung Sonntag: Baerbock wirft Putin «Aggression hoch Tausend» vor 

Die deutsche Aussenministerin Annalena Baerbock wirft dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ein skrupelloses Vorgehen vor. «Das, was wir erleben, was er tut, ist Aggression hoch Tausend», sagt die Grünen-Politikerin in der ARD. «Seine Panzer bringen keinen Frieden, die bringen nur Leid.» Putin breche mit allen Regeln des internationalen Rechts, mit allen Regeln des menschlichen Miteinanders.

22:05: Rekordpreise in den USA

Die Benzinpreise in den USA haben dem Autoverband AAA zufolge den höchsten Stand seit Juli 2008 erreicht. Der Durchschnittspreis am Sonntag habe knapp 4,01 Dollar je Gallone (etwa 0,97 Euro pro Liter) betragen. Dies sei ein Anstieg von elf Prozent zur Vorwoche und von 45 Prozent zum Vorjahr. Am teuersten sei Benzin in Kalifornien mit fast 5,23 Dollar je Gallone.

21:47: Netflix zieht den Russen den Stecker

Der Streaming-Dienst Netflix setzt einem Branchenmagazin zufolge sein Angebot in Russland aus. «Angesichts der Umstände vor Ort haben wir beschlossen, unseren Dienst in Russland einzustellen», zitiert «Variety» einen namentlich nicht genannten Sprecher des US-Konzerns. Netflix kündigte Anfang des Monats bereits an, alle zukünftigen Projekte und Übernahmen in Russland auszusetzen.

20.32: Dänemark rüstet auf

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigt eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben an. «Historische Zeiten erfordern historische Entscheidungen», sagt sie in Kopenhagen. Das Nato-Mitglied will bis 2033 die Ausgaben schrittweise auf zwei Prozent der Wirtschaftsleistung erhöhen. «Putins sinnloser und brutaler Angriff auf die Ukraine hat eine neue Ära in Europa eingeläutet, eine neue Realität», sagt sie unter Verweis auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Um die höheren Ausgaben zu ermöglichen, werden die gegenwärtigen Haushalts-Begrenzungen ausgesetzt. Frederiksen zufolge haben die wichtigsten Parteien des Landes zudem vereinbart, «sobald wie möglich» von russischem Erdgas unabhängig zu werden. Ein Zeitrahmen wird nicht genannt.

19:39: Tik-Tok will Live-Streams aussetzen

TikTok will Live-Streams und die Verbreitung neuer Videos in Russland auszusetzen. Hintergrund sei das jüngst verabschiedete neue Mediengesetz, das nun geprüft werde, teilt die Internet-Plattform mit. Der über die App in Russland angebotene Messaging-Dienst bleibe davon unberührt.

18:38: Danone bezieht Stellung

Der Lebensmittelkonzern Danone setzt nach eigenen Angaben alle Investitionen in Russland aus. Allerdings werde die Produktion und der Vertrieb «von frischen Milchprodukten und Säuglingsnahrung aufrechterhalten, um den essenziellen Nahrungsmittelbedarf der örtlichen Bevölkerung weiterhin zu decken», heisst es auf der Website des französischen Unternehmens. Nach der russischen Invasion sei eine von zwei Fabriken in der Ukraine nun geschlossen.

17:16: VTB will Europa-Business abwickeln

Die russische Bank VTB bereitet einem Zeitungsbericht die Abwicklung ihres Europa-Geschäfts vor. Nach dem Einfrieren der Vermögenswerte im Zuge von Sanktionen sei es als unmöglich eingestuft worden, das Geschäft fortzusetzen, berichtet die «Financial Times» unter Berufung auf Insider. 

15:23: Union Pay soll Mastercard ersetzen

Nachdem Mastercard und Visa ihre Geschäfte in Russland ausgesetzt haben, erwägen laut der russischen Zentralbank viele heimische Institute die Nutzung des chinesisches Kreditkartensystems UnionPay. Zahlreiche Geldhäuser, darunter Sberbank, wollten entsprechende Karten ausgeben, teilt die Notenbank mit. Mehrere Institute nutzen demnach ohnehin bereits UnionPay, das in 180 Ländern etabliert sei. In Russland ausgestellte Kreditkarten, die auf dem Mastercard- oder Visa-System basieren, funktionierten ab Mittwoch nicht mehr im Ausland, warnt die Notenbank. Innerhalb Russlands würden die Karten bis zu ihrem Ablaufdatum akzeptiert.

11:01: Moody's senkt den Daumen über Russland

Die US-Ratingagentur Moody's senkt ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit Russlands weiter auf Ca und behält den negativen Ausblick bei. Als Grund für die Herabstufung nennt Moody's «ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Bereitschaft und Fähigkeit Russlands, seine Schuldenverpflichtungen zu begleichen». Die Ausfallrisiken seien gestiegen. Am Donnerstag hatte Moody's das Rating um sechs Stufen zurückgenommen, und zwar von Baa3 auf B3.

8:24, erste Meldung Sonntag: 11'000 russische Soldaten tot

Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind nach Angaben des Generalstabes der ukrainischen Streitkräfte mehr als 11'000 russische Soldaten getötet worden. Am Samstag war noch von mehr als 10'000 Toten die Rede. Wie viele ukrainische Soldaten in dem Krieg getötet oder verletzt wurden, teilt der Generalstab nicht mit.

