Man kann es drehen und wenden, wie man will: Der Kursrutsch an den Börsen Anfang der Woche scheint nichts anderes zu sein als eine grosse Welle von Gewinnmitnahmen. Denn wie lässt es sich sonst erklären, dass beispielsweise Bitcoins um 7,5 Prozent fallen, nur weil in China ein Immobilienunternehmen oder ein Sektor falsch gewirtschaftet hat?

Eigentlich sollte die Kryptowährung von dieser China-Immobilienkrise doch eher profitieren können. Denn das Computergeld ist unabhängig von diesen realen Geschehnissen und wäre doch ein fantastischer sicherer Hafen in einer Krise. Doch auch Öl und sogar Kakao sind als Folge des Evergrande-Absturzes gefallen.

Der Rohstoff für Schoggi büsste am Freitag 8,3 Prozent ein. Eigentlich würde man in einer Krise eher Schoggi essen, um den Frust zu dämpfen. Das Evergrande-Debakel müsste eigentlich auch die Notierungen der CO2-Emission drücken. Denn würde jetzt in China ein Kollaps im Immo-Sektor kommen, hätte das sicher Auswirkungen auch auf die Wirtschaftsleistung in den Industriestaaten.

Börsenkurse sind reine Psychologie

Geringere Wirtschaftsleistung allerdings würde auch weniger CO2 mit sich bringen und dann wären Preissteigerungen bei den Emissionsrechten schwer vorstellbar. Aber der CO2-Preis ist gestern erstaunlicherweise weiter angestiegen. Börse ist einfach Psychologie, wie Börsenguru André Kostolany schon vor Jahrzehnten richtig feststellte, und Kurse lassen sich nicht voraussagen, nur erhoffen. Deshalb könnten die aktuellen Kurseinbrüche bei den genannten Asset-Klassen auch ganz schnell wieder kräftigen Gewinnen Platz machen.

Dieser Text beschreibt die jüngsten Entwicklungen im HZ-Trader-Portfolio der HZ Musterportfolios.

Bei den CO2-Notierungen handelt es sich um ein sehr langfristiges Zukunftsthema. Angesichts des Klimawandels, starker politischer um gesellschaftlicher Bewegungen wie Fridays for Future wäre es schon ein Wunder, wenn der Preis nicht weiter steigen würde.

Nasdaq-100 hat Erholungspotenzial

Für charttechnisch orientierte Anleger wäre es ein Wunder, wenn der Nasdaq-100 nach dem gestrigen Kursrückschlag jetzt nicht ganz schnell wieder nach oben drehen würde. Denn nach dem Kursminus von rund 2 Prozent ist der Index auf die untere Begrenzungslinie des starken Aufwärtstrends vom vergangenen November zurückgefallen.

Und von dort konnten die US-Tech-Werte in den letzten zehn Monaten schon kräftig nach oben abheben. Da der Nasdaq 100 nun obendrein an der psychologisch wichtigen Marke von 15'000 Punkten steht, setzen risikofreudige Anleger auf einen fulminanten Rebound der US-Tech-Werte.

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