Mobility hat in diesem Jahr kräftig in neue Angebote investiert: Neue Hybrid-Autos beim Carsharing, Elektroroller für den Stadtverkehr, Mitfahrgelegenheiten und in den Ausbau von Catch-a-Car. Jetzt kommen nochmals weitere Massnahmen dazu, um die Vision des Luzerner Carsharing-Unternehmens zu festigen: Die grenzenlose Mobilität in der Schweiz. Im dicht bebauten Land braucht es für ein funktionierendes Carsharing vor allem Parkplätze. 

Deshalb arbeitet Mobility künftig mit Schweizer Autogaragen zusammen. «Aus Garagen- werden Mobility-Autos», verkündet das Unternehmen. In vielen Autogaragen in der Schweiz stehen rund um die Uhr Autos auf Ausstellungsflächen oder Parkplätzen, die nicht genutzt werden. Und das teilweise monatelang. 

Aus Stehzeugen werden Fahrzeuge

Diese Autos in Schweizer Garagen möchte Mobility nun mit der Carsharing-Technologie ausrüsten. Der «Auto Gewerbe Verband Schweiz» ist als Partner dabei. «Viele Occasionen und Ersatzfahrzeuge sind heute lediglich 'Stehzeuge'», sagt Markus Aegerter vom AGVS in einem Interview. Zudem würden sich die Mobilitätsbedürfnisse verändern: «Wer heute noch ein Auto besitzt, teilt vielleicht schon morgen eines – und umgekehrt.»

Mobility kann durch die Zusammenarbeit neue Standorte in Innenstädten oder ländlichen Gegenden erschliessen. «Ohne neue Autos kaufen zu müssen», sagt Patrick Eigenmann von Mobility.

Laut Eigenmann müssten die Garagen-Fahrzeuge aber gewisse Anforderungen erfüllen: «Wir verwenden Ausstellungsautos oder Occasionen, die nur wenige Kilometer aufweisen», sagt Eigenmann. In 50 Garagen wird das Angebot nun ein Jahr lang getestet. «Diese Autos sind im normalen Angebot von Mobility enthalten und unterscheiden sich nicht in der Technik oder dem Komfort», sagt Eigenmann. «Es sind einfach nicht alle in der Farbe rot». 

Einsteigen, Hinfahren, aussteigen

Die meisten kennen Mobility nämlich von den roten Autos, die auch in Städten auf Parkplätzen stehen. Wer sich dort ein Auto leiht, muss es wieder an den gleichen Standort auf den jeweiligen Parkplatz zurückbringen.

Damit unterscheidet sich das Angebot von «Catch-a-Car» in Basel und Genf, ebenfalls von Mobility iniitiert. Leiht man sich dort ein Auto, kann man es an einem beliebigen Ort zurückstellen. Dieses «Free Floating»-Konzept wird auch in anderen Städten weltweit angewendet. 

In Zürich geht es nicht ganz so bequem. Der Kunde muss das Auto an den gleichen Mobility-Standort zurückbringen, wo er es geholt hat. Der Grund: Es fehlt an Parkplätzen. «Es braucht politischen Willen in der jeweiligen Stadt, um diese Situation zu ändern», sagt Eigenmann. Damit sich die Zürcher trotzdem flexibel bewegen können, hat Mobility im Frühjahr Elektroroller als Alternative ins Angebot aufgenommen.

Den nahtlosen Verkehr fördern

Nun baut Mobility die Möglichkeit von Einwegfahrten in der Schweiz auch mit seinen Autos aus. Damit kann man ein Fahrzeug beispielsweise am Mobility-Standort am Bahnhof Olten mieten, nach Zürich fahren und das Auto dort auf einem Parkplatz von Mobility bequem wieder abstellen. Das Angebot, von einem Mobility-Standort zum anderen zu fahren, soll den Übergang von der Strasse auf die Schiene vereinfachen, schreibt Mobility. 

Viele der 30 neuen Standorte befinden sich deshalb an grossen Schweizer Bahnhöfen. Wer die bequeme Einwegfahrt nutzen will, zahlt aber einen Zuschlag. Der Preis variiert je nach Streckenlänge und Auslastung zwischen sieben und 29 Franken. 

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