23:13, letzte Meldung Samstag: Mastercard und Visa stellen Business ein

Mastercard und Visa setzen ihre Geschäfte in Russland aus. Von dortigen Banken ausgestellte Kreditkarten würden nicht mehr unterstützt, teilen die US-Konzerne in getrennten Erklärungen mit. Auch im Ausland herausgegebene Karten sollen nicht mehr in Russland funktionieren.

20:11: Shell will Fonds äufnen

Shell hat angekündigt, Gewinne im Zusammenhang mit Käufen von russischem Öl in einen humanitären Fonds für die Ukraine einzuzahlen. Der Energiekonzern kaufte am Freitag russisches Rohöl zu einem rekordgünstigen Preis. Das Geschäft verstiess nicht gegen westliche Sanktionen. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba fragte Shell auf Twitter dazu, ob «russisches Öl für Sie nicht (nach) ukrainischem Blut riecht». Der Konzern erklärt, zwar werde man wo immer möglich nach Alternativen zu russischem Öl suchen. Dies werde angesichts der Bedeutung des Landes für den Weltmarkt jedoch nicht sofort geschehen können. «Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht und wir verstehen die starken Gefühle, die damit verbunden sind», heisst es weiter.

19:09: OMV kündigt Investitionsstopp an

Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV kündigt an, in Russland zukünftig keine Investitionen mehr zu verfolgen. "Russland wird nicht mehr als eine der strategischen Kernregionen im Exploration & Production Portfolio der OMV betrachtet", heißt es in einer Pflichtmitteilung am Abend. Zudem werde eine strategische Überprüfung der wirtschaftlichen Beteiligung von knapp einem Viertel am Juschno-Russkoje-Erdgasfeld eingeleitet. "Diese Überprüfung beinhaltet alle Optionen einschließlich Möglichkeiten einer Veräußerung oder Ausstiegs."

17:23: Puma und Prada machen dicht

Das italienische Modehaus Prada ebenfalls einen Verkaufsstopp in Russland an. Auch Puma macht in Russland dicht. Man habe beschlossen, den operativen Betrieb der Geschäfte in Russland vorübergehend einzustellen, heisst es in einer Mitteilung des Sportartikelherstellers.

13.30, erste Meldung Samstag: Aeroflot fliegt nicht mehr ins Ausland

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot stellt nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Tass ab Dienstag sämtliche Flüge aus Russland ins Ausland ein. Einzige Ausnahme seien Verbindungen nach Belarus, zitiert Tass die Airline. 

19:47, letzte Meldung Freitag: Russland blockiert Facebook

Die russischen Behörden blockieren Facebook. Dies sei eine Reaktion darauf, dass zuvor der Zugang russischer Medien zu der Social-Media-Plattform beschränkt worden sei, erklärt die Medien- und Telekommunikationsaufsicht Roskomnadsor. Seit Oktober 2020 habe es 26 solcher Fälle gegeben. Betroffen gewesen seien unter anderem staatlich gestützte Medien wie RT und Ria.

Von der Facebook-Mutter Meta gab es zu der Massnahme von Roskomnadsor zunächst keine Stellungnahme. Das US-Unternehmen hatte jüngst in der EU den Facebook-Zugang für die russischen Medien RT und Sputnik beschränkt.

18:20: Knapp einer AKW-Katastrophe entgangen

Die Welt ist nach Einschätzung der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, in der Nacht nur knapp einer Atomkatastrophe entgangen, als bei der Einnahme des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja ein Feuer ausbrach.

Ein solcher Angriff, der eine neue Form der Eskalation bei der russischen Invasion der Ukraine darstelle, dürfe sich nicht wiederholen. Das müsse die Moskauer Regierung zusichern, fordert Thomas-Greenfield bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats. Die unmittelbar drohende Gefahr bestehe weiter, da russische Truppen rund 32 Kilometer von der zweitgrössten ukrainischen Atomanlage entfernt stünden.

17:36 «Guide Michelin» stellt Arbeit in Russland ein

Der Restaurantführer «Guide Michelin» stellt seine Arbeit in Russland wegen des Ukraine-Kriegs ein. «Angesichts der Schwere der aktuellen Krise sahen sich die Teams des «Guide Michelin» zu der Entscheidung veranlasst, alle Aktivitäten zur Empfehlung von Restaurants in Russland einzustellen», teilte Michelin am Freitag in Paris mit.

«In diesem Zusammenhang haben wir uns dafür entschieden, das Reiseziel Moskau nicht zu bewerben.» Daher werde es in diesem Jahr keine Aktualisierung der Moskau-Auswahl geben, die Veröffentlichungen dazu in sozialen Netzwerken, der App und im Internet würden ausgesetzt.

«Diese Entscheidungen stellen das Talent der Küchenchefs und Teams der 69 Restaurants, die im vergangenen Oktober ausgezeichnet wurden, in keiner Weise in Frage», betonte der Restaurantführer.

17:27 Studie: Europa könnte nächsten Winter ohne russisches Gas auskommen

Unter bestimmten Bedingungen könnte Europa im nächsten Winter ohne russisches Erdgas auskommen. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag vorgestellte Studie des Beratungsunternehmen Aurora Energy Research.

Die Analysten nehmen für diesen Fall eine Lücke von 109 Milliarden Kubikmeter Erdgas an, was 38 Prozent aller geplanten Gaslieferungen in die EU entspräche. Diese Lücke müsste durch andere Lieferungen und Verbrauchskürzungen geschlossen werden, hiess es.

