Deutschlands Wirtschaft mag knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt sein. Der Druck auf die Industrie lässt deswegen aber nicht nach.

Mit der von Daimler am Freitag mitgeteilten Streichung von mindestens 10'000 Arbeitsplätzen steigt der in diesem Jahr neu angekündigte Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe auf über 100'000. Der Stuttgarter Autobauer will seine Personalkosten um rund 1,4 Milliarden Euro senken, um den Umbau zum Elektrofahrzeug-Hersteller besser stemmen zu können.

Viele sind betroffen

Der Stellenabbau angesichts der schwächelnden Konjunktur reicht von Volkswagen AG bis Siemens AG. Die Autoindustrie kämpft mit der Elektrifizierung und der Umsetzung von Konzepten zum autonomen Fahren. Hersteller von Maschinen und Anlagen leiden unter einer Verlangsamung der Exporte und den weltweiten Handelsstreitigkeiten. Traditionsunternehmen wie WMF oder die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen sind genauso betroffen.

Während die Arbeitslosenquote in Deutschland mit 5% noch historisch niedrig ist, steigt die Zahl der Selbständigen in bisweilen schlecht bezahlten Dienstleistungsberufen. Seit letztem Jahr nimmt auch die Kurzarbeit zu.

Die Abbauprogramme laufen über Jahre

Die Binnennachfrage dürfte der Abbau erst mittelfristig belasten. Viele grosse Unternehmen haben Vereinbarungen zu Standortsicherungen. Kündigungen bleiben die Ausnahme. Abbauprogramme sind oft freiwillig und laufen über Jahre.

Schlechtere Beschäftigungsaussichten könnten jedoch der Bundesregierung Kopfschmerzen bereiten. Länder von China bis Grossbritannien haben bereits Investitionsprogramme zur Ankurbelung ihrer Wirtschaft beschlossen. Der Druck auf Deutschland ist gross, ebenfalls aktiv zu werden. 

(Bloomberg)

 

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