Die Zahl der Unternehmen wächst, die seit dem Beginn der Corona-Pandemie einen harten Sparkurs umsetzen müssen. In vielen Fällen bedeutet es, dass Mitarbeitende ihre Stelle verlieren. HZ protokolliert die Entwicklungen:

September:

► Swissôtel schliesst seine Pforten – 270 Jobs weg

Das Swissôtel in Zürich-Oerlikon schliesst wegen der Krise Ende November. 270  Angestellte verlieren ihren Job. Das Hotel geriet in Schwierigkeiten, weil weder Messen stattfinden noch der nahe gelegene Flughafen stark frequentiert ist, schreibt der «Blick»

BNP Paribas stellt Rohstoff-Transaktionsgeschäft in Genf ein

Der Schweizer Ableger der französischen Grossbank will sein Geschäft auf Corporate & Institutional Banking sowie auf die Vermögensverwaltung konzentrieren. Die Transaktionsfinanzierungsaktivität im Rohstoffbereich wird beendet. In der Folge könnte der «Abbau von bis zu 120 Stellen in Genf» nötig werden.

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August:

Gastrozulieferer Saviva baut 25 Stellen ab

Der Gastrolieferant Saviva hat Ende August 25 Kündigungen ausgesprochen. Die Migros-Tochter aus Regensdorf bestätigt eine entsprechende Meldung des «Blick». Ende August wurden 25 weitere Kündigungen ausgesprochen. Die Migros erklärt dies mit den «enormen Auswirkungen der Pandemie auf die Gastrobranche».

Flughafen Zürich streicht 120 Stellen

Zuvor schon hat der Flughafen Zürich im Rahmen der Viruskrise 26 Kündigungen ausgesprochen, nun werden weitere 120 Stellen abgebaut: Dies bestätigt die Flughafen-AG gegenüber dem Zürcher «Tages-Anzeiger». Grund für den Abbau sei der «schwierige wirtschaftliche Ausblick». 

Produktion von GE in Oberentfelden schliesst

Damit verlieren 435 Angestellte  bei General Electric ihren Job. Die Produktion der Stromnetzsparte wird per Ende 2021 eingestellt. Darüber hat der amerikanische Konzern am Freitag die Mitarbeiter informiert. Weitere Stellen werden ins Ausland verlagert.

100 Stellen bei Girard-Perregaux und Ulysse Nardin gestrichen

Die unter dem Dach der Sowind-Gruppe vereinten Uhrenfirmen Girard-Perregaux und Ulysse Nardin aus dem Kanton Neuenburg wollen rund 100 ihrer rund 390 Mitarbeiter entlassen. Der Stellenabbau soll bis Ende September vollzogen werden.

► 1300 Jobs bei Dormakaba weniger

Im Rahmen des Halbjahresberichts meldet Dormakaba, dass man bis Ende Juni rund 900 Stellen abgebaut hat – und wohl weitere 400 Stellen folgen werden. Betroffen sind insbesondere Positionen in Asien und den USA.

► Entlassungen bei DXC Schweiz

DXC entlässt in der Schweiz 116 von 603 Angestellten. Dies berichtet die Branchenplattform «Inside-Channels» unter Berufung auf «mehrere mit den Vorgängen vertraute Quellen». Demnach habe der IT-Dienstleister die Betroffenen per E-Mail über ihre Entlassung informiert; obendrein seien Frühpensionierungen in die Wege geleitet worden. Der Vorgang wurde von der Gewerkschaft Syndicom bestätigt: «Wir stehen mit der Personalvertretung im Austausch und sind über die Vorgänge schockiert», so Giorgio Pardini zu «Inside-Channels». Es würden hauptsächlich ältere Angestellte entlassen.

FTI Touristik reduziert Personal

Es sei eine Personalkostenreduktion von 25 bis 30 Prozent der 148 Mitarbeiter bei FTI Touristik Schweiz in Allschwil bei Basel und Dietlikon vorgesehen, schreibt das Portal «About Travel»

Holidaycheck muss bis zu 100 Mitarbeiter gehen lassen

Die Gesamtbelegschaft soll bis Ende des Jahres um 20 Prozent reduziert werden. Die Hälfte der Angestellten der Firma arbeitet in der Schweiz.

► Media Markt erwägt umfangreichen Jobabbau

Am 12. August will Media Markt bekannt geben, wie viele Stellen das Unternehmen abbauen muss. Vor allem das europäische Ausland werde von den Massnahmen betroffen sein, kommunizierte der Mutterkonzern Ceconomy mit Sitz in Düsseldorf. Die Folgen für die Schweiz sind damit offen. Zur Diskussion stehen global 3500 Vollzeitstellen und das Schliessen von defizitären Stores.

Landis+Gyr streicht weltweit rund 700 Stellen

Die Restrukturierung mit dem Abbau von rund 12 Prozent der weltweit 5800 Stellen soll noch im Laufe des Geschäftsjahres 2020 umgesetzt werden. Wie viele Jobs in der Schweiz betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

Lantal Textiles entlässt 55 Leute

Das Langenthaler Textilunternehmen Lantal muss 55 Mitarbeitenden kündigen. Die Coronapandemie hat bei dem auf Textilien für den internationalen Luft, Bahn- und Busverkehr spezialisierten Unternehmen zu einem Umsatzeinbruch geführt. Bereits Anfang August zeichnete sich bei der stark exportorientierten Textilfirma eine Massenentlassung ab. Nach Ende der Konsultationsphase ist nun klar, dass sich Lantal von 55 Mitarbeitenden trennt.