Alternative Lieferungen könnten gesteigert werden durch eine Kombination aus mehr Flüssiggas- und Pipeline-Importen und einer stärkeren heimischen Erdgasförderung, hiess es in einer Mitteilung. Eine wichtige Rolle spiele auch die Gasspeicherung.

Die Modellrechnung geht davon aus, dass die Speicher zu Beginn des kommenden Winters zu 90 Prozent gefüllt sind. Auf der Grundlage aktueller Gaspreise rechnen die Analysten dafür mit Kosten in der Grössenordnung von 60 bis 100 Milliarden Euro. Starke staatliche Eingriffe wären für die Einspeicherung erforderlich.

Darüber hinaus müsste die Gasnachfrage in allen Wirtschaftsbereichen reduziert werden. So könnte die geplante Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken mit einer Kapazität von insgesamt 25 Gigawatt verzögert werden, was rund 12 Milliarden Kubikmeter Gasverbrauch durch Gaskraftwerke ausgleichen würde. Der Kohlebedarf und in der Folge auch die CO2-Emissionen würden allerdings entsprechend steigen.

Würden allerdings auch noch die russischen Kohlelieferungen gestoppt, würde dies eine «erhebliche Herausforderung» für die Kohlekraftwerksbetreiber bedeuten, so die Studie. Auch Haushalte könnten durch massvolle Verhaltensänderungen den Gasverbrauch senken.

17:09 Luxusgüterkonzern Richemont legt Russland-Geschäft auf Eis

Der Luxusgüterkonzern Richemont reagiert auf die russische Invasion der Ukraine. In der Ukraine habe Richemont den Betrieb am 24. Februar eingestellt, wie das Schweizer Unternehmen am Freitag mitteilte.

In Russland habe Richemont die Geschäftstätigkeit am 3. März auf Eis gelegt. Der Konzern werde die weitere Entwicklungen beobachten und seine Maßnahmen entsprechend anpassen. Richemont unterstütze die humanitären Bemühungen mit Spenden.

16:42: Intel und Microsoft stoppen Russland-Geschäft

Russland verliert mit Microsoft und Intel zwei der wichtigsten Zulieferer für seine Computer-Technik. Weges des Angriffskriegs in der Ukraine stoppen der Software-Riese und der Chipkonzern ihr Geschäft in Russland. Von Microsoft kommen neben dem Windows-System unter anderem auch die Office-Büroprogramme.

Intel ist der grösste Anbieter von Prozessoren für Windows-PCs und Server. Intel teilte am Freitag mit, man setze alle Lieferungen an Kunden in Russland aus. Auch Belarus, das die russische Invasion in die Ukraine unterstützt, wird nicht mehr versorgt. Microsoft schränkte ein, dass das Neugeschäft mit allen Produkten und Diensten gestoppt werde. Der Konzern hilft bereits der Ukraine bei der Abwehr von Cyberangriffen mutmasslich russischer Hacker.

Auch Google setzt sein Anzeigengeschäft in Russland bis auf Weiteres aus. Betroffen sei Werbung sowohl im Umfeld der Internet-Suche als auch bei der Videoplattform Youtube, teilte der Konzern unter anderem dem US-Sender CNBC mit. Zuvor hatte Google nur bestimmte Anzeigen rund um den Krieg blockiert.

Als weiteres Tech-Unternehmen stoppte der Apartment-Vermittler Airbnb seine Aktivitäten in Russland und Belarus, wie Firmenchef Brian Chesky bei Twitter schrieb. Unter anderem hatte bereits Apple Lieferungen seiner Geräte nach Russland sowie Dienste in dem Land eingestellt.

15.50: Stopp der russischen Düngemittel-Exporte

Das russische Handels- und Industrieministerium empfiehlt Düngemittel-Herstellern einen vorübergehenden Stopp ihrer Exporte. Dies gehe auf Probleme in der internationalen Logistik zurück, teilt das Ministerium mit. Russische Firmen sollten ihren Dünger erst wieder exportieren, wenn sichergestellt sei, dass die Lieferungen auch ankämen.

15.40: G7-Staaten drohen mit weiteren Sanktionen

Die G7-Staaten wollen nach Angaben des japanischen Aussenministers Yoshimasa Hayashi weitere Sanktionen gegen Russland verhängen, wenn die Invasion in der Ukraine fortgesetzt wird. «Wir haben Russland aufgerufen, die Angriffe in der Ukraine sofort zu stoppen... und die Truppen abzuziehen», sagt Hayashi. «Wir waren uns als G7 einig, dass wir weitere, schwerwiegende Sanktionen verabschieden, wenn Russland den Angriff nicht stoppt.»

14:48 EU will Russlands Zugang zu IWF-Geldern begrenzen

EU-Vertreter loten aus, wie Russlands Einfluss und Zugang zu Finanzmitteln beim Internationalen Währungsfonds (IWF) eingedämmt werden könnte. Es gebe eine Diskussion darüber, ob man Russland wegen der Invasion in der Ukraine ganz aus dem IWF rauswerfen könne. Dies sei aber unrealistisch, weil Länder wie China zustimmen müssten. Andere Optionen, die geprüft werden, umfassen demnach die Aussetzung der Stimmrechte Russlands.

