Vor vier Jahren lancierte TAG Heuer die erste Schweizer Smartwatch und eine von bis heute nur wenigen Computeruhren, die man tragen kann, ohne sich als Nerd zu positionieren. «Wenn schon Smartwatch, dann diese», urteilte ich damals, aber auch: «Ich glaube nach wie vor nicht an den Computer am Handgelenk.» Zu limitiert der Akku und die Features damals. So bleibe ich seither bei der Kombination aus mechanischer Uhr am linken Handgelenk und Fitnesstracker am rechten.

Eine Minderheitenmeinung, wie ich ­lernen musste: Apple verkauft inzwischen mehr Zeitmesser als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie, die Connected Watch wurde das erfolgreichste Modell in der über 150-jährigen Geschichte von TAG Heuer.

Jetzt kommt die dritte Generation der edlen Smartwatch heraus: zwar nicht Swiss made, da in Asien zusammengebaut, aber weiterhin hervorragend verarbeitet, elegant, modern, aber nicht freakig.

Mit Zahlfunktion und Sprach­assistent – aber ohne LTE-Modul

Die Uhr läuft auf dem klassischen Wear OS von Google, funktioniert aber auch im Zusammenspiel mit einem iPhone. Die Zahlfunktion Google Pay ist mit an Bord, ebenso der Sprach­assistent. Mangels Lautsprecher antwortet der aber nur schriftlich. Ein LTE-Modul, um die Uhr auch ohne Smartphone mit dem Internet zu verbinden, fehlt. Die Zifferblätter lassen sich natürlich nach eigenem Gusto konfigurieren.

Anzeige

Das tolle OLED-Display beeindruckt mit seinen hellen, leuchtenden Farben. In der Sonne bleibt dann aber nicht mehr viel übrig von Helligkeit und Herrlichkeit: Bei direkter Lichteinstrahlung ist das Display schwer zu entziffern, dafür sieht man umso deutlicher die Fingerabdrücke.

Tag Heuer Connected

TAG Heuer Connected: Hervorragend verarbeitet, elegant, modern, aber nicht freakig.

Quelle: ZVG

Batterieproblem bleibt

Mit GPS, Pulssensor und eigenen Fitnessapps für Laufen, Velo und Gymnastik wendet sich TAG Heuer speziell an Sportler. Golfer, eine wichtige Zielgruppe für so eine Marke, finden zudem die Karten und Daten von 39 000 Golfplätzen am Handgelenk. Schade aber, dass die Uhr zum Schwimmen nicht geeignet ist, weil nicht wasserdicht.

Bleibt das leidige Thema Batterie: Einen Tag Autonomie verspricht der Hersteller, inklusive einer Stunde Sport. Das ist schon wenig genug; noch schlimmer ist, dass bei Nutzung von GPS und Musikwiedergabe der Saft bereits kurz nach Mittag ausgehen kann. Dann wird die Connected Watch disconnected und dient nur noch als Uhr.

Fazit: Call me old-fashioned, aber solange das Batterieproblem nicht gelöst ist, kann mich auch die schönste Smartwatch nicht überzeugen. Auch wenn die Features inzwischen stimmen und TAG Heuer auch sonst erneut vieles richtig gemacht hat.

TAG Heuer Connected Watch
Info: www.tagheuer.com
Preis: 1750 Franken

Bewertung: ★★★☆☆ 

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★cool ★★★★★wegweisend

Kowalskys Crashtest Palm

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: Seit über 30 Jahren fühlt er den neuesten IT-Produkten auf den Zahn.

Quelle: Felice Bruno für BILANZ

Kowalskys Crashtest

  • Das neue iPhone 12 Pro bietet eine grosse und viele kleine sinnvolle Neuerungen. Mehr dazu hier.
  • Die Tissot T-Touch Connect Solar löst das grösste Problem aller Smartwatches. Auf Kosten der Features. Mehr dazu hier.
  • Der Samsung Q950TS ist der erste Fernseher, bei dem die 8K-Auflösung tatsächlich Sinn macht. Mehr dazu hier.
  • Das Dell Latitude 9510 wirbt mit künstlicher Intelligenz. Allzu hoch kann der IQ aber nicht sein. Mehr dazu hier.
  • Die Suunto S7 verspricht, das Beste aus der Welt von Sportuhren und Smartwatches zusammenzubringen. Mehr dazu hier.
  • Der QNAP HS-453DX positioniert sich als Entertainer fürs Wohnzimmer. Leider versagt er dabei völlig. Mehr dazu hier.
  • Die für mich schönste Smartwatch – die TAG Heuer Connected – kommt in die dritte Generation. Was taugt sie? Mehr dazu hier.
  • Das Samsung Galaxy Z Flip verstaut einen riesigen ­Bildschirm in einem winzigen Smartphone. Mehr dazu hier.
  • Der LG HU80KS verspricht ein Heimkino, das sich kinderleicht aufbauen und wegräumen lässt. Mehr dazu hier.
  • Der Asus ZenBook Pro Duo ist der ungewöhnlichste Laptop, den ich je getestet habe. Leider nicht der beste. Mehr dazu hier.
  • Das Galaxy Fold definiert das Smartphone neu: Wer sich an das Faltdisplay gewöhnt hat, will nicht mehr zurück. Mehr dazu hier.
  • Eine Sonnenbrille als Ohrhörer-Ersatz? Bei den Bose Frames machen die Ohren Augen. Kann man mal probieren. Mehr dazu hier.
  • Haltung statt Rückenschmerzen: Der Upright Go verhindert, dass Sie den Bückling machen. Mehr dazu hier.
  • Der Palm passt, wie der Name verspricht, in jede Handfläche – und ist dennoch ein vollwertiges Smartphone. Mehr dazu hier.
  • Magere Ausstattung, dicker Preis: Der Formation Wedge macht es einem nicht leicht, ihn zu lieben. Mehr dazu hier.
  • Kein kalter Kaffee: Der Ember Travel Mug temperiert perfekt Ihr Getränk für unterwegs – mit App und Ladeschale. Mehr dazu hier.
  • Glatt zum Vergessen: Der CleanMaxx soll Ihre Wäsche glätten. Stattdessen zerknittert er Ihre Nerven. Mehr dazu hier.
  • Kekse für Könner: Mit den Snowcookies zeigt sich, ob Sie wirklich ein guter Skifahrer sind. Mehr dazu hier.
  • Trocken zu Tal: Mit Hightech gegen Schweiss: Kjus bringt jetzt auch eine Skijacke ins App-Zeitalter. Mehr dazu hier.
  • Mit Ki gegen Kalorien: Der Vi Trainer soll den Jogging-Coach ersetzen. Die Idee ist gut, die Umsetzung mangelhaft bis unredlich. Mehr dazu hier.
  • Auf den Zahn gefühlt: Die Oral-B Genius 10100 S will jetzt auch die Zahnpflege digitalisieren. Das geht nicht gut. Mehr dazu hier.

 

Anzeige