Wollte man eine intel­ligente Uhr für den ­Alltag, hatte man bis anhin zwei Möglich­keiten: Entweder man entschied sich für eine Smartwatch wie die Apple Watch oder die Samsung Gear. Dann hatte man einen Computer mit tausend ­Features am Handgelenk und positionierte sich als Nerd. Oder man entschied sich für eine Sportuhr. Dann hatte man einen Fitnesstracker mit tausend Messfunktionen am Handgelenk und positionierte sich als Sportler. Eine Uhr, die all die Features ­sowohl einer Sportuhr als auch einer Smartwatch bietet, gab es bisher nicht.

Diese Lücke füllt nun Suunto mit der S7. Der smarte Teil basiert auf Wear OS von Google, das die grundlegenden Funktionen einer Smartwatch wie Apps, E-Mails, Navigation, Sprachassistent, bargeldloses Zahlen etc. bietet. Den sportlichen Teil steuert Suunto selber bei: Über 70 Akti­vitäten werden unterstützt – Kettleball, Cheerleading, Paragliding anyone?

Un­verständlich aber, dass Suunto gegenüber ihren anderen Modellen den Funktionsumfang hier künstlich einschränkt: So kann man die Herzzonen oder angezeigten Parameter für die verschiedenen Sportarten nicht selbst konfigurieren. Ein Brustgurt lässt sich auch nicht verbinden. So ist man bei der Herzfrequenzmessung auf den Handgelenksensor angewiesen, der immer etwas ungenau ist.

Weder Stockwerkszähler noch Schlaf­tracker, dafür gute Offline-Karten

Wenigstens liefert die S7 für den Puls nicht die Fantasiewerte anderer Uhren, nach denen ich längst tot sein müsste. Warum Suunto das eigene Web­interface Movescount nicht mehr unterstützt, verstehe ich nicht. Aktivitäten lassen sich jetzt nur noch per App einsehen und gar nicht mehr editieren.

Ein Stockwerkszähler fehlt ebenso wie ein Schlaf­tracker, der wäre aber wegen der Batterielaufzeit von rund 30 Stunden (ohne GPS) auch nicht sinnvoll.

Suunto S7

Suunto S7: Sieht wertig aus, fühlt sich aber mit nur 70 Gramm Gewicht und dünnem Kautschukband nicht so an.

Quelle: PD
Anzeige

Gut gefallen haben mir die Offline-Karten: Sie erlauben die Orientierung per GPS im Gelände ohne Smartphone. Besonders clever – gerade in Zeiten des Social Distancing – sind dabei die Heatmaps: Sie zeigen, auf welchen Velo- oder Laufstrecken gerade wie viel los ist.

Die S7 gibts in fünf Farben. Mein Testgerät in Graphite Copper sieht wertig aus, fühlt sich aber mit nur 70 Gramm Gewicht und dünnem Kautschukband nicht so an. Das kratzfeste Display ist etwas klobig, lässt sich aber auch in der Sonne gut ablesen. Der dicke schwarze Rand zwischen Display und Lünette lässt aber viel Platz ungenutzt.

Fazit: Die S7 kann, was eine Smartwatch können muss. Ambitionierte Sportler ­werden jedoch von den Fitnessfunktionen etwas enttäuscht sein.

 

Suunto S7

Info: www.suunto.com/de-ch 

Preis: 529 Franken

Bewertung: ★★★☆☆  

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★cool ★★★★★wegweisend

Kowalskys Crashtest Palm

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 30 Jahren fühlt er den neuesten IT-Produkten auf den Zahn.

Quelle: Felice Bruno für BILANZ

Kowalskys Crashtest

  • Die Suunto S7 verspricht, das Beste aus der Welt von Sportuhren und Smartwatches zusammenzubringen. Mehr dazu hier.
  • Der QNAP HS-453DX positioniert sich als Entertainer fürs Wohnzimmer. Leider versagt er dabei völlig. Mehr dazu hier.
  • Die für mich schönste Smartwatch – die TAG Heuer Connected – kommt in die dritte Generation. Was taugt sie? Mehr dazu hier.
  • Das Samsung Galaxy Z Flip verstaut einen riesigen ­Bildschirm in einem winzigen Smartphone. Mehr dazu hier.
  • Der LG HU80KS verspricht ein Heimkino, das sich kinderleicht aufbauen und wegräumen lässt. Mehr dazu hier.
  • Der Asus ZenBook Pro Duo ist der ungewöhnlichste Laptop, den ich je getestet habe. Leider nicht der beste. Mehr dazu hier.
  • Das Galaxy Fold definiert das Smartphone neu: Wer sich an das Faltdisplay gewöhnt hat, will nicht mehr zurück. Mehr dazu hier.
  • Eine Sonnenbrille als Ohrhörer-Ersatz? Bei den Bose Frames machen die Ohren Augen. Kann man mal probieren. Mehr dazu hier.
  • Haltung statt Rückenschmerzen: Der Upright Go verhindert, dass Sie den Bückling machen. Mehr dazu hier.
  • Der Palm passt, wie der Name verspricht, in jede Handfläche – und ist dennoch ein vollwertiges Smartphone. Mehr dazu hier.
  • Magere Ausstattung, dicker Preis: Der Formation Wedge macht es einem nicht leicht, ihn zu lieben. Mehr dazu hier.
  • Kein kalter Kaffee: Der Ember Travel Mug temperiert perfekt Ihr Getränk für unterwegs – mit App und Ladeschale. Mehr dazu hier.
  • Glatt zum Vergessen: Der CleanMaxx soll Ihre Wäsche glätten. Stattdessen zerknittert er Ihre Nerven. Mehr dazu hier.
  • Kekse für Könner: Mit den Snowcookies zeigt sich, ob Sie wirklich ein guter Skifahrer sind. Mehr dazu hier.
  • Trocken zu Tal: Mit Hightech gegen Schweiss: Kjus bringt jetzt auch eine Skijacke ins App-Zeitalter. Mehr dazu hier.
  • Mit Ki gegen Kalorien: Der Vi Trainer soll den Jogging-Coach ersetzen. Die Idee ist gut, die Umsetzung mangelhaft bis unredlich. Mehr dazu hier.
  • Auf den Zahn gefühlt: Die Oral-B Genius 10100 S will jetzt auch die Zahnpflege digitalisieren. Das geht nicht gut. Mehr dazu hier.