Zudem könnte Russlands Zugang zu einer speziellen IWF-Währung, den sogenannten Sonderziehungsrechten (SZR), gesperrt werden, sagen die EU-Vertreter. In Kreisen des US-Finanzministeriums heißt es, die USA wollten verhindern, dass Russland von den SZR profitiere.

14:29 Bankiervereinigung schliesst Gazprombank und Sberbank aus

Die beiden russischen Banken Gazprombank (Schweiz) AG und Sberbank (Switzerland) AG werden per sofort aus der Schweizer Bankiervereinigung ausgeschlossen.

Die Schweizer Banken hielten sich strikt an alle geltenden Vorschriften und Massnahmen, einschliesslich der Sanktionen von schweizerischen, internationalen und supranationalen Gremien, teilte der Verband am Freitag mit. Integrität und Reputation seien wichtige Schlüsselfaktoren für den hiesigen Finanzplatz.

Der Verwaltungsrat der Bankiervereinigung verurteile den Krieg gegen die Ukraine und unterstütze daher klar die vom Bundesrat beschlossenen Sanktionen gegen Russland, heisst es im Communiqué. Folglich habe man den Ausschluss der beiden Banken in einer ausserordentlichen Sitzung am (gestrigen) Donnerstag beschlossen.

11:00 Moskauer Börse bleibt bis mindestens 8. März geschlossen

Die Moskauer Aktienbörse bleibt angesichts des Ukraine-Krieges Agenturberichten zufolge mindestens bis einschliesslich Dienstag geschlossen.

Seit dem letzten Öffnungstag der Moskauer Börse am Freitag vor einer Woche haben an der Londoner Börse gelistete Anteilsscheine russischer Unternehmen laut Bloomberg über 90 Prozent ihres Werts verloren, bevor sie am Donnerstag vom Handel ausgesetzt wurden.

08:16: Russische Wirtschaft schrumpft im Quartal um 35 Prozent

Die Analysten der US-Grossbank JPMorgan sagen für das zweite Quartal einen Absturz des Bruttoinlandsproduktes von 35 Prozent voraus. 2022 insgesamt dürfte die Wirtschaftsleistung um sieben Prozent einbrechen. Die Entwicklung sei vergleichbar mit der schweren Wirtschaftskrise 1998, der internationalen Finanzkrise 2008 sowie die Corona-Pandemie 2020.

07:40: Feuer in Atomkraftwerk Saporischschja gelöscht

Das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben einer regionalen Behörde von russischen Truppen eingenommen worden. Das Betriebspersonal überwache den Zustand der Kraftwerksblöcke, teilt die Behörde in sozialen Medien mit. Man wolle sicherstellen, dass der Betrieb in Europas grösstem AKW weiterhin den Sicherheitsanforderungen entspreche.

Nach ukrainischen Angaben hatten russische Streitkräfte das Kraftwerk im Südosten des Landes in den frühen Morgenstunden angegriffen. Dabei sei ein angrenzendes fünfstöckiges Schulungsgebäude in Brand geraten. Das Feuer sei aber inzwischen gelöscht.

04:51:EU will unabhängiger von russischem Gas werden

Die EU will unabhängiger von russischem Gas werden. Dafür fordern die Grünen im EU-Parlament drastische Massnahmen, um erneuerbare Energien auszubauen. Pläne der EU-Kommission sieht die Fraktion teils kritisch.

Angesichts einer möglichen Energiekrise wegen des Kriegs in der Ukraine fordern die europäischen Grünen einen EU-Fonds für erneuerbare Energien. Das geht aus einem Brief der Fraktion an die EU-Kommission hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

04:48: Asiatische Aktien rutschen auf 16 Monatstief

Berichte über heftige Kämpfe in der Nähe eines Atomkraftwerks in der Ukraine haben die Anleger aufgeschreckt. Der MSCI-Index der asiatischen Aktien ohne Japan fiel um 1,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit November 2020. An der Börse in Tokio brach der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mehr als zwei Prozent aein. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,9 Prozent.

01:43: Flugticket-Anbieter streichen Aeroflot aus ihren Systemen

Die russische Fluggesellschaft Aeroflot verliert wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine weitere wichtige Geschäftspartner.

Mit dem US-Unternehmen Sabre und der spanischen Amadeus IT Group kappten zwei der grössten Buchungssystemanbieter für Flugtickets am Donnerstag die Geschäftsbeziehungen zu der Airline.

Donnerstag 15:44: Macron an Putin – «Sie belügen sich selbst»

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einem seiner Berater zufolge Russlands Präsident Wladimir Putin gesagt, er mache mit der Invasion in die Ukraine einen grossen Fehler. Russland werde teuer dafür bezahlen. Es werde am Ende isoliert und geschwächt dastehen. Die Sanktionen blieben für eine sehr lange Zeit in Kraft. Putin habe seinen Standpunkt wiederholt, dass er die «Entnazifizierung der Ukraine» anstrebe. Macron habe ihm gesagt: «Sie belügen sich selbst.»

14:28: Ungeklärtes Schicksal von Nord Stream 2

Das Schicksal der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 ist ungeklärt. Das «Handelsblatt» berichtet unter Berufung auf einen Insider, dass die Betreibergesellschaft Nord Stream 2, die zu 100 Prozent dem russischen Gazprom-Konzern gehört, die Fernwartung der Pipeline hat einstellen müssen. Diese erfolgte bisher vom Unternehmenssitz in der Schweiz aus. In der Pipeline befänden sich aber 330 Millionen Kubikmeter Erdgas, die unter einem Druck von 120 bar stünden. «Es handelt sich bei der Pipeline um eine komplexe Konstruktion, die man nicht einfach sich selbst überlassen kann», sagt ein Insider.

