In Deutschland bestehen keine Einschränkungen mehr beim Export von medizinischem Schutzmaterial in die Schweiz, wie das Seco am Freitag mitteilte. Die Waren seien unterwegs oder bereits in der Schweiz.

Alle dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) bekannten Probleme seien gelöst. «Generell hat sich die Lage entspannt». Vereinzelte Unternehmen hätten Verzögerungen in der Abwicklung der Lieferungen aufgrund von «operationellen Herausforderunge» gemeldet. Das Seco sei regelmässig in Kontakt mit den Unternehmen.

Die Probleme mit den Lieferungen aus Frankreich und Italien sind laut Seco teilweise gelöst. Die durch die französische Beschlagnahmung der Atemschutzmasken blockierten Lieferungen wurden grösstenteils freigegeben.

Mit Blick auf die Importprobleme an der italienischen Grenze sei die Schweizer Botschaft im Gespräch mit den italienischen Behörden. Die meisten Probleme seien bereits gelöst. Die aktuelle Lage führe verständlicherweise auch zu Problemen in den Logistikketten.

Für den Bundesrat ist ausserdem klar: Zügeln muss weiter möglich bleiben. Mehr hier.

Er löste ausserdem den Konflikt mit dem Tessin. Kantone dürfen unter bestimmten Voraussetzungen einzelne Branchen stilllegen. Mehr hier.

Spitalbetten werden absehbar knapp

Wissenschafter haben aufgrund der Coronavirus-Pandemie gewarnt, dass die Spitalbetten auf den Intensivstationen der Schweiz nicht ausreichen könnten. Bereits ab Donnerstag kommender Woche sei ein Engpass zu verzeichnen, hiess es in einer neuen Studie der ETH Zürich.

Es könnten bis zu 1000 zusätzliche Plätze auf den Intensivstationen notwendig sein, führt ein Artikel bei «La Liberté» sowie in den Partnerzeitungen aus. Unter Berücksichtigung der aktuellen Kapazität sowie der Angaben zu den Coronavirus-Krankheitsfällen lege ihre Untersuchung nahe, dass das System bald am Anschlag sei, erklärte Thomas Van Boeckel, Professor im Department Umweltsystemwissenschaften an der ETH Zürich und Mitautor der Studie, gegenüber den Zeitungen.

Anzeige

Neben dem Tessin könne in den Kantonen Waadt, Genf, Wallis und Graubünden die Bettenkapazität der Intensivstationen sogar deutlich überschritten werden. Nach den Modellen werde es am 2. April zu einem Engpass kommen, hiess es weiter. In dieser Situation könnten bis zu 86 Intensivbetreuungsplätze fehlen, falls keine Massnahmen getroffen würden, so Van Boeckel.

Donald Trump und Xi Jinping sprechen miteinander

Nachdem sich die Spannungen zwischen China und den USA im Zuge der Corona-Krise zuletzt verschärft hatten, haben beide Seiten nun versöhnlichere Töne angeschlagen.

Die beiden Länder sollten sich zusammentun, um die Coronavirus-Pandemie zu «bekämpfen», sagte Chinas Präsident Xi Jinping einem staatlichen Medienbericht zufolge in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump am Freitag.

Trump schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter von einem «sehr guten Gespräch». China habe «viel durchgemacht und sich umfassendes Wissen über das Virus» angeeignet. «Wir arbeiten eng zusammen», schrieb Trump.

Seit Beginn der Pandemie waren die Spannungen zwischen den beiden Ländern zunächst gewachsen. Beide Staaten stritten über die Herkunft des neuartigen Coronavirus. Trump bezeichnete den Erreger wiederholt als «China-Virus» oder «chinesisches Virus». Gleichzeitig verbreiteten chinesische Behördenvertreter «Verschwörungstheorien», wonach die Pandemie in Wahrheit nicht in der zentralchinesischen Provinz Hubei ihren Ausgang genommen habe – sondern in den Vereinigten Staaten.

Mehr als 12'000 Infizierte in der Schweiz

Am Freitag meldete der Bund gesamtschweizerisch 12'161 laborbestätigte Fälle, 1390 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesopfer belief sich gemäss einer Zählung von Keystone-SDA auf mindestens 206.

In Italien haben sich Hoffnungen zerschlagen, die verheerende Coronavirus-Epidemie könnte auf dem Rückzug sein. Am Donnerstag stiegen sowohl die Zahl der Todesopfer als auch die der Neuinfizierten wieder stärker an als einige Tage zuvor.

Anzeige

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlagen binnen 24 Stunden 712 Menschen der vom Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19. Insgesamt starben damit 8215 Menschen infolge einer Ansteckung – so viele wie in keinem anderen Land und weit mehr als in China, wo die Pandemie ihren Ausgang nahm.

6153 weitere Menschen wurden innerhalb eines Tages in Italien positiv auf das Virus getestet, die Gesamtzahl liegt damit bei 80’539. In China sind es nach offiziellen Zahlen gut 81’000.

Weltweit wurden mehr als 550'000 Infizierte bestätigt. 25'035 Menschen sind bisher am Coronavirus gestorben. Mehr als 127'000 Patienten sind mittlerweile geheilt.

Arbeitsmarktdaten in den USA «nur vorübergehend schlecht»

US-Präsident Donald Trump hat den Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten infolge der Coronavirus-Epidemie als nur vorübergehend beschrieben. Sobald der «unsichtbare Feind» besiegt sei, werde sich die Wirtschaft «sehr schnell» wieder erholen.

Dies sagte Trump im Zusammenhang mit dem Coronavirus am Donnerstag (Ortszeit) im Weissen Haus. «Wir werden sehr stark wieder zurückkommen», betonte Trump.

Das US-Arbeitsministerium hatte zuvor am Donnerstag mitgeteilt, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis 21. März von 282’000 auf rund 3,3 Millionen angestiegen war. Es war der grösste Anstieg seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Erstanträge gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der grössten Volkswirtschaft der Welt.

Staatsbeteiligung an Airlines

Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Fast die Hälfte der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegt nun von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeitende geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen.

Anzeige

Die US-Regierung könnte sich nach Meinung von Trump daher im Zuge eines Rettungsprogramms auch an strauchelnden Fluggesellschaften beteiligen. Die USA könnten es nicht zulassen, dass die Airlines wegen der Coronavirus-Epidemie sogar gänzlich pleitegingen, sagte Trump am Donnerstag im Weissen Haus weiter.

Glückskette

Der Berner Informatiker Daniel Probst hat einen Überblick über die Fälle in jedem einzelnen Kanton in der Schweiz erstellt. Den Link dazu finden Sie hier

Quelle: Screenshot
Anzeige

USA mit den meisten bestätigten Coronavirus-Fällen der Welt

Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben von US-Experten inzwischen mehr bekannte Coronavirus-Infektionen als jedes andere Land. In den USA gab es bis Donnerstagnachmittag (Ortszeit) 82’400 bekannte Infektionen, in China rund 81’800 und etwa 80’600 in Italien.

Dies geht aus einer aktuellen Übersicht der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität hervor. Weltweit gibt es nun mehr als eine halbe Million bestätigte Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2.

US-Präsident Donald Trump sagte vor Journalisten im Weissen Haus, die hohe Zahl bestätigter Infektionen in den USA liege daran, dass im Land so viele Tests durchgeführt würden.

Was die Welt jetzt von Japan lernen kann

Wie retten wir uns aus der Rezession? Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman rät zu Langfrist-Projekten – und hemmungsloser Staatsverschuldung. Mehr dazu hier (HZ+).

Grossbritannien verzeichnet erstmals über 100 Tote an einem Tag

Grossbritannien hat erstmals mehr als 100 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London am Donnerstagabend mitteilte, starben seit dem Vortag 115 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19.

Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 578 an. Rund 11’700 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. Darunter auch Prince Charles, Premierminister Boris Johnson und der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Grossbritannien hat bislang nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

Anzeige
epa08323342 A handout photograph made available by Buckingham Palace shows Britain's Queen Elizabeth II speaking to British Prime Minister Boris Johnson during their weekly audience from Windsor Castle, Windsor, Britain 25 March 2020. EPA/BUCKINGHAM PALACE/HANDOUT This image is for Editorial use purposes only. The Image can not be used for advertising or commercial use. The Image can not be altered in any form. Credit should read Buckingham Palace/Crown Copyright. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Queen auf Schloss Windsor, Premier Boris Johnson an der Downing Street: Auf dem Bild ist die 93-jährige Monarchin mit einem Schnurtelefon zu sehen.

Quelle: Keystone
epa08323341 A handout photograph provided by No.10 Downing Street showing British Prime Minister Boris Johnson speaking to Queen Elizabeth II during their weekly audience, London, Britain 25 March 2020. EPA/ANDREW PARSONS/DOWNING STREET HANDOUT This image is for Editorial use purposes only. The Image can not be used for advertising or commercial use. Credit should read Andrew Parsons/No.10 Downing street. HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Bild aus der Downing Street Nr. 10: Premierminister Boris Johnson, ebenfalls mit einem Hörer in der Hand.

Quelle: Keystone
Anzeige

Nachfrage nach Krediten in der Schweiz hoch

Die von den Folgen des Coronavirus betroffenen Schweizer Unternehmen können seit Donnerstagmorgen die Anträge auf Liquiditätshilfen bei den Banken einreichen. Laut ersten Angaben von Banken ist die Nachfrage hoch.

So sind bis am späten Nachmittag bei der Grossbank UBS bereits rund 6000 Anfragen aus der ganzen Schweiz eingegangen, wie ein Banksprecher bekannt gab. Am Mittag waren es erst halb so viele gewesen. Kleinere Unternehmen seien vor allem auf Suche nach Sicherstellung der Kosten- und Lohndeckung. Die ersten UBS-Kunden hätten den angefragten Betrag aus der Covid-19-Fazilität 1 bereits kurz nach dem offiziellen Start auf ihrem Konto gutgeschrieben erhalten.

Die Bank baue nach dem erfolgreichen Start die Kapazitäten weiter aus und setze alles daran, den Kunden die Überbrückungsfinanzierungen so schnell wie möglich bereitzustellen, heisst es weiter. Die Berater des Bereichs Geschäftskunden würden dabei von bis zu 300 Mitarbeitenden der UBS Schweiz unterstützt.

Mail-Server laufen heiss

«Bei der ZKB gingen am Morgen zwischen 8 und 10 Uhr bereits rund 600 Anträge ein», hatte zuvor Jürg Bühlmann, Leiter Firmenkunden, gegenüber AWP gesagt. Zu Beginn sei damit zu rechnen, dass die Bearbeitung länger dauern werde als die angestrebte Halbstundenfrist. Dies werde sich in den nächsten Tagen einpendeln.

«Bei uns laufen die Telefone und Mail-Server heiss», sagte auch Jürg Hunkeler von der Bank Linth auf Anfrage. Die ersten Gelder aus den Krediten seien bereits am Morgen ausgezahlt worden. Neben den Covid-19-Krediten würden viele Unternehmenskunden auch um einen Aufschub bei den Amortisationen nachfragen.

Anzeige

Formulare im Internet

Seit Donnerstagmorgen sind die entsprechenden Formulare, um an die Hilfen vom Bund zu gelangen, im Internet abrufbar. Um einen sogenannten Covid-19-Kredit bis maximal 500’000 Franken zu erhalten, müssen die Unternehmen die Formulare ausfüllen und unterschrieben bei der Bank einreichen.

Die Formulare für Unternehmen und Banken gibt es hier

Coronavirus 19 03 20

Eine ständig aktualisierte Übersicht über den Verlauf der Pandemie weltweit finden Sie hier.

Quelle: JHU CSSE
Anzeige

Überblick: Folgen für die Wirtschaft

  • Kommentar Die wertvollste Ressource im Kampf gegen Corona. Hier.
  • Jacqueline Badran: «Dies ist ein Aufruf zur Massenverschuldung». Hier.
  • Immobilien und Corona: So schützen sich Hausbesitzer vor dem Crash. Hier. HZ+
  • Notkredite: Protokoll einer Rettungsaktion. Hier. HZ+
  • Kommentar Coronavirus: Regieren mit dem Tunnelblick. Hier.
  • Kommentar So bewahren wir in der Corona-Krise die Nerven. Hier.
  • Kommentar Immobilientitel: Gefährlicher, als Anleger denken. Hier.
  • Kommentar Der Bund muss die Wirtschaft retten. Hier.
  • Coronavirus: Wie riskant ist die Lage für die Versicherer? Hier.
  • Wie Regierungen weltweit gegen die Krise kämpfen. Hier.
  • Das optimistische Szenario. Hier.
  • Das pessimistische Szenario. Hier.
  • Anleger in der Falle: Milliarden auf Pump verspekuliert. Hier.
  • So machen Sie ihre Firma krisenfest. Hier. HZ+
  • Die Ökonomie der Klorolle: Sind die Hamsterkäufe berechtigt? Hier. HZ+
  • Diese Firmen haben ein erhöhtes Risiko, Konkurs zu gehen. Hier. HZ+
  • Wie resistent Immobilien gegen das Virus sind. Hier. HZ+
  • Die Corona-Krise: So könnte die Rezession verlaufen. Hier. HZ+
  • So treffen Seuchen die Wirtschaft – die Lehren der Geschichte. Hier. HZ+
  • Coronavirus-Medikamente: So läuft das Rennen gegen die Zeit. Hier. HZ+