Auf dem Swiss-Flieger von Oslo nach Zürich vom 9. Juni stieg das wichtigste von drei Hydrauliksystemen aus. Mehrere Bremsklappen an den Tragflächen funktionierten nicht mehr, wie der «SonntagsBlick» berichtet. Das Fahrwerk musste der Pilot sogar manuell ausklappen. Bei der Landung warteten bereits die Feuerwehr und Ambulanzfahrzeuge. Feuerwehrleute überprüften, ob Hydraulikflüssigkeit auslief.

Wenn sie auf die heissen Bremsen tropft, kann sich die Maschine in einen Feuerball verwandeln – der grösste Horror nach der Landung überhaupt. Als endlich Entwarnung folgte, lagen sich die Stewardessen in den Armen. Die Maschine wurde von der Piste geschleppt, der Pilot bot verunsicherten Passagieren ein Vier-Augen-Gespräch an.

Kaputtes Belüftungsventil

Was keiner von ihnen wusste: Nur Stunden zuvor war bereits eine andere Swiss-Maschine ausgestiegen, auch diese ein Airbus A320. Der war unterwegs von Zürich nach Amsterdam, als die Maschine wegen eines kaputten Belüftungsventils umkehren musste.

Ersetzt wurde er just mit jener Maschine, die nun kurz später auf neuer Strecke ebenfalls schlappmachte. Ein Pannenflieger ersetzte einen anderen Pannenflieger.

Wartung in Jordanien

Die Swiss bestätigt die Probleme, spielt sie aber herunter. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Passagiere und Crew bestanden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) spricht von sicherheitsrelevanten Ereignissen. Die Einstufung der Vorfälle sei noch am Laufen.

Eine mögliche Erklärung für die Pannenserie: Neuerdings lässt die Swiss einige ihrer Jets im Ausland warten, etwa in Jordanien. Seither sorgt sich die Airline über sicherheitsrelevante Mängel, wie die «Schweiz am Wochenende» jüngst berichtete. Die Swiss betont, dass sämtliche Flugzeuge der Flotte den Vorgaben von Herstellern und Behörden entsprechen würden. Und auch das BAZL sieht «punkto Lufttüchtigkeit der Swiss keine Beanstandungen».

(gku)

Anzeige

Boeing gegen Airbus: Die Karten werden neu gemischt

Im Duell der Luftfahrtkonzerne schien Boeing davonzuziehen. Nun stecken die Amerikaner in der Krise. Einen Vergleich in Grafiken finden Sie hier.