Der Titel dieses Textes hat eine doppelte Bedeutung in Bezug auf den Schweizer Finanzplatz. Um die eine zu verstehen, muss man wissen, dass der Bundesrat ­einen Bericht zum nachhaltigen Finanzplatz präsentiert hat, der keine einzige konkrete Massnahme be­inhaltet. Alles basiert auf der Eigenverantwortung der Finanzakteure und auf Freiwilligkeit. Insofern ist der Regulator des Finanzplatzes sicher kein bissiger Hund, sondern höchstens ein laut bellender.

Um die andere Bedeutung des Titels zu verstehen, muss man wissen, dass Finanzprodukte, die nachhaltig sind, speziell deklariert werden. Die heissen dann etwa: Weltaktienindex ohne Inves­titionen in Waffenhersteller und/oder Klimasünder. Gleichzeitig heisst der Weltaktienindex mit Waffen und Klimasündern schlicht Weltaktienindex.

Absurde Bezeichnungen

Das ist genau verkehrt herum. Stellen Sie sich eine Welt vor, in der nur Häuser beschildert wären, bei ­denen «kein bissiger Hund» im Garten lauert, und in der nur Gewässer beschildert wären, in denen «keine ­Piranhas» schwimmen. Das wäre absurd.

In Zukunft sollten Finanzprodukte, die in Waffenkonzerne oder in Klimasünder investiert sind, ex­plizit deklariert werden: «Hier sind Waffenkonzerne drin» oder «Hier sind Klimasünder drin». Das wäre ein konkreter Beschluss für den nachhaltigen ­Finanzplatz. Etwas bissiger bitte, Herr Bundesrat!

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Die Vorgaben vom Finanzplatz für nachhaltige Aktien sind schwammig, der Anleger muss sich im Dschungel der Angebote orientieren. Worauf Sie achten müssen. Mehr hier (HZ+)

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