Der Verkauf von Elektroautos kommt immer mehr in Fahrt. BloombergNEF geht davon aus, dass bis 2040 jedes dritte Auto weltweit batteriebetrieben ist. Vom Boom profitieren nicht nur die Hersteller der elektrischen Fahrzeuge, sondern auch deren Zulieferer. 

China sichert sich seit Jahren den Zugang zu strategisch wichtigen Rohstoffen wie Lithium, Kobalt, Nickel, Zinn und Wolfram, die in der Batterieherstellung verwendet werden. Laut Prognosen von «Bloomberg» wird China bis 2021 fast drei Viertel der weltweiten Lithium-Ionen-Batterieproduktionskapazität kontrollieren, denn die Metalle werden für die Herstellung der Antriebssysteme von Elektroautos verwendet. Sie stecken aber auch in anderen Cleantech-Produkten wie Windkraftanlagen oder Solarpanels. 

«Schwarzmalen wegen der chinesischen Dominanz der Rohstoffzulieferer ist allerdings nicht angebracht. Ich rechne, mindestens bis 2025, nicht mit Rohstoffengpässen im Batterieherstellungsgeschäft», sagt Bastien Dublanc, Rohstoffanalyst der Privatbank Lombard Odier. Zumal die Preise von Kobalt und Lithium derzeit eine Talfahrt erleben und viele Elektroauto-Bauer darum ringen, die Abhängigkeit von Seltenen Erden zu verringern.

David gegen Goliath

Trotzdem bleibt der Rohstoffabbau im Hinblick auf die Prognosen zur Elektromobilität ein attraktives Geschäftsfeld. Und nicht jedem gefällt, dass der Grossteil der Rohstoffe aus China kommt. Kürzlich hat der südafrikanische Bergbau-Manager Brian Menell bekanntgegeben, den staatsnahen chinesischen Firmen die Stirn bieten zu wollen. Sein neugegründetes Unternehmen TechMet investiert in Rohstoffprojekte für die Lieferkette von Lithium-Ionen-Batterien. Bis zum geplanten Börsengang in fünf Jahren soll TechMet rund eine Milliarde US-Dollar wert sein, hofft Menell

TechMet ist bisher an Zinn- und Wolfram-Minen in Ruanda, einem Nickelprojekt in Brasilien, einer kanadischen Lithium-Recyclinganlage und einer Partnerschaft mit Seltenen Erden in Burundi beteiligt. 

Geopolitik erreicht auch Schweizer Batteriehersteller

Die beiden Schweizer Batteriehersteller, Swatch-Tochter Belenos und Leclanché, legen die Herkunft ihrer Rohstoffe nicht offen. Bei Leclanché hat sich die geopolitische Komponente jedoch längst ins Kerngeschäft gemischt. 2015 stieg Golden Partner International aus China als Grossaktionär ein. Ein Jahr später ging das Unternehmen eine strategische Allianz mit der chinesischen Narada Power ein.

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