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Automatisierung
Schweizer Industrie ordert 40 Prozent mehr Roboter

Roboter in China
Nachfrage nach Robotern: Am höchsten war sie 2017 in China mit einem Marktanteil von 36 Prozent der Lieferungen weltweit.Quelle: Keystone .

Weltweit hat sich der Roboter-Absatz in fünf Jahren verdoppelt. Auch in der Schweiz wächst der Markt überdurchschnittlich – vor allem in zwei Branchen.

Melanie Loos
Von Melanie Loos
am 18.10.2018

Weltweit hat sich der Roboter-Absatz in fünf Jahren verdoppelt – allein 2017 wurden 30 Prozent mehr als im Vorjahr ausgeliefert: Und zwar 381'000 Industrieroboter mit einem Gesamtumsatz von rund 16 Milliarden US-Dollar. In den kommenden drei Jahren soll sich diese Zahl nochmals fast verdoppeln – das prognostiziert der Roboterverband International Federation of Robotics (IFR) in seinem neusten Bericht. 

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Deutlich über dem weltweiten Durchschnitt stieg im vergangenen Jahr der Absatz von Robotern in der Schweiz: Hierzulande wurden 1118 neue Industrieroboter ausgeliefert – fast 40 Prozent mehr als 2016. Die Zahl der eingesetzten Roboter in hiesigen Unternehmen stieg damit auf 7400. Der Grossteil wird in der Metallindustrie sowie in der Plastik- und Chemiebranche, aber auch in der Herstellung von Automobilteilen eingesetzt. Noch stärker als in der metallverarbeitenden Industrie stieg der Automatisierungsgrad 2017 in der Pharma- und Kosmetikbranche.

Weltweit sieht der Trend etwas anders aus: Am meisten Roboter werden in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikindustrie eingesetzt – beide machten 2017 zwei Drittel der globalen Gesamtnachfrage aus. Dementsprechend weist die Fertigungsindustrie in Südkorea die höchste Roboterdichte weltweit auf. Dort sind 710 Industrieroboter pro 10'000 Beschäftigten im Einsatz – acht mal mehr als der globale Durchschnitt von 85 je 10'000 Beschäftigten. Danach folgt Singapur mit 658 Robotern. Nach Regionen ist die Roboterdichte in Europa am höchsten. 

Überdurchschnittliche Roboterdichte

Auch die Schweiz weist eine überdurchschnittliche Roboterdichte auf. Im herstellenden Gewerbe kommen auf 10'000 Beschäftigte 129 Roboter. Damit liegt die Schweiz im internationalen Vergleich unter den Top 20 und zwei Plätze vor China

Roboterdichte
2017: Zahl der Industrieroboter je 10'000 Beschäftigten in der Industrie
Quelle: International Federation of Robotics

«Für die Schweiz ist es wichtig, weiter auf Qualität und Innovation zu setzen. Dafür muss weiter investiert werden – auch in die Automatisierung, denn nur so kann die Schweiz ihre Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen,» sagt Steven Wyatt, Vizepräsident des internationalen Robotikverbands IFR sowie Marketing- und Vertriebsleiter von ABB Robotics. Robotik und industrielle Automatisierung sind die Bereiche, auf die ABB-Chef Spiesshofer das Unternehmen in Zukunft stärker ausrichten wird.

Fast drei Viertel des globalen Gesamtumsatzes mit neuen Robotern wurden 2017 in China, Japan, Südkorea, den USA und Deutschland gemacht. Dabei hat China seine Führungsposition bei der Nachfrage nach Industrierobotern mit einem Marktanteil von 36 Prozent im vergangen Jahr weiter ausgebaut. Bei der Fertigung von Industrierobotern führt weiterhin Japan: Über die Hälfte der Roboter weltweit werden in Japan hergestellt und vor allem nach Nordamerika, China, Südkorea und Europa exportiert.

Mehr Jobs in der Schweiz

«Durch Automatisierung kann die Schweiz ihre Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit steigern. So können letztlich Arbeitsplätze in der Schweiz gehalten werden.» Die Rechnung sei ganz einfach: «Je wettbewerbsfähiger Unternehmen in einem Markt sind, desto mehr verkaufen sie. Wachstum bedeutet auch mehr Jobs,» erklärt Wyatt.

Die Studienautoren rechnen damit, dass der Einsatz von Robotern in der Schweiz bis 2021 weiter zunimmt. Denn dank der guten Schweizer Konjunktur investieren die Unternehmen auch mehr – unter anderem in die Automatisierung. 

Laut IFR-Vize Wyatt wachsen Unternehmen, die in Automatisierung investieren, meist auch stärker. Dadurch entstehen wiederum neue Jobs. Allerdings sei es dabei wichtig, Arbeitskräfte umzuschulen und weiterzubilden. Der IFR empfiehlt daher in seinem Bericht, dass Industrie, Bildungseinrichtungen und Regierungen stärker zusammenzuarbeiten, um mit dem steigenden Automatisierungsgrad der Wirtschaft die Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten sicherzustellen.