Die Zahl der Unternehmen wächst, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie einen harten Sparkurs umsetzen müssen. In vielen Fällen bedeutet es, dass Mitarbeitende ihre Stelle verlieren. HZ protokolliert die Entwicklungen:

► 12. August: Bucherer baut 220 Stellen in der Schweiz ab

Der Einbruch des Tourismus bringt das Familienunternehmen in Bedrängnis: Weltweit muss Bucherer muss 370 Stellen abbauen.

► 7. August: Holidaycheck muss bis zu 100 Mitarbeiter gehen lassen

Die Gesamtbelegschaft soll bis Ende des Jahres um 20 Prozent reduziert werden. Die Hälfte der Angestellten der Firma arbeitet in der Schweiz.

► 5. August: Media Markt erwägt umfangreichen Jobabbau

Am 12. August will Media Markt bekannt geben, wie viele Stellen das Unternehmen abbauen muss. Vor allem das europäische Ausland werde von den Massnahmen betroffen sein, kommunizierte der Mutterkonzern Ceconomy mit Sitz in Düsseldorf. Die Folgen für die Schweiz sind damit offen. Zur Diskussion stehen global 3500 Vollzeitstellen und das Schliessen von defizitären Stores.

5. August: Landis+Gyr streicht weltweit rund 700 Stellen

Die Restrukturierung mit dem Abbau von rund 12 Prozent der weltweit 5800 Stellen soll noch im Laufe des Geschäftsjahres 2020 umgesetzt werden. Wie viele Jobs in der Schweiz betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

4. August: Lantal baut 75 Arbeitsplätze ab

Textilunternehmen Lantal will 75 der 258 Arbeitsplätze an den Standorten Langenthal und Melchnau BE abbauen, meldet die Unia. Die Gewerkschaft dringt jetzt darauf, dass die Arbeitskräftereduktion möglichst ohne Unterlassungen umgesetzt wird.

► 24. Juli: Schindler kürzt um 200 Stellen

In den Halbjahreszahlen meldet Liftbauer Schindler deutliche Einbussen infolge der Corona-Pandemie. Der Konzern muss von weltweit 65'000 Stellen rund 2000 abbauen. Betroffen sind 200 Arbeitsplätze in der Schweiz.

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► 23. Juli: Sulzer hat 55 Mitarbeitende entlassen

Industriekonzern Sulzer baut in der Schweiz Stellen ab. Betroffen sind gemäss Gewerkschaft Unia 55 Arbeitsplätze bei Sulzer Chemtech an den Standorten Winterthur, Oberwinterthur und Allschwil BL. Sulzer leidet stark unter der Corona-Krise und dem starken Nachfragerückgang etwa in der Öl- und Gasindustrie.

22. Juli: Gategroup kürzt um 350 Stellen, Entlassungen bei SR Technics

Dienstleister wie SR Technics, Swissport und Gategroup kämpfen allesamt mit Nachfrageausfällen, weil Covid-19 der Luftfahrt einen schweren Schlag versetzt hat. Airline-Caterer Gategroup streicht in der Folge 350 Arbeitsplätze in Zürich und Genf. Betroffen ist die Konzerntochter Gate Gourmet, deren Mitarbeitende über die Kürzungen informiert wurden. Bisher existieren 2000 Stellen an den beiden betroffenen Standorten. Ein Sozialplan hebt darauf ab, möglichst wenige Kündigungen auszusprechen, um die Umstrukturierung zu bewältigen. Das plant auch SR Technics, das offiziell bisher keinen Stellenabbau bestätigt hat. Es wird vermutet, dass dort 500 von 2000 Stellen in Zürich, Genf und Basel gefährdet sind. Swissport bestätigt laut NZZ, dass von März bis Juli 500 von 4800 Stellen weggefallen sind. Entlassen worden seien 50 Mitarbeitende in der Probezeit, die weiteren Kürzungen seien durch das Ausnutzen der natürlichen Fluktuation bewältigt worden.

► 20. Juli: Hotel Ambassador in Zürich kündigt bis zu 75 Mitarbeitenden

Ein Grossteil der Mitarbeitenden im Vier-Sterne-Hotel Ambassador im Zürcher Seefeld muss mit einer Entlassung rechnen: 75 Angestellten droht die Kündigung, sie teilen sich 40 Vollzeitstellen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» hier (Abo). Der Stellenabbau hat indirekt mit der Corona-Pandemie zu tun: Das Haus ist kürzlich von der Meili Hotelgruppe übernommen worden. Angesichts der Lage möchte der neue Besitzer einen geplanten Umbau um ein bis zwei Jahre vorziehen. Wie viele Stellen genau wegfallen, ist noch offen.

► 9. Juli: Uhrenindustrie hat Hunderte Stellen verloren

Seit Mitte März sind in der Uhrenindustrie in der Schweiz mehrere hundert Stellen verloren gegangen. Ob es zu einem weiteren Stellenabbau komme, hänge vor allem von der weltweiten Nachfrage ab, sagt François Matile, Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie. Während des Lockdowns haben fast 400 der 550 Unternehmen aus der Uhrenbranche, die dem Tarifvertrag angeschlossen sind, Kurzarbeit in Anspruch genommen. «Aktuell sind nach wie vor 30'000 Mitarbeitende in Kurzarbeit», erklärte Matile. Der Schweizer Uhrensektor zählt insgesamt 59'000 Arbeitsplätze.

► 6. Juli: Sonova kürzt bis zu 750 Stellen

Hörgeräte-Herstelle Sonova muss konzernweit 4 bis 5 Prozent der Stellen abbauen. Die Reduktion soll – wenn immer möglich – über natürliche Fluktuation erfolgen. Das Unternehmen beschäftigt rund 15'000 Mitarbeitende, davon 1300 in der Schweiz. Diese werden laut Konzernspitze durchschnittlich von den Kürzungen betroffen sein.

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