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Die besten Schweizer Aktien 2020

Von Alex Reichmuth
am 18.12.2020

Grund zur Freude für Investoren: Trotz der Corona-Krise verzeichneten mehrere Aktienindizes Allzeitrekorde im Krisenjahr 2020.

Quelle: Getty Images/Vetta

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Im Corona-Jahr haben einige Aktien rasantes Wachstum gezeigt. Das sind die Schweizer Krisengewinner.

Hätte man am 1. Januar 2020 Schlaftabletten genommen und würde erst jetzt wieder aufwachen, könnte man den Eindruck haben, dass das Börsenjahr 2020 ein ruhiges und eher freundliches Jahr gewesen ist: Die meisten wichtigen Aktienindizes stehen im Plus – der MSCI World Index um 11 Prozent und der amerikanische S&P-500 sogar um fast 12 Prozent. Der Swiss Performance Index liegt fast gleich hoch wie Anfang Jahr.

Wer aber während des Börsenjahres wach geblieben ist, kann sich erinnern: Da war im Februar und März ein tiefer Taucher. Die Pandemie, die von China kam, war daran, die ganze Welt zu erfassen.

Es herrschte Ungewissheit darüber, wie viele Menschen an Corona erkranken und wie viele daran sterben würden. Und es war unklar, welche Auswirkungen der Lockdown haben würde, den die meisten Regierungen gegen die Seuche verordnet hatten.

Stärkste Korrektur seit 1930

Unsicherheit ist immer Gift für das Börsengeschehen – und entsprechend sausten die Kurse innerhalb von nur einem Monat um 30 bis 40 Prozent in die Tiefe. Das war einzigartig: In so kurzer Zeit hatte es seit den 1930er Jahren keine so starke Korrektur mehr gegeben.

In den darauffolgenden Monaten erholten sich die Kurse mehrheitlich wieder vollständig – und das, obwohl die Pandemie in der Realwirtschaft tiefe Spuren hinterlassen hatte: Die meisten Staaten schlitterten in eine tiefe Rezession, viele Unternehmen mussten Konkurs anmelden und die Arbeitslosenzahlen kletterten auf Höchststände.

So reagierten die Aktienmärkte auf die Pandemie

  • 3,1 Prozent hat der Swiss Market Index 2020 verloren. Die beste unter den 20 SMI-Aktien war Lonza. (Stand 15.12.)
  • 0,4 Prozent hat der marktbreite Swiss Performance Index mit seinen 213 Titeln 2020 verloren. (Stand 15.12.)
  • 27,6 Prozent hat der Swiss Market Index zwischen dem 19. Februar und dem 23. März wegen der Corona-Krise verloren.
  • 36,7 Prozent betrug der Rückgang des Dow Jones Index zwischen dem 19. Februar und dem 23. März.
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Mehrere Aktienindizes aber verzeichneten in den letzten Wochen und Monaten sogar Allzeitrekorde, obschon die Corona-Krise weder medizinisch noch wirtschaftlich bewältigt ist. Der November war einer der stärksten Monate seit langem; der amerikanische Dow Jones überschritt Ende des Monats erstmals den Wert von 30'000 Punkten.

Marktbeobachter sind erstaunt ob dieser Aktienrally seit März. «Ich hätte das nie für möglich gehalten», sagt der Vertreter einer Bank. Offenbar aber haben die Massnahmen, die ergriffen wurden, um den wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise zu begegnen, die Investoren überzeugt.

Billionen Dollar für die Wirtschaft  

Notenbanken und Regierungen fluteten die Wirtschaft mit billigem Geld und halfen notleidenden Unternehmen mit Krediten und À-fonds-perdu-Beiträgen – und das insgesamt mit Billionen Dollar.

Die zweite Welle der Pandemie, die viele Staaten im Herbst erfasste, machte an den Aktienmärkten dann kaum mehr Eindruck. Zwar schwächelten die Kurse Ende Oktober etwas. Doch Anfang November bügelten die Erfolgsmeldungen zur Entwicklung und zum Einsatz von Impfstoffen die Delle wieder aus.

Mit einem Zoom in die Börsenindizes hinein erkennt man Gewinner und Verlierer der Krise. Vor allem Technologieaktien erreichten in diesem Jahr eine sehr gute Performance. Der amerikanische Technologie-Index Nasdaq steigerte sich um satte 40 Prozent, getrieben von den Big-Tech-Werten wie Apple, Amazon, Facebook, Google und Microsoft. Ihre Produkte waren im Lockdown stark gefragt und sind es auch weiterhin.

Zu den Verlierern gehören die Segmente Tourismus und Luftfahrt. In diesen Wirtschaftszweigen sind die Aussichten weiterhin trüb. Stark verloren haben auch Ölfirmen. Positiv beeinflusst hat die Kurse der Ausgang der US-Wahlen.

Joe Biden hat die Wahlen ums Weisse Haus zwar gewonnen, muss voraussichtlich aber mit einem parteipolitisch geteilten Kongress vorliebnehmen. Diese Konstellation, in der eine massive Erhöhung der Unternehmenssteuern unwahrscheinlich ist, passt den Finanzmärkten offenbar.

Für die schnelle Erholung der Aktienmärkte ist auch der Anlagenotstand verantwortlich. Denn Anleihen rentieren wegen der tiefen Zinsen kaum mehr oder sind gar mit Negativzinsen belegt. Die Investition in Aktien ist fast alternativlos. Das wird wohl auch 2021 so bleiben.