Unter dem Motto «Stoppt Putins Krieg jetzt, Morgen wird es zu spät sein!» haben sich am Samstagnachmittag knapp 1000 Personen auf dem Berner Bundesplatz versammelt. Organisiert wurde die Berner Kundgebung vom «Ukrainischen Verein».

Die Demonstrierenden spannten eine lange Ukraine-Fahne quer über den Bundesplatz. Der ukrainische Botschafter in der Schweiz zeigte sich in einer Rede dankbar für die breite Unterstützung. «Die Ukraine ist nicht allein.» Alle müssten zusammenarbeiten um den Frieden wiederzubringen. «Wir wollen diesen Krieg nicht.»

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Auf der kleinen Bühne ergriffen auch die Botschafter Polens und Georgiens das Wort. Die Botschafterin Polens sicherte der ukrainischen Gemeinschaft in der Schweiz ihre Unterstützung zu.

Auch Polen sei schon auf die Hilfe anderer Staaten wie auch der Schweiz angewiesen gewesen. «Die Stunde der Solidarität schlägt jetzt.» Der georgische Botschafter fügte hinzu: «Wir sind alle Ukrainer.» Weitere Redner riefen zu Spenden und humanitärer Hilfe auf.

40'000 in Zürich

Etwa 1500 Menschen haben am Samstag in St. Gallen für den Frieden und gegen den Krieg in der Ukraine demonstriert. Mit Transparenten und vielen Flaggen in Gelb-Blau zogen sie vom Vadian am Marktplatz in einem friedlichen Marsch durch die Innenstadt.

In Zürich waren rund 40'000 Menschen auf der Strasse. Sie forderten einen sofortigen Waffenstillstand, diplomatische Verhandlungen und den Abzug der russischen Truppen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen unter dem Motto «Frieden jetzt» meist schweigend vom Platzspitz beim Landesmuseum übers Central zum Sechseläutenplatz. 

Diverse Redner sprachen sich gegen eine Aufrüstung aus. Diese bringe keinen Frieden, sondern mache nur die Rüstungsindustrie zu Profiteuren des Krieges.

«Russland ist nicht Putin»

Vania Alleva, Präsidentin der Gewerkschaft Unia, sagte, Putins Krieg sei ein verbrecherischer Angriffskrieg, der durch nichts zu rechtfertigen sein. Sie forderte, Kriegsflüchtlinge sollten in der Schweiz ohne Vorbehalt willkommen sein – auch aus anderen Kriegen.

Der russische Autor Michail Schischkin betonte: «Russland ist nicht Putin». Putin hasse die Ukrainer, weil sie den Weg der Demokratie gewählt hätten. Er sagte aber auch, man hätte Putin stoppen können, etwa durch den Boykott der Olympischen Spiele in Sotschi.

Mattea Meyer, Co-Präsidentin der SP Schweiz, forderte, man müsse Putin den Geldhahn jetzt abdrehen. Nationalrat Balthasar Glättli (Grüne) betonte, «solange wir weiter Rohstoffe aus Russland beziehen, so lange haben wir auch nicht alles getan, um diesen Krieg zu stoppen.»

Um die Sicherheit der Teilnehmenden garantieren zu können, setzte die Stadtpolizei Zürich auch einen Helikopter ein, wie sie am Samstag twitterte. (sda/ise)