Mein erstes Handy, es war im Jahre des Herrn 1998, war ein Motorola StarTac. Keine E-Mails, keine Apps, nicht mal Grafik: Ich trauere ihm nicht hinterher. Bis auf ­einen Punkt: Es war zusammenklappbar und damit so winzig, dass es in jede noch so kleine Hemd- oder Hosentasche passte.

Seither gehts mit Smartphones wie mit Autos: Sie werden von Generation zu ­Generation grösser. Bis im letzten Jahr das erste Gerät mit faltbarem Display auf den Markt kam, das Galaxy Fold. «Ein Gamechanger», urteilte ich damals. Jetzt legt Samsung nach mit dem Galaxy Z Flip.

Starke Spiegelung

Zusammengeklappt hat es den Look und die Dimension eines Schminkspiegels. Die Analogie gilt leider auch im aufgeklappten Zustand: Der 6,7-Zoll-Bildschirm ist dann zwar erfreulich gross und hat tolle Farben, aber spiegelt eben auch stark.

Statt wie bisher Plastik verwendet Samsung bei diesem Faltdisplay erstmals eine Glas-Polymer-Mischung, was sich besser anfühlt, wenn man über den Bildschirm wischt.

Weiterhin deutlich spürbar, aber nicht wirklich störend ist der Falz zwischen den beiden Bildschirmen. Zwei verschiedene Apps können gleichzeitig auf ihnen laufen. Klappt man das Display auf, legen einige Apps (etwa die Kamera) die Bedien­elemente auf den unteren Schirm – clever für die ein­händige Bedienung.

Zudem ist das Flip mit einem winzigen Aussendisplay ausgestattet: Es zeigt Datum, Uhrzeit, Akku­stand und die Zahl der eingegangenen Benachrichtigungen. Das bedeutet aber auch: Man muss jedes Mal den Screen öffnen, um diese Benachrichtigungen zu lesen.

Samsung Galaxy Flip Z

Samsung Galaxy Flip Z: Der 6,7-Zoll-Bildschirm spiegelt stark.

Quelle: ZVG
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Mittelmässig aus­gestattet

Technisch ist das Flip für ein Gerät ­dieser Preisklasse eher mittelmässig aus­gestattet: Es ist nicht wasserdicht, der ­Speicher von 256 Gigabyte ist nicht er­weiterbar, 5G-Technologie fehlt ganz. Der Akku, auf beide Gehäuseseiten verteilt, bringt einen gut durch den Tag, viel länger aber auch nicht. Immerhin unterstützt er kabelloses Laden.

Die beiden Aussen­kameras sind okay, machen bei schwierigen Lichtverhältnissen aber wenig berauschende Bilder. Insgesamt merkt man, dass das Flip mehr als Fashion Piece konzipiert ist und weniger als Arbeitstier.

Zwei letzte Auffälligkeiten: Im Betrieb wird das Gerät sehr warm. Und es bringt einen Flashback mit sich: Zum ersten Mal seit Jahren musste ich wieder suchen, in welcher ­Tasche das Handy steckt!

Fazit: Beim Flip hat Samsung wenig falsch gemacht. Und trotzdem bleibt es nur eine Deklinationsform der Idee – angesichts der moderaten Ausstattung eine recht teure.

Samsung Galaxy Z Flip
Info: www.samsung.ch 
Preis: 1500 Franken 

Bewertung: ★★★☆☆ 

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★cool ★★★★★wegweisend

Kowalskys Crashtest Palm

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 30 Jahren fühlt er den neuesten IT-Produkten auf den Zahn.

Quelle: Felice Bruno für BILANZ

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