13:47: Auch VW stoppt Geschäfte in Russland

Volkswagen stoppt wegen des Kriegs in der Ukraine seine Geschäfte in Russland. Die Fertigung an den Standorten Kaluga und Nischni Nowgorod werde bis auf weiteres eingestellt, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Ebenfalls werde mit sofortiger Wirkung der Fahrzeugexport nach Russland gestoppt.

10:50: Russische Unternehmen wollen chinesische Bankkonten eröffnen

Russische Unternehmen wollen angesichts der westlichen Sanktionen wegen der Invasion in der Ukraine verstärkt Bankkonten bei chinesischen Geldhäusern eröffnen. «In den vergangenen Tagen sind 200 bis 300 Unternehmen an uns herangetreten, die neue Konten eröffnen wollen», sagte ein Mitarbeiter der Moskauer Filiale einer chinesischen Staatsbank.

10:46: Londoner Börse stoppt Handel mit Aktien mit Russland-Verbindung

Die Londoner Börse hat seit der Einführung britischer Sanktionen nach eigenen Angaben den Handel mit 28 Wertpapieren gestoppt, die in Verbindung mit Russland stehen.

06:18: Abramowitsch verkauft Chelsea FC

Der russische Unternehmer Roman Abramowitsch will den englischen Fussball-Club Chelsea FC verkaufen und mit dem Geld nach eigenen Angaben den Opfern des Ukraine-Konflikts helfen.

Er werde keine Rückzahlung seiner Darlehen an den Londoner Club verlangen, dem er nach Medienberichten insgesamt 1,5 Milliarden Pfund geliehen haben soll. «Für mich ging es nie um Geschäft oder Geld, sondern um die reine Leidenschaft für das Spiel und den Verein.»

06:01: Nestle fährt Produktion in ukrainischen Fabriken wieder hoch

Der Lebensmittelkonzern eröffnet seine Fabriken und Lagerhäuser in der zentralen und westlichen Ukraine nach rund einer Woche bereits wieder. Damit wolle der Weltmarktführer die Versorgung des vom Krieg zerrütteten Landes mit Lebensmitteln und Getränken sicherstellen.

05:42: Japanische Airlines streichen Flüge nach Europa

Die japanischen Fluglinien Japan Airlines (JAL) und ANA setzen am Donnerstag alle Flüge von und nach Europa wegen Sicherheitsbedenken aus. «Wir beobachten die Situation ständig, aber angesichts der derzeitigen Lage in der Ukraine und der verschiedenen Risiken haben wir beschlossen, die Flüge zu streichen», sagt ein JAL-Sprecher Reuters.

04:52: Moody's senkt Russlands Rating

Die US-Ratingagentur Moody's stuft nach dem Einmarsch in die Ukraine die Kreditwürdigkeit Russlands ab. Die Ratingnote wurde wegen der strengen Sanktionen der westlichen Länder auf «B3» von «Baa3» gesenkt, begründet Moody's den Schritt. Moody stuft demnach die Sicherung von Zins und Tilgung als gering ein. Zuvor hatte bereits die Ratingagentur Finch die Bonität Russlands auf Schrottniveau heruntergesetzt.

03:33: Amazon kündigt Hilfe für Ukraine an

Der Internetriese Amazon kündigt Hilfen für die Ukraine an. «»Wir unterstützen humanitäre Hilfsorganisationen vor Ort mit Geldspenden von Amazon und unseren Mitarbeitern, mit Logistik, um Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen», schreibt CEO Andy Jassy auf Twitter«»

01:00: Sanktionen: EU nimmt Kryptowährungen ins Visier

Die europäischen Finanzminister wollen wegen des Ukraine-Kriegs den Druck auf Russland erhöhen. So sollen bei den verhängten Sanktionen Schlupflöcher geschlossen werden, etwa bei Kryptowährungen, wie Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire am Mittwochabend sagte. Diese sollten zu den Sanktionen hinzugefügt werden.

Mittwoch 16:15: EU verhängt neue Sanktionen gegen Belarus

Die Europäische Union hat neue Sanktionen gegen Belarus wegen der Unterstützung des russischen Einmarsches in die Ukraine beschlossen. Dies teilte die EU am Mittwoch mit, ohne die einzelnen Strafmassnahmen zunächst zu veröffentlichen. Die französische EU-Ratspräsidentschaft twitterte, dass die Massnahmen neue Wirtschaftssanktionen und neue Listen belarussischer Beamter und Militärs umfassen, die an der Aggression gegen die Ukraine beteiligt seien. Sie würden «einige Wirtschaftssektoren treffen, insbesondere Holz, Stahl und Kali», hiess es in einer Erklärung.

14:51: Russland nennt Nord-Stream-Stopp «inkazeptabel»

Dass Deutschland die Zertifizierung der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 auf Eis gelegt hat, wertet das russische Aussenministerium als inakzeptabel. Das werde zu einer unwiderruflichen Beschädigung der Beziehungen zwischen beiden Ländern führen, erklärt das Ministerium. Zudem werde der Schritt zu einem unvermeidlichen und schnellen Anstieg der Gaspreise führen.

