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Manuela Beer, CEO of fashion company PKZ.
Quelle: Salvatore Vinci / 13 Photo

PersonManuela Beer

Manuela Beer (50) ist in einer akut kriselnden Branche tätig. Nur spürt sie davon wenig, im Gegenteil: Während der stationäre Modehandel 2019 bis in den Herbst um 6 Prozent schrumpfte, hat die Modekette PKZ 5 Prozent zugelegt. Ein solches Wachstum gab es zuletzt 2007. Gewiss ging auch PKZ durch harte Zeiten, Filialschliessungen inklusive. Als vor fünf Jahren Beer den Chefposten übernahm, erarbeitete sie in der Zentrale in Urdorf ZH eine neue Strategie, die sie seither konsequent durchzieht.

Ein zentraler Teil davon ist, den Kunden in den Fokus zu rücken. Das klingt zwar simpel, wird aber von der Konkurrenz oft wenig beherzt umgesetzt. Beer aber legt den Daumen genau darauf: So schickt PKZ an besonders treue Klientel schon mal einen Blumenstrauss als Dankeschön. Besitzer der Kundenkarte erhalten wiederholt Aktionen, Einladungen zu Events oder am Geburtstag ein Geschenk. Auch Personal Shopping oder Masskonfektion für das mittelgrosse Portemonnaie hat sie eingeführt. Und in den Läden verhelfen Kaffee-Lounges, Kinderecken und Hundenäpfe zu einem sorglosen Einkaufserlebnis. In den letzten Jahren wurden per annum fünf bis zehn Millionen Franken in die Läden investiert, sie sollen die Gemütlichkeit eines Wohnzimmers vermitteln. Entscheidend ist zudem nicht mehr bloss die professionelle Beratung. Das Wohl der Kunden steht im Vordergrund. «Unsere Kundenberater müssen den Servicegedanken vor Ort leben», sagt Beer. «Wir haben dazu von der Hotellerie und Gastronomie viel gelernt und übernommen.» Da gilt es denn auch, nicht zu knauserig mit einem Kaffee oder Cüpli zu sein, selbst wenn der Kunde wenig Kaufabsicht zeigt. Ferner treibt Beer die Verzahnung von «Online» und «Stationär» weiter voran. «Am meisten Umsatz machen wir mit Kunden, die stationär und online einkaufen.» Stimmte das Erlebnis, kämen die Kunden weiterhin in die Läden, ist sie überzeugt.

Die Strategie scheint zu greifen. 2017 gelang PKZ schliesslich der Turnaround. Seither wächst das Familienunternehmen mit 600 Mitarbeitern quer durch die Schweiz und zählt inzwischen wieder 39 Filialen plus den Onlineshop. Während andernorts der Rückbau ansteht und traditionelle Brands aus den Einkaufsstrassen verschwinden, setzt Beer auf einen vorsichtigen Ausbau. 2018 eröffnete PKZ in Rapperswil SG und Chavannes VD zwei neue Filialen. Und wenn durch den künftig neuen Globus-Besitzer allenfalls einzelne Filialen geschlossen würden, steht Beer in Stellung für weitere Eröffnungen.

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