Der Schweizer Franken ist die Währung, welche sich nach den letzen vier Zinssenkungen der US-Notenbank am besten entwickelte. Das zeigt eine Studie von JP Morgan, über die «Bloomberg» berichtet.

Die US-Grossbank erwartet nun, dass sich das Muster wiederholen könnte: Es deute sich bereits wieder an. Denn jetzt, wo die Zinsen bei US-Staatsanleihen sinken, steige der Franken wieder. 

«Ein Abschwung der Weltwirtschaft und der Risikomärkte könnte den Frankenkurs stark und sehr schnell in die Höhe treiben», sagt JP-Morgan-Währungsstratege Paul Meggyesi in dem Bericht.

Die Schweizer Währung könnte auf einen Kurs von 0,95 gegenüber dem Dollar ansteigen – das wäre der höchste Stand seit März 2018. Bisher gingen Experten angesichts der möglichen Fed-Zinssenkung von einem Kurs von 0,98 aus. 

Rezessionsangst und Handelskonflikt

Die steigende Rezessionsangst angesichts der Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie anderen Handelspartnern haben Anleger in sichere Währungshäfen getrieben. Vergangenen Monat stieg der Franken über 2 Prozent gegenüber dem Dollar – mehr als andere vergleichbare Währungen. Derzeit steht der Kurs bei 0,99. 

Der Leistungsbilanzüberschuss der Schweiz – 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – mache den Franken zu einem sicheren Hafen, so die JPMorgan-Experten. Der Yen sei der grösste Rivale des Franken als sicherer Währungshafen.

Auch die japanische Währung werde Käufer vermehrt anziehen, die vor den Risiken des Handelskonflikts flüchten. Doch in den vergangenen zwölf Monaten entwickelte sich der Franken besser – genauso wie bei den Zinssenkungen der Fed in den Jahren 1981, 1989, 2011 und 2017. Der Blick auf historische Daten zeige, dass der Franken auch während der letzten fünf Rezessionen in den USA zu den besten drei Währungen zählte. 

Aber die SNB?

Allerdings könnte die Schweizerische Nationalbank ( SNB) der Aufwertung des Franken entgegenwirken. In den vergangen Wochen wurde darüber immer wieder spekuliert, nicht zuletzt seit Präsident Thomas Jordan im April bemerkte, die SNB könne die rekordtiefen Zinsen noch weiter senken. Dem setzt JP Morgan entgegen, dass die SNB auch im vergangenen Jahr angesichts der Krise in Italien nicht intervenierte. 

«Die Währung ist derzeit weniger unter Druck durch die SNB als in den vergangenen zehn Jahren», schreibt Währungsexperte Meggyesi. «Mit Währungsreserven in Höhe von 120 Prozent des BIP wird die SNB bei der nächsten Rezession den Aufwertungsdruck des Franken stärker hinnehmen müssen als zu Beginn der Finanzkrise als die Währungsreserven weniger als 15 Prozent des BIP betrugen.»

Wie die SNB auf die hohe Bewertung des Franken reagiert, wird sich am Donnerstag zeigen. Dann tagen die Schweizer Währungshüter und beschliessen ihre Strategie für das kommende Quartal. 

(mlo)

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