Landis & Gyr entlässt 31 Leute

Laut den Gewerkschaften Syna und Angestellte Schweiz hat Landis & Gyr angekündigt, Mitarbeiter zu entlassen. Davon sind potenziell bis zu 30 Mitarbeitende am Standort Zug betroffen. Aktuell beschäftigt die Firma 236 Mitarbeitende an diesem Standort. Das Unternehmen hatte bereits Anfang August darüber informiert, Stellen zu streichen.

►  Tabakkonzern Philip Morris leitet die zweite Phase der Restrukturierung ein

Mit dieser sollen voraussichtlich weitere 200 Stellen abgebaut werden. Die erste Phase des im Januar verkündeten Reorganisationsprozesses wurde im Juli 2020 abgeschlossen. Ursprünglich ging Philip Morris davon aus, dass davon etwa 265 Arbeitsplätze betroffen sein würden. Nach der Umsetzung des ersten Freiwilligen-Programms und anderer Initiativen seien es nun effektiv unter 150.

► Kudelski verlor – vorübergehend – 14 Prozent des Personals

Wie dem Halbjahresbericht der IT- und Sicherheits-Systeme-Firma zu entnehmen ist, sank die Zahl der Stellen (FTE) im ersten Semester um 489, was eine Reduktion um 14 Prozent bedeutet. Allerdings sei dieser Rückgang vorübergehend: Die Zahl entspricht primär der Umrechnung der Kurzarbeit auf FTE.

DER Touristik streicht Stellen

Das Tourismusunternehmen DER Touristik Suisse baut rund 140 der 810 Vollzeitstellen ab.

Manor entlässt fast 500 Mitarbeiter

Manor unterzieht sich einer Restrukturierung und streicht 476 Stellen in der Schweiz, davon 91 am Hauptsitz in Basel.

► Bucherer baut 220 Stellen in der Schweiz ab

Der Einbruch des Tourismus bringt das Familienunternehmen in Bedrängnis: Weltweit muss Bucherer muss 370 Stellen abbauen.

 

Juli:

► Schindler kürzt um 200 Stellen

In den Halbjahreszahlen meldet Liftbauer Schindler deutliche Einbussen infolge der Corona-Pandemie. Der Konzern muss von weltweit 65'000 Stellen rund 2000 abbauen. Betroffen sind 200 Arbeitsplätze in der Schweiz.

► Sulzer hat 55 Mitarbeitende entlassen

Industriekonzern Sulzer baut in der Schweiz Stellen ab. Betroffen sind gemäss Gewerkschaft Unia 55 Arbeitsplätze bei Sulzer Chemtech an den Standorten Winterthur, Oberwinterthur und Allschwil BL. Sulzer leidet stark unter der Corona-Krise und dem starken Nachfragerückgang etwa in der Öl- und Gasindustrie.

Gategroup kürzt 350 Stellen, Entlassungen bei SR Technics

Dienstleister wie SR Technics, Swissport und Gategroup kämpfen allesamt mit Nachfrageausfällen, weil Covid-19 der Luftfahrt einen schweren Schlag versetzt hat. Airline-Caterer Gategroup streicht in der Folge 350 Arbeitsplätze in Zürich und Genf. Betroffen ist die Konzerntochter Gate Gourmet, deren Mitarbeitende über die Kürzungen informiert wurden. Bisher existieren 2000 Stellen an den beiden betroffenen Standorten. Ein Sozialplan hebt darauf ab, möglichst wenige Kündigungen auszusprechen, um die Umstrukturierung zu bewältigen. Das plant auch SR Technics, das offiziell bisher keinen Stellenabbau bestätigt hat. Es wird vermutet, dass dort 500 von 2000 Stellen in Zürich, Genf und Basel gefährdet sind. Swissport bestätigt laut NZZ, dass von März bis Juli 500 von 4800 Stellen weggefallen sind. Entlassen worden seien 50 Mitarbeitende in der Probezeit, die weiteren Kürzungen seien durch das Ausnutzen der natürlichen Fluktuation bewältigt worden.

Hotel Ambassador in Zürich kündigt bis zu 75 Mitarbeitenden

Ein Grossteil der Mitarbeitenden im Vier-Sterne-Hotel Ambassador im Zürcher Seefeld muss mit einer Entlassung rechnen: 75 Angestellten droht die Kündigung, sie teilen sich 40 Vollzeitstellen. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger» hier (Abo). Der Stellenabbau hat indirekt mit der Corona-Pandemie zu tun: Das Haus ist kürzlich von der Meili Hotelgruppe übernommen worden. Angesichts der Lage möchte der neue Besitzer einen geplanten Umbau um ein bis zwei Jahre vorziehen. Wie viele Stellen genau wegfallen, ist noch offen.

► Uhrenindustrie hat Hunderte Stellen verloren

Seit Mitte März sind in der Uhrenindustrie in der Schweiz mehrere hundert Stellen verloren gegangen. Ob es zu einem weiteren Stellenabbau komme, hänge vor allem von der weltweiten Nachfrage ab, sagt François Matile, Generalsekretär des Arbeitgeberverbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie. Während des Lockdowns haben fast 400 der 550 Unternehmen aus der Uhrenbranche, die dem Tarifvertrag angeschlossen sind, Kurzarbeit in Anspruch genommen. «Aktuell sind nach wie vor 30'000 Mitarbeitende in Kurzarbeit», erklärte Matile. Der Schweizer Uhrensektor zählt insgesamt 59'000 Arbeitsplätze.

Sonova kürzt bis zu 750 Stellen

Hörgeräte-Herstelle Sonova muss konzernweit 4 bis 5 Prozent der Stellen abbauen. Die Reduktion soll – wenn immer möglich – über natürliche Fluktuation erfolgen. Das Unternehmen beschäftigt rund 15'000 Mitarbeitende, davon 1300 in der Schweiz. Diese werden laut Konzernspitze durchschnittlich von den Kürzungen betroffen sein.