Die Meldungen überschlagen sich täglich. Kaum eine Stunde vergeht ohne neue Hiobsbotschaften aus aller Welt. Das Coronavirus hält uns – trotz hoffnungsvoll stimmenden News bezüglich Impfungen – fest im Griff. Und ich bin nicht der Einzige, der Ihnen versprechen kann: Es wird noch schlimmer, vor allem auch ökonomisch.

Und doch: Es wird Personen und Unternehmen ­geben, die gestärkt aus der Krise hervorgehen. Hier möchte ich einen Aspekt beleuchten, der für Sie und Ihr Unternehmen entscheidender ist als alles andere, sofern Sie physisch gesund bleiben – es sind Ihre Gedanken.

Corona oder die Krise ist auch eine Chance

Gerade wenn Sie in einer Führungsposition sind, hat Ihr Denken – und die damit verbundenen Entscheidungen – zu jeder Zeit mehr Auswirkungen auf den Zustand und die Zukunft Ihres Teams oder Unternehmens als alles andere. Das gilt erst recht in Krisensituationen, wenn schnelle und harte Entscheidungen gefragt sind.

Es ist natürlich eine Plattitüde (aber eine wahre), dass jede Krise auch eine Chance ist. Ich will hier vor ­allem an einen Punkt erinnern, der in der allgemeinen «Hysterie» unterzugehen droht: die Bedeutung der Denkrichtung von Ihnen und Ihrem Führungsteam in dieser Zeit.

«Das, worauf Sie fokussieren, vermehrt sich automatisch.»

Autor Volkmar Völzke
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Denn eine weitere Wahrheit ist: Das, worauf Sie fokussieren, vermehrt sich automatisch. Und das gilt eben nicht nur im Negativen, sondern auch im Positiven.

Die entscheidende Frage für jede Führungsperson ist also folgende: «Wie können wir von dieser Situation profitieren?» Oder: «Wie können wir in dieser Situation möglichst viel Gutes tun?» Fragen wie diese sind deshalb so effektiv, weil sie Handlungsoptionen eröffnen, statt sie zu verschliessen. Natürlich sind die Antworten nicht einfach zu finden, doch mit intensivem Nachdenken kommt jeder Mensch auch in den schwierigsten ­Situationen noch zu positiven Antworten.

Die Frage nach der Zukunft des Unternehmens stellen

Das extremste Beispiel hierfür stammt vielleicht von Viktor E. Frankl in seinem Buch «Man’s Search For Meaning». Er beschreibt, wie er als KZ-Insasse im Zweiten Weltkrieg seine Gedanken auf das einzige noch Beeinflussbare lenkte, nämlich die Wahl seiner Einstellung. Nach seiner Überzeugung schaffte er es dadurch, genügend «positive» Energie zu fokussieren, um am Leben zu bleiben.

Seine Antwort auf die Frage «Wie kann ich von dieser Situation profitieren?» war: «Indem ich dadurch die Möglichkeit habe, die nächsten Generationen vor solch schrecklichen Entwicklungen zu warnen.»

Verglichen damit geht es uns zurzeit geradezu gut. Und deshalb lastet auf Unternehmern und Führungspersonen eine enorme Verantwortung: Wir müssen die richtigen, die starken, die zukunftsgerichteten Fragen stellen und nach Antworten suchen, die unsere Unternehmen, Teams und die Gesellschaft voranbringen. Dazu haben wir immer die Möglichkeit. Wenn Frankl es im KZ geschafft hat, dann schaffen Sie das auch.

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«Wir müssen die richtigen, die starken, die zukunftsgerichteten Fragen stellen.»

Autor Volkmar Völzke

Wie also können Sie gerade jetzt profitieren und die Leute in Ihrer Verantwortung nach vorne führen? Welche neuen Businessmodelle, welche neuen Ideen werden Ihnen in und nach der Krise helfen, die Poleposition zu erlangen?

Fokussieren Sie die Mehrheit Ihrer Energie auf solche Fragen. Dann werde wir alle wieder schneller aus dem Sumpf herauskommen.