14:37: Börsen auf Berg- und Talfahrt

Der Krieg in der Ukraine schickt Europas Börsen auf eine Berg- und Talfahrt. So schürte die Rohstoffpreis-Rally am Mittwoch Konjunktur- und Inflationsängste. Einige Anleger setzten aber darauf, dass der der Aktienmarkt seine Talsohle erreicht hat und stiegen wieder ein. Dax und EuroStoxx50 pendelten um ihre Schlusskurse vom Dienstag. SMI und SPI sinken leicht. An der Börse mache das Wort «Stagflation» die Runde. Darunter verstehen Experten eine stagnierende Wirtschaft bei steigender Inflation.

14:20: Oligarchen bringen ihre Yachten in Sicherheit

Russische Milliardäre bringen offensichtlich ihre Superyachten aus der Reichweite westlicher Sanktionen. Mindestens fünf der Luxus-Schiffe liegen bei den Malediven vor Anker oder kreuzen in den Gewässern vor der Inselgruppe im Indischen Ozean, wie aus Schifffahrts-Daten hervorgeht. Die Malediven haben kein Auslieferungsabkommen mit den USA.

12:59: EU-Sanktionen in Kraft: Verbreitung von RT und Sputnik verboten

Die Verbreitung der russischen Staatsmedien RT und Sputnik in der EU ist ab sofort verboten. Die Massnahme trat am Mittwoch mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft. Umgesetzt werden muss sie von den Medienregulierern der EU-Staaten.

09:22: Airbus liefert russischen Fluglinien keine Ersatzteile mehr

Der europäische Flugzeugbauer Airbus liefert russischen Fluggesellschaften keine Ersatzteile mehr. Die Niederlassung in Russland stelle im Einklang mit den Sanktionen ihren Betrieb ein, teilt das Unternehmen mit.

09:20: Ukraine bekommt mehr Waffen

Die Ukraine wird nach den Worten ihres Verteidigungsministers Oleksii Resnikow weitere Flugabwehrraketen vom Typ Stinger und Javelin aus dem Ausland bekommen. Ausserdem werde die Türkei weitere Drohnen liefern. Mehrere westliche Staaten haben der Ukraine Waffen zur Abwehr der russischen Invasion zugesagt.

07:40: Polen hat schon mehr als 450'000 Flüchtlinge aus Ukraine

Mehr als 450'000 Menschen sind seit Beginn der russischen Invasion von der Ukraine inzwischen nach Polen gekommen, wie der stellvertretende Innenminister Pawel Szefernaker im Rundfunk mitteilt. Am Montag überquerten demnach mit mehr als 100'000 bislang die meisten Menschen an einem einzigen Tag die Grenze. Am Dienstag seien es 98'000 gewesen.

Mehr als 113'000 Ukrainer sind zudem seit Beginn der russischen Invasion nach Rumänien geflohen. Das geht aus Daten der Grenzpolizei hervor. Mehr als die Hälfte von ihnen haben sich demnach bereits weiter auf den Weg gemacht nach Bulgarien und Ungarn.

07:34 Russischer Logistikkonzern weicht auf Yuan aus

Der russische Transport- und Logistikkonzern Fesco akzeptiert wegen der internationalen Sanktionen gegen Russland chinesische Yuan von ihren Kunden. Zudem könnten alle Abrechnungen und Zahlungen in russischen Rubel wie gewohnt ablaufen, hiess es in einer am Mittwoch bekanntgewordenen Erklärung des Unternehmens. Darüber hinaus würden «verschiedene alternative Zahlungsmöglichkeiten» für Euro- und Dollar-Transaktionen angeboten.

07:27: Putin stoppt Ausfuhr von mehr als 10'000 Dollar pro Person

Russland hat von diesem Mittwoch an die Ausfuhr von ausländischem Bargeld im Wert von umgerechnet 10'000 Dollar verboten. Damit soll ein Abfluss von Kapital verhindert werden.

Zahlreiche Menschen verlassen wegen Putins Angriff auf die Ukraine auch Russland, weil sie Angst vor einer Verschärfung der Lage haben. Deshalb versuchen sie, ihr Bargeld in Sicherheit zu bringen.

05:43: Apple und Ford stoppen Verkäufe in Russland

Apple setzt als Reaktion auf die Invasion den Verkauf seiner Geräte in Russland aus. Bereit seit vergangener Woche würden keine Produkte mehr in die Handelskanäle exportiert, gab der iPhone-Konzern bekannt. Auch Dienste wie Apple Pay werden in dem Land eingeschränkt. Der zweitgrösste US-Autobauer Ford zieht sich bis auf Weiteres aus Russland zurück.

02:34: ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück

Der US-Ölkonzern ExxonMobil kündigte am Dienstag an, dass er sich schrittweise aus dem Betrieb eines grossen Ölfelds in Russland zurückziehen will. Exxon Mobil betreibt im Namen eines Konsortiums, dem der russische Ölkonzern Rosneft, ein indisches sowie ein japanisches Unternehmen angehören, seit 1995 das Sachalin-1-Ölfeld, das ganz im Osten des Landes liegt.

Dienstag 17:52: Nord Stream 2 AG ist gemäss Kanton Zug konkurs

Die in Zug ansässige Nord Stream 2 AG, die die Ostsee-Gaspipeline zwischen Russland und Deutschland realisiert, ist konkurs. Davon betroffen sind über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Parmelin sprach von über 140 Personen, die entlassen worden seien. Thalmann sagte, es gehe um 100 bis 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zuger Volkswirtschaftsdirektion wurde nach eigenen Angaben am Montag von Nord Stream 2 kontaktiert und am Dienstag detailliert über den Konkurs informiert.

16:58: BAK rechnet wegen Ukrainekonflikt mit Einbusse beim Wirtschaftswachstum

Der Überfall Russlands auf die Ukraine könnte die Schweiz 2022 und 2023 je rund einen halben Prozentpunkt Wirtschaftswachstum kosten. Zu dieser Einschätzung kommen die Ökonomen von BAK Economics in einer Ersteinschätzung. Die Schweiz falle damit nicht in eine Rezession, stellte das BAK am Dienstag in einem Communiqué fest. Doch die Erholung nach der Corona-Krise werde empfindlich geschwächt.

Anstatt gut 3 Prozent dürfte das Wachstum 2022 nur um die 2,5 Prozent erreichen, so die Einschätzung von BAK Economics. Und 2023 werde das Wachstum mit 1,5 Prozent unter das Potentialwachstum zurückfallen.

16:06: Containerriesen Maersk und MSC stoppen Russland-Transporte

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs haben die dänische Containerreederei Maersk sowie die schweizerisch-italienische MSC den Grossteil der Transporte von und nach Russland gestoppt.

15:09: Jaguar Land Rover setzt Lieferungen nach Russland aus

Der britische Autohersteller Jaguar Land Rover hat seine Verkäufe nach Russland wegen des Krieges in der Ukraine ausgesetzt. Man werde die Lage beobachten.

14:49: Adidas gibt den Russen den Schuh

Adidas rüstet die russischen Fussball-Nationalmannschaften nicht mehr aus. Der Sportartikelkonzern setze seine seit 2008 laufende Partnerschaft mit dem Russischen Fußballverband mit sofortiger Wirkung aus, sagt eine Sprecherin. Der 2018 verlängerte Ausrüstervertrag wäre noch bis Ende des Jahres gelaufen. Der Welt-Fussballverband Fifa hatte Russland am Montag wegen des Einmarschs in die Ukraine von der Teilnahme an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Katar im November/Dezember ausgeschlossen.

14:26: Ölpreis über 100 Dollar auf Sieben-Jahres-Hoch

Die Ölpreise haben am Dienstag in einem angespannten Umfeld stark zugelegt. Im Verlauf des Vormittags stieg der Preis für Rohöl aus der Nordsee wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) bis auf ein Tageshoch bei 102,32 Dollar. Gegen Mittag wurde ein Fass der Nordseesorte Brent bei 101,88 Dollar gehandelt. Das waren 3,91 Dollar mehr als am Vortag. Zu Wochenbeginn war der Preis noch bis etwa 105 Dollar gestiegen, fiel dann allerdings zeitweise deutlich zurück. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete am Dienstag 98,87 Dollar und damit 3,15 Dollar mehr als am Montag.

13:51: Russische Milliardäre stemmen sich gegen EU-Sanktionen

Russische Milliardäre weisen die gegen sie verhängten EU-Sanktionen als unberechtigt zurück und gehen auf Distanz zur russischen Politik. Die Geschäftsmänner Michail Fridman und Petr Aven wollen die Massnahmen wie das Einfrieren von Vermögenswerten oder Einreiseverbot in die Europäische Union anfechten.

Die Vorwürfe seien «fadenscheinig und unbegründet», liessen die Geschäftsleute am Dienstag mitteilen. Dagegen wollen sie «energisch und mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln» vorgehen.

06:54: Musk liefert Ukraine Starlink-Empfangsanlagen

Nach Freischaltung des Satelliten-Internetdienstes Starlink für die von Russland angegriffene Ukraine hat Tech-Milliardär Elon Musk auch eine Lieferung der nötigen Empfangsanlagen geschickt.

Das Starlink-System, das schnelle Internet-Verbindungen direkt über eigene Satelliten herstellt, könnte Ukrainern helfen, wenn die herkömmlichen Telekommunikationsnetze ausfallen sollten. Das System wird von Musks Raumfahrtfirma SpaceX aufgebaut. Er ist auch Chef des Elektroauto-Herstellers Tesla.

Montag 19:23: EU will Extra-Gewinne von Energiefirmen abschöpfen

Insidern zufolge sollen die EU-Staaten nach dem Willen der EU-Kommission die aus den gestiegenen Gas-Preisen entstandenen Extra-Gewinne von Energiefirmen abschöpfen. Mit den Einnahmen aus solchen Steuern sollten Investitionen in Erneuerbare Energien und Projekte zur Energieeinsparung finanziert werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Der Vorschlag sehe keine EU-weite Steuer vor. Vielmehr wolle die EU-Kommission erklären, dass solche Steuern von Mitgliedsstaaten nicht gegen EU-Regeln verstiessen.

18:52: Shell – Geben Joint Ventures mit Gazprom auf

Der Energiekonzern Shell kündigt an, seine Gemeinschaftsunternehmen mit dem russischen Konzern Gazprom und zugehörigen Firmen aufgeben zu wollen. Dazu gehöre auch die Beteiligung an Nord Stream 2. Dies werde Abschreibungen zur Folge haben, teilt Shell mit.

18:37: EDA empfiehlt Ausreise aus Ukraine

Das Aussendepartement empfiehlt Schweizer Bürgerinnen und Bürgern in der Ukraine das Verlassen des Landes mit eigenen Mitteln. Sofern dies nicht möglich ist, sollten sie einen sicheren Ort aufsuchen. Die Lage sei sehr volatil und unübersichtlich.

16:36: Stadler erlebt schwarzen Börsentag

Die Aktie von Stadler Rail notiert kurz vor Handelsschluss noch immer deutlich über 9 Prozent im Minus. Grund sind drohende Sanktionen gegen Weissrussland, wo seit 2013 ein Stadler-Werk in Minsk steht, und eine Rating-Herabstufung auf «Reduce» durch Kepler Chevreux.

Der Zugbauer selbst sagt, er rechne nicht mit Zahlungsausfällen wegen der Sanktionen gegen Russland. Stadler habe bisher noch keinen Auftrag aus der Ukraine erhalten und aktuell auch keine Aufträge aus Russland im Auftragsbestand, erklärte die Firma.

14:00: Schweiz bereitet Sperrung des Luftraums für russische Flugzeuge vor

Die Schweiz bereitet die Sperrung ihres Luftraums für Flüge von und nach Russland vor. Die Fluggesellschaft Swiss hat am Montag ihren Flug von Zürich nach Moskau aufgrund «der noch unklaren Entwicklung der regulatorischen Lage» nicht durchgeführt.

11:10: Selenskyj pocht auf EU-Beitritt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pocht angesichts des russischen Angriffskriegs auf einen EU-Beitritt seines Landes.

«Wir wenden uns an die EU zur unverzüglichen Aufnahme der Ukraine nach einer neuen speziellen Prozedur», sagte Selenskyj am Montag. «Ich bin überzeugt, dass das gerecht ist. Ich bin überzeugt, dass wir das verdient haben.»

Kiew hatte bereits in den vergangenen Tagen die Aufnahme in die Europäische Union gefordert. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach sich am Sonntag für einen Beitritt der Ukraine aus.

10:25: Russische Zentralbank verdoppelt Leitzins auf 20 Prozent

Die russische Zentralbank reagiert mit einer drastischen Zinserhöhung auf die Währungskrise infolge westlicher Sanktionen. Der Leitzins steigt von 9,5 auf 20 Prozent, wie die Währungshüter am Montag in Moskau ankündigten.

Der Dollar stieg am Montag zeitweise um fast 42 Prozent auf ein Rekordhoch von 119 Rubel. Höhere Zinsen können den Kurs stabilisieren helfen und auch die Inflation bremsen, machen aber auch Kredite teurer - etwa für Investitionen. Heimische Unternehmen sollen zudem 80 Prozent ihrer Deviseneinnahmen verkaufen, verkündeten Zentralbank und Finanzministerium.

08:09: Hacker greifen ukrainische Militärvertreter und Politiker an

Die Facebook-Konten von mehreren öffentlichen Personen in der Ukraine sind von Hackern angegriffen worden. Das teilte Facebook-Eigner Meta am Montag mit. Unter den Betroffenen seien hochrangige Militärvertreter, Politiker sowie ein Journalist. Der Angriff sei auf eine Gruppe zurückzuführen, die unter dem Namen Ghostwriter bekannt sei. Die Hacker hätten versucht, auf YouTube Videos zu verbreiten, die zeigen sollten, dass ukrainische Truppen geschwächt wurden. Namen nannte Meta nicht.

Unser Podcast zum Thema

Das Interview mit Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann von der Universität Zürich zu den Konsequenzen des Ukraine-Kriegs.

Alle weiteren Folgen von «Handelszeitung Insights» finden Sie hier.

07:42: Russland verbietet Ausländern Wertpapierverkäufe

Russlands Zentralbank will mit weiteren Massnahmen dem heimischen Finanzsystem angesichts der verschärften Wirtschaftssanktionen des Westens unter die Arme greifen. So wurde es Wertpapierhändlern untersagt, russische Wertpapiere im Besitz von Ausländern zu verkaufen, wie die Bank am Montagmorgen mitteilte.

Der Rubel geriet erneut unter Druck. Die Währungs- und Geldmärkte sollen am Montag später öffnen, wie es von der Notenbank hiess. Wann die russische Aktienbörse öffnet, steht laut der Moskauer Börse noch nicht fest. Mit Kapitalspritzen und Fremdwährungsgeschäften sollen zudem heimische Geldinstitute gestützt werden.

06:30: Russische Airlines stehen vor Grounding

Leasingfirmen stehen vor der Herausforderung, Flugzeuge im Wert von Milliarden von Dollar von russischen Fluggesellschaften zurückzurufen, da die wegen der Invasion in der Ukraine verhängten Sanktionen die Fähigkeit der Fluggesellschaften bedrohen, gemietete Flugzeuge zu finanzieren und zu betreiben, berichtet die Wirtschaftsagentur «Bloomberg».

03:28: Ölpreis klettert um mehr als 5 Prozent

Vor dem Hintergrund des Angriffskriegs Russlands in der Ukraine ist der Ölpreis auf den Weltmärkten stark gestiegen. 

In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) um mehr als 5 Prozent auf 96,23 Dollar. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg um mehr als 4 Prozent auf 102,14 Dollar.

01:55: Europäische Töchter der russischen Sberbank gehen wohl bankrott

Die europäischen Tochtergesellschaften der wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine mit Sanktionen belegten russischen Sberbank werden laut der Europäischen Zentralbank (EZB) «ausfallen oder wahrscheinlich ausfallen».

(awp/sda/Reuters/Bloomberg/AFP)