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Johannes Läderach, CEO der Läderach (Schweiz) AG in der Filiale an der Bahnhofstrasse in Zürich.
Quelle: Daniel Winkler / 13 Photo

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Die Mitglieder der Schokoladendynastie Läderach machen schwierige Zeiten durch. Auf Läderach-Filialen wurden letztes Jahr Anschläge mit Buttersäure verübt. Der Grund: Patron Jürg Läderach (60) organisierte als Mitglied des christlich-konservativen Vereins Christianity for today in Zürich den «Marsch fürs Läbe» gegen Abtreibungen.

Was auch die Jungsozialisten Zürich erzürnte: Sie riefen zum Boykott der weltweit 80 Läden auf. Weitaus schmerzhafter für den Chocolatier aus Glarus war der Entscheid der Swiss im Januar, in ihren Flugzeugen keine Läderach-Schokolade mehr zu verteilen. Nach den Protesten und der negativen Berichterstattung in den Medien über das Schoko-Unternehmen war der Airline das Reputationsrisiko zu gross geworden.

Zum finalen Image-GAU kam es für die nach christlicher Moralvorstellung lebende und damit strenggläubige Unternehmerfamilie im letzten Mai. Damals stellte «Läderach – the chocolate family», so die Firmenmaxime, 27 zum Teil langjährige Mitarbeiter auf die Strasse. Davon standen einige kurz vor der Pensionierung. CEO Johannes Läderach (33) meinte, angesichts der Corona-Krise «liegt ein Sozialplan leider nicht drin». Wegen der Pandemie sei der Umsatz im heimischen Markt um mehr als 50 Prozent eingebrochen. Bereits im Vorjahr hatte der Chocolatier aus Ennenda 134 Mitarbeiter in Deutschland entlassen. Wenn es an das eigene Portemonnaie geht, hört halt christliche Nächstenliebe auch bei den Läderachs auf. 

(Stand: November 